Von einem Hostel darf man natürlich keine Wunderdinge erwarten. Doch mag die Ausstattung auch noch so spartanisch sein: Sein A und O ist natürlich die Sauberkeit. Daran darf es niemals mangeln, auch in einem bahnhofsnahen Berliner Hostel nicht, sonst fühlen Gäste sich schnell unwohl, ja sogar unwillkommen.
Sie ahnen es: Genau so sollte es uns ergehen.
Als wir unser Hostelzimmer betraten, trat zügig der geschilderte Effekt ein, spätestens nach der Inspektion des Bades. Schon die Einfassung der Dusche, die auf dem Foto zu sehen ist, bemühte sich erfolgreich, alle Grau- und Weißschattierungen über lange Zeiträume eingetrockneten Kalks zu präsentieren. An den Rändern der milchtrüben Schiebetür hatten es sich indes bräunlich-gelbe Krusten gemütlich gemacht. Hier koalierte das omnipräsente CaCO₃ offenbar erfolgreich mit Seifenresten, Körperfett und Schmutz. Die Fugen zwischen den Wandkacheln hingegen boten schwarzem Schimmel – wahrscheinlich Cladosporium oder Aureobasidium – eine bestens ausgestattete Heimstatt.
Der wandnah angebrachte unbewegliche Duschkopf – auch seine Düsen nicht frei von Pilzmyzel und Sporen – war notdürftig mit Klebeband, das sich allerdings schon wieder zu lösen begann, am Schlauch fixiert. Immerhin spuckte der Duschkopf Wasser aus, allerdings musste man, um überhaupt etwas davon abzubekommen, nackig, wie man war, auf unschöne Weise der schwarzschimmligen Kachelwand zu nahe treten.
Apropos Wasser: Es lief nur sehr unwillig ab und stand uns bald bis zu den Knöcheln. Rasch wurde klar, wie es in den Tiefen des Abflussrohres aussehen musste. Dort gediehen wahrscheinlich algenartige Lebensformen, bestens genährt von Schuppen, Fett und Haar der Gäste und unter diesen lebensfreundlichen Bedingungen zu schmierigen Büscheln herangewachsen, welche dem Duschwasser den Weg in die Berliner Kanalisation verwehrten.
Natürlich taten wir unseren Unmut an der Rezeption kund. „Ich geb’s weiter“, hieß es routiniert. Zur Sicherheit informierten wir auch die Zentrale per E-Mail über den mäßigen Eindruck, den diese Filiale bei uns hinterlassen hatte. „Aufgrund eines derzeit sehr hohen Anfrageaufkommens“, hieß es in der Eingangsbestätigung, „kann es zu Verzögerungen in der Bearbeitung kommen.“
Woher das hohe Anfrageaufkommen rührt, dazu hätte ich ein, zwei stichhaltige Vermutungen.











































