29 Januar 2019

25 Januar 2019

Fundstücke (234)

Darf ich vorstellen: „Schuh- Reparatur“, die weltweit erste Kombi von Deppenbindestrich und -leerzeichen in einem einzigen gewagten Move. Und das mitten in Hamburg.

Ich weiß nur leider nicht mehr wo. Der Mensch neigt eben dazu, die größten Traumata zu verdrängen.




















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24 Januar 2019

Wo ist der Schlurfer?

Immer morgens gegen viertel nach neun stehe ich mit dem Rad an der Mörderkreuzung Alsterglacis/Alsterufer und warte darauf, dass das Heer der Feinstaubförderer widerwilig innehält, um mich die Mörderkreuzung überqueren zu lassen. Und jeden Morgen gegen viertel vor neun, wenn ich dort eintreffe, kommt just ein schiefer, bärtiger Bettler mit Krücke auf dem Grünstreifen zwischen den beiden zweispurigen Rennstrecken herangeschlurft. Sein Job beginnt anscheinend zur gleichen Zeit wie meiner. 

Wenn ich nachmittags gegen viertel nach drei (gelobt sei der Teilzeitjob!) auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung dann erneut aufs Innehalten des Heers der Feinstaubförderer warte, passiert erstaunlicherweise genau dasselbe: Der Bettler schlurft auf dem Mittelstreifen Richtung Ampel – ganz so, als käme er just aus seiner (späten) Mittagspause und nähme seine Arbeit wieder auf. Der schlurfende Humpler und ich: Wir sind offensichtlich verschränkt wie Zwillingstquanten, die der geisterhaften Fernwirkung unterliegen. 

Diese verblüffende Verbindung nahm ich monatelang als gegeben hin, ohne mich groß zu wundern. Wir haben halt beide einen 9-to-3-Job, dachte ich mir, nur halt in unterschiedlichen Branchen. (Und ich könnte nicht mal sicher sagen, wer mehr verdient.) 

Neulich aber verschob sich meine Nachmittagsankunft an der Mörderkreuzung durch Umstände, die hier nichts zur Sache tun, um mehr als eine Stunde. Es war also nicht viertel nach drei, sondern gegen halb fünf, als ich dort eintraf. Und welcher Anblick bot sich mir? Sie ahnen es: Der schiefe, bärtige Bettler schlurfte erneut auf dem Mittelstreifen Richtung Ampel. 

Kam er etwa gerade aus der Kaffeepause, die dann allerdings einen unzureichenden Abstand zum späten Lunch gehabt hätte? War vielleicht die geisterhafte Fernwirkung, die dafür sorgte, dass wir immer gleichzeitig an der Mörderkreuzung Alsterglacis/Alsterufer eintrafen, auf unheimliche Weise realer, als es die Naturgesetze erlaubten? 

Ich war verwirrt, ja fast verstört. Bis mir die Lösung dämmerte. Der fleißige Mann schlurfte nicht etwa nur zweimal täglich immer dann heran, wenn ich mich auf dem Fahrrad ebenfalls dem Ort des Wunders näherte, sondern absolvierte sein Schlurfen auf dem Mittelstreifen unablässig, den ganzen lieben langen Tag lang, immer hin und her. Wenn die Autoschlange zum Halten kam, humpelte er sie bettelnd ab, Wagen für Wagen, und wenn sie sich wieder in Bewegung setzte, schleppte er sich auf seiner Krücke zurück zur Kreuzung – wo er mir ins Blickfeld geriet. 

Es wäre demnach völlig egal, zu welcher Uhrzeit ich dort einträfe: Mir böte sich zuverlässig das immergleiche Bild, solange meine Arbeitszeit kürzer wäre als seine und von dieser zeitlich gleichsam umschlossen würde.

Der Mann arbeitete also hart, tagein, tagaus, wahrscheinlich sogar ganz ohne Mittags- und Kaffeepause. Dass ich ihm arglos solche Vergünstigungen unterstellt hatte, weckt nun in mir ein Gefühl der Scham. Von wegen 9-to-3 – wahrscheinlich 7-to-7! Wenn das mal reichte!

So war also dieses Rätsel gelöst. Doch seit einigen Tagen gibt es ein neues: Der Mann ist nämlich verschwunden. Weder morgens noch nachmittags taucht er auf. Wo ist er bloß – von seinem rumänischen Clan nach Lüneburg versetzt? Erkrankt, verletzt? Oder hat er nach jahrelangem 7-to-7-Einsatz an der Mörderkreuzung Alsterglacis/Alsterufer schlicht seine Schäfchen im Trockenen?

Ich weiß jedenfalls nicht recht, ob ich mich freuen oder sorgen soll. 
Eins aber weiß ich sicher: Diese Kreuzung ist nicht mehr dieselbe. 


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17 Januar 2019

Horrorszenario

Vom Elend des Boulevardjournalismus am Beispiel der Hamburger Morgenpost. 
Die Auswahl ist unvollständig. Sehr.





































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01 Januar 2019

Fundstücke (233)


Das neue Jahr hat sich anscheinend entschlossen, als schwarz-weißes in die Hamburger Geschichte einzugehen. Diesen Eindruck versuchte jedenfalls heute Mittag der Stadtpark zu erwecken. Wir werden das weiter beobachten.



Beim Kiezbäcker hingegen bleibt alles beim Alten – nämlich farbig und versaut. 



Dieser dahingeschiedenen Kiezratte, die wir heute Morgen an der Simon-von-Utrecht-Straße vorfanden, kann man nur eins hinterherrufen: Mit Astra wäre das nicht passiert. Oder noch schneller.




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