27 Juni 2013

Irgendwo in Sonstwowo


WLAN wird im Zentrum und an der Promenade von Swinemünde kostenlos angeboten. Hoffe ich wenigstens. Man muss sich nämlich erst mal durch seitenlange polnische Nutzungsbedingungen scrollen, ehe man am Ende eine von zwei unverständlichen Optionen anklicken kann. Kleiner Tipp: Die linke unverständliche Option führt zum Log-in.

Ob ich mich damit nun verpflichtet habe, mein Vermögen plus Ms. Columbo der Stadt Swinemünde zu überschreiben, werde ich möglicherweise bald erfahren.

Nach der sprichwörtlich schönen polnischen Frau hielten wir übrigens eine ganze Weile vergebens Ausschau. Ich vermutete schon den Export des Komplettbestandes in die Herbertstraße, doch dann sahen wir sie en passant doch noch, die sprichwörtlich schöne polnische Frau, und zwar auf dem Straßenstrich zwischen Swinemünde und Stettin.

Dort steht sie kurzberockt und upgepusht an Waldlichtungen, und zwar ohne jede sichtbare Infrastruktur. Meine Theorie, in der Bewaldung hinter ihr verfüge sie gewiss über eine gut getarnte Arbeits- und Verrichtungsstätte in Form eines Wohnmobils mit Waschmöglichkeit, blieb allerdings bis runter nach Stettin komplett unverifiziert.

Die Existenz polnischer Wildschweine hingegen konnten wir zweifelsfrei nachweisen. Beim Warten auf die Fähre nach Wollin etwa traten mehrere halbstarke Vertreter dieser schmackhaften Spezies aus dem Wald und orderten Futter. Eins versuchte gar einen Lkw zu entern, dessen Lenker so unvorsichtig gewesen war, die vorsorglich an Bord befindlichen Leckerli bei geöffneter Tür hinauszuwerfen.

Einen Tag später, im tiefen Wald zwischen Rewal, Kolberg und Sonstwowo, brachte gar eine Bache mit sechs Frischlingen den Verkehr komplett zum Erliegen. Mama musterte uns die ganze Zeit argwöhnisch, während die Kleinen sich nur für ihre Zitzen interessierten, darin dem Griesgraemer nicht ganz unähnlich.

Kommentare:

  1. Raoul01:55

    "WLAN wird im Zentrum und an der Promenade von Swinemünde kostenlos angeboten."

    Und damit ist Swinemünde immerhin 95% der deutschen Einbisfünfsternehotels einen großen Schritt voraus. #Telekom_hilft

    AntwortenLöschen
  2. "Man muss sich nämlich erst mal durch seitenlange polnische Nutzungsbedingungen scrollen, ..."
    Was denn, das steht da auf Polnisch? Frechheit!
    Inch

    AntwortenLöschen
  3. Das sagen Sie. Mir kam das völlig natürlich vor.

    AntwortenLöschen