12 Juni 2013

Die Qual der Wale

„Ich hätte mir damals, als ich am Fuße des Westerwaldes lebte, ja niemals träumen lassen, mal in einer Stadt zu leben, in der es Wale gibt“, sage ich versonnen beim Lesen eines Mopo-Artikels. In dem Text geht es um die Rückkehr der Schweinswale in die Elbe (wo sie dann umgehend von Schiffsschrauben zerstückelt werden).

„Ja“, sagt Ms. Columbo, „und das Beste: Es ist nicht Tromsø!“

Apropos Elbe: Sie ist ja andernorts gerade schwer im Gerede. Wenn man zynisch wäre, könnte man auch sagen: schwer im Kommen … 
 

Hier in Hamburg hingegen, so heißt es, wird die  Scheitelwelle des Hochwassers sich mit unmerklichen 40 Zentimetern Höhe Richtung Nordsee verflüchtigen; nicht mal die Schweinswale, die bisher noch nicht von Schiffsschrauben zerstückelt wurden, werden was davon mitkriegen.

Und weil das so ist, kann man hier in dieser Stadt auch mit dem Phänomen Regen so flapsig umgehen, wie es das Foto oben dokumentiert.


Morgen übrigens soll es schütten wie aus Kübeln, dabei wollen wir abends zum Frankenweintrinken auf den Gänsemarkt. Und dabei bleibt es jetzt auch, Punkt. Denn Menschen, die in einer Stadt leben, in der es Wale gibt, sind nun mal nicht aus Zucker.

Wohl sein!

PS: Nichts gegen Tromsø übrigens, alles bestimmt ganz super da!

Kommentare:

  1. Der heiter-ironische Umgang des Hamburgers mit den Wassermassen mag vernünftig sein, weitaus weniger vernünftig erscheint mir aber der Schweinswal. Sicher, er liefert dem Hamburger Anlass zu versonnen-ironischen Vergleichen mit der walfernen Jugendzeit, aus Sicht des Schweinswals ist es aber bestenfalls eine Win-Lose-Situation, wenn er mit baldiger Vermusung rechnen muss. Es sei denn, er hat einfach keinen Bock mehr und sucht den möglichst spektakulären Abgang. Dann muss ich konstatieren: gut gewählt, mein tranig-sanfter Freund!

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    1. ralf s, zum Glück ergeht es nicht jedem Hamburger Schweinswal so. Doch die Tatsache, dass es immer häufiger Unfälle mit den Tieren gibt, zeigt halt, dass die Art sich grundsätzlich wieder wohl fühlt hier – und das ist doch sehr positiv. Vor hundert Jahren gab es unzählige Schweinswale im Hamburger Elbeinzugsgebiet, doch der durch Wasserverschmutzung dezimierte Fischbestand ließ auch die Wale das Interesse verlieren. Jetzt ist der Fluss wieder sauber(er), und die Jäger sind wieder da. Aber die Schiffsschrauben halt auch.

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    2. Okay, verstehe. So kann das aber leider nicht bleiben. Da gutes Zureden den Schweinswal kaum abhalten wird, das Elbeinzugsgebiet aufzusuchen, bleibt wohl nichts anderes übrig als Schiffe verbieten. Zumindest die mit Schraube.

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  2. Da verweise ich auch mal wieder auf meine Lieblingsschlagzeile aus der Mopo. Als wir wieder mal einen Regensommer hatten und es so kalt war, dass an der Strandperle Glühwein ausgeschenkt wurde und es natürlich trotzdem rappelvoll da war, hat die Mopo getitelt: "Hamburg lacht den Regen aus."

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    1. Sie können hier kommentieren? Ich dachte immer … egal, Hauptsache, dass.

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  3. dat tinchen10:55

    Hach..was gäääääb ich doch, könnt ich auf St. Pauli sein.NIX is gemütlicher, wie dann im "Tippel" im Schaufenster zu sitzen, und die vorbei hastenden Leuz zu beobachten.:-) Ich BENEIDE dich. St. Pauli im Regen ist ein TRÄUMCHEN!! Und bald, ganz bald, bin ich wieder da!! <3

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    1. Das, tinchen, ist ein sehr guter Plan.

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  4. Tromsø ist super. Wirklich nette Leute da.
    Nur um diese Jahreszeit morgens um 4 bei strahlendem Sonnenschein aus der Kneipe zu kommen, ist gewöhnungsbedürftig. Also wegen dem Überangebot von Licht.

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  5. ich habe hier übrigens nach meinem umzug noch das ikea-hochbett "tromsø" zu viel. wie wär's, herr matt? damit könnten sie jede nacht in tromsø schlafen gehen und morgens in hamburg aufwachen...

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    1. Spitzenidee! Wenn ich nicht gebrauchten Betten grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen würde.

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