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10 März 2026

Im Auge des Sturms

Kaum hatte ich mich entschlossen, hier eine mit mir eng verwandte Dame liebevoll zu bespötteln, weil sie innerhalb weniger Wochen zwei elektrische Espressomaschinen vollends ruinierte, indem sie sie gedankenverloren auf eine Ofenplatte stellte, gelang es mir, eine Kasserolle mit tomatensoßenlastigem Kichererbseneintopf auf unserem geerbten Perserteppich zu entleeren sowie wenig später ein Grappaglas derart effizient auf einem Fliesenboden zerschellen zu lassen, dass die Anzahl der kleinteilig zerbröselten Scherben die Gesamtfläche des zerdepperten Grappaglases um den Faktor vier überstiegen haben muss, ich schwör.

Dies bewegt mich, über beides – die ruinierten Espressomaschinen (im Foto Nummer zwei) und den ruinierten Perser – den Mantel des Schweigens zu breiten, ja, kein einziges Wort über beide Missgeschicke zu verlieren, sondern lieber den Blick zu lenken auf eine liebenswürdige Aufmerksamkeit, die mir meine weltweit liebste Hansestadt alljährlich zuteilwerden lässt. Denn stets begeht sie das Jubiläum meines Wiegenfestes mit einer dreiwöchigen Sause, Frühlingsdom genannt, und hofft, ich möge erscheinen und mir von den erschienenen Massen huldigen lassen. Doch da halte ich es wie mein Lieblingskünstler Bob Dylan: Nur wer sich rar macht, bleibt interessant.

Momentan scheint dies in hohem Maße für dieses Blog zu gelten. Denn obgleich sich meine Veröffentlichungsfrequenz seit Langem einer homöopathischen Dosierung nähert, stürmen seit Tagen Massen sonder Zahl die Rückseite der Reeperbahn. Die heutige Zugriffszahl von mehr als 58.000 ist ein einsames All-time-High, und das ist auch gut und schön, denn ich fühle mich grundsätzlich wohl im Auge eines Sturms – doch wüsste ich gern, was und wer ihn entfacht hat. Denn mit Google Analytics et cetera ist dieses Blog unterausgerüstet, weshalb ich auf Sie – also eine(n) der plus 58.000 – angewiesen bin.

Also Butter bei die Fische: Warum sind Sie hier? Wer hat Sie geschickt? Bitte nutzen Sie zahlreich die Kommentarfunktion, denn so lange ich mich in Ihren Erklärungen verliere, kann ich wenigstens keinen tomatensoßenlastigen Kichererbseneintopf auf dem geerbten Perser entleeren.

Danke vorab!




24 November 2023

Die gemütlichsten Ecken St. Paulis (201)

Als ich heute auf dem Weg nach Hause die schwarze Novemberwolkenwand hinterm Riesenrad aufragen sah, während von vorne die Sonne eine Gondel links zum Erstrahlen brachte, trat ich justament auf die Bremse, stieg ab und fotografierte dieses stimmungsprachtvolle Bild.

Allerdings führten genau die dreißig Sekunden, die mich die Fotosession kostete, dazu, dass mich die schwarze Wand noch erwischte, bevor ich die Haustür erreichte. 

Egal: Es war nur Wasser. Und das hier ist für die Ewigkeit.


07 April 2012

Wir sind Menschen!



An einer dafür nicht gesetzlich vorgesehenen Stelle wollten wir die Lagerstraße überqueren.

Um auf den Gehweg zu kommen, mussten wir deshalb über eine kleine Begrenzungshecke steigen. Auf der anderen Seite wurden wir unversehens von einem fellknäuelartigen Hund derbe angeschnauzt. Sofort war sein Herrchen zur Stelle.

„Ruhig“, sagte Herrchen zum Hund, „das sind Menschen. Die dürfen durchs Gebüsch laufen.“

Vorher waren wir auf dem karfreitagsbedingt verwaisten Dom herumspaziert. Überall, auch in der Autoscooterhalle, herrschte beklemmende Untätigkeit. Und das schuf eine Ästhetik, die wir ohne das segensreiche Wirken der Christenheit niemals hätten schauen dürfen. Dafür danke.

Mit der Erklärung seines Herrchens gab sich das Fellknäuel aus der Lagerstraße übrigens sofort zufrieden und schwieg hinfort huldvoll. Vielleicht war ihm aber auch nur bewusst geworden, dass selbst das Derbeanschnauzen von Menschen, die durchs Gebüsch laufen, an Karfreitag vom Feiertagsgesetz streng untersagt ist.

Auch dafür danke.

25 März 2012

Die gemütlichsten Ecken von St. Pauli (68)



Brauquartier, von Planten und Blomen aus gesehen.




Der Dom mit zwei seiner Hauptattraktionen.
Ich traue mich nur in eine davon.