26 September 2006

Die Fundstücke des Tages (27)

1. Zweimal hintereinander springt mir eine Halbkugel Toffifee aus der Schale wie ein Champagnerkorken, zweimal muss ich sie vom Boden aufklauben, zweimal schmeißt er sich schier weg, der Franke, dessen Humorbereitschaft so ausgeprägt ist wie die Explosionsneigung von Nitroglyzerin. Diese Toffifees hängen aber auch fest in der Schale! Und dann urplötzlich nicht mehr! Direkt vom Festverwachsensein mit der Kuhle wechseln sie in den Aggregatzustand des von einer Sprungfeder abgeschossenen Gravitationsignorierers. Ich weiß schon, warum ich 70-prozentige Tafelschokolade mit ganzen Nüssen bevorzuge. Toffifee? Pah!

2. Eine Kollegin kommt am Flughafen Stuttgart nicht durch die Kontrolle, weil ihr Koffer verdächtig ist. Etwas darin sperrt sich gegen das Durchleuchtetwerden. Die Sicherheitsbeamten öffnen vorsichtig das Gepäckstück und holen ein seltsames Päckchen heraus. Es ist ein Geschenk ihrer Mutter: schwäbische Maultaschen, tiefgefroren.

3. Der Googler von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, der heute dank des Suchbegriffs „Bordelle in Sardinien“ auf meiner Seite landete, muss mahnend belehrt werden. Es heißt nämlich „auf“ Sardinien.

4. Der Berliner Manuel Dahmann komponiert aus mehr als 40 Einzelfotos kubische Panoramen: dreidimensionale Panoramabilder, die man in beliebige Richtungen erforschen kann. Faszinierend. Und er erklärt ausführlich, wie das überhaupt geht. Eine fantastische Seite – nicht nur, weil Dahmann auch in Hamburg tätig war. Eins seiner Motive, die er auf St. Pauli entdeckte: Herbertstraße, klar. Aber von außen. Noch klarer.

Alle bisherigen Fundstücke des Tages:
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, Oh, my Google!

Kommentare:

  1. ...und WENN die Toffifees, diese karamellenen Kuhaugen, dann doch den Weg in den Mund geschafft haben, richten sie dort weiter Unheil an: zwei Plomben, sag ich nur. Genauer gesagt Goldinlays, via Toffifee deinstalliert! Ich bin auch komlett durch mit denen.
    Das mit den Maultaschen macht Sinn, weil die ja hohen emotionalen Gehalt haben (Herrgottsbscheisserle), wie ich aus 10 Jahren Stuttgarter Exil weiß. Am nämlichen Flughafen mußte ich mal meine Bratsche auf Sprengstoff untersuchen lassen, und Dynamit als Bratschenkonnotation ist schon ein Bratschenwitz in sich....

    Toll, die fahrbaren Bilder!

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  2. Ich finde die Maultaschenkonrolle vollkommen korrekt! Wie man ja aus vielen mittelmäßigen Krimis weiß, ist die Tatwaffe oft ein gefrorener Eisklotz, der nach der Tat einfach zerschmilzt. Keine Waffe, keine Beweise.

    Allerdings stelle ich mir das Bedrohungsszenario im Flugzeug-Cockpit dann doch nicht ganz so einfach vor, schließlich kämpft der Terrorist gegen die Zeit - je heißer es wird, desto kleiner die Bedrohung. Und am Ende bleiben bei so einer Waffe kalte, nasse Hände, und keiner will einem zu dem evtl. doch gelungenen Coup gratulieren - bääh.

    Im Gegensatz zum Eisszenario könnte man Maultaschen bei den ABC-Waffen einsortieren, was nach meiner Meinung auch eher zutrifft. Schließlich geht mir einer Maultasche die "schwäbische Gefahr" einher - der Terror der roten oder der gelben Gefahr ist ein Dreck dagegen.

    Daher haben gerade die Stuttgarter Kontrolleure richtig gehandelt, als sie ihrer eigenen landestypische Waffe nachgingen.

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  3. Der große Vorteil einer Attacke mit gefrorenen Maultaschen liegt m. E. darin, dass man, wenn sie schiefgeht, wenigstens lecker was zu essen hat.

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