22 Juni 2013

Fundstücke (175): Gammelschreib galore

Deutscher Apostroph, schwerer Apostroph. In praktisch allen Fällen liegt man übrigens richtig, wenn man ihn einfach weglässt. 

Längst grassiert sie landesweit, die Kompositadiskriminierung. Doch sie nimmt auch immer erschreckendere Formen an. Das mittlere Beispiel „Hand naht stich“ schockiert aber selbst einen hartgesottenen Kompositadiskriminierungsanprangerer wie mich. 

Wie hier alles, was der bedauernswerte Verfasser mal in der Schule gelernt hat, von dumpf- und widersinnigst angewandter angloamerikanischer Grammatik zerbröselt wird, das ist unfassbar. The walking Blöd! Wo soll das alles nur hinführen? 

Nun, wahrscheinlich zu einer evolutionären Retardierung ins Vormenschliche. Der folgende Kandidat hat das in einem raren lichten Moment anscheinend schon erkannt, auch wenn er das Animalische in sich noch mit einem Pluralis Majestatis zu kaschieren versucht, freilich vergebens:

Pointenlos geht es jetzt in die Heia. Ich brauche meinen Schön Heiz Schlaf. Außerdem hilft er zu vergessen.


Kommentare:

  1. Anonym08:34

    Ich habe noch nie verstanden, warum "AGBs" geschrieben wird..
    ES geht um allgemeine Geschäftsbedingungen- was soll da das peinlich drangeklemmte "s"
    Ganz zu schweigen von dem noch viel überflüssigeren Apostroph

    vielen Dank für diesen Blog übrigens- ich lese schon lange still die Anekdoten aus "meinem" alten Viertel mit...

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  2. Mich regt es auch immer total auf, wenn Leute von "KHs" schreiben!
    "KH" als Abkürzung für Kohlenhydrate, plus das "s": Kohlenhydrates?
    Was soll das bedeuten?
    Da werden wir auch immer zum Tier. Also ich.

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    1. Lange schrieb man wirklich nur KH. Bis Karl-Heinz kam und protestierte, weil er das KH bereits gepachtet hatte und Verwechslungen befürchtete. Man redete ihm gut zu, er solle zur Unterscheidung doch auf KHz ausweichen, was er aber strikt verweigerte. Auch deuteten die Kilohertz an, dass sie sich das nie im Leben bieten lassen würden. So blieb leider nur noch die die Lösung mit den KHs.

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    2. Eine bestechende Theorie, der ich nichts hinzuzufügen habe.

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  3. Mit Zwang’s Apo’strophen Ein ’Satz und Kompo’sita Ablehnung i’st der Höhe Punkt der ’Sprach Ver ’Schluderung bzw. Lau’sung noch lang net erreicht. Ich Fürch Te Da’s Wird Al Le’s Noch Viel ’Schlim Mer Bald Wird Man Auch Die ’Sil Ben Zu ’Sam Men ’Schmie Gung Nicht Mehr Er Tra Gen Kei Ner Lei In Ter Punk Ti On Mehr Zum Ein ’Satz Kom Men La’s ’Sen Und Je De In I’so La Ti On’s Haft ’Steck En De Ein Zel ’Sil Be Mit Al Ler Ge Walt ’Sub ’Stan Ti Vie Ren

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    1. Wahrscheinlich haben Sie Recht. Wie lange haben Sie gebraucht, um diesen Kommentar zu komponieren?

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    2. Keine Ahnung, ich kommentiere ja schon lange nicht mehr selbst. Das macht Lakshmi für mich, mein Inder. Dem sein Stundenlohn ist so lächerlich gering, dass er sich ruhig Zeit lassen kann.

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  4. Lakshmi klingt irgendwie nach Sashimi, aber das darf ich ja wieder nicht laut sagen.

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  5. vielleicht waren sie auch alle auf der antroposophenschule.... (huhu, füße hoch, der kam ganz flach).
    wunderbar in dem zusammenhang auch das "gerne" gehörte ABM Maßnahme... *hust*

    besten dank für die immer wieder schönen anekdoten. allerdings habe ich auch immer ein bisschen mitleid oder mitgefühl mit den verursachern solcher sprachverschönerungen. sie wissen vermutlich einfach nicht, was sie tun...

    liebe grüße,

    frau jule

    p.s.: und man verzeihe mir die dauerkleinschreibung, die generation internet hat mich verfault...

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    1. Na ja, Sie wissen wenigstens, was Sie tun.

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  6. Auch mit dem Deppenbindestrich (divis asini) lässt sich Unfug treiben:

    http://lottominati.de/2011/07/28/wwwmainzde/


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