05 September 2006

Am Rand der Lawine

Wie viele andere Blogger erhielt ich heute einen kryptischen und handgeschriebenen Brief, dem zudem ein alter Autoschlüssel beilag. Sein Motto: „Hustle the sluff!“, was so viel heißen soll wie „Tritt die Lawine los!“ Na, das passiert ja wohl auch gerade.

Nur konsequentes Nichterwähnen des Schreibens hätte es verhindert, mich hier selbst zum Büttel dieses viralen Marketings zu machen, doch dazu ist heute zu wenig Bloggenswertes passiert. Ich verbreite das Virus also gewissermaßen aus Ereignislosigkeit.

Moralisch ist das natürlich verwerflich. Immerhin kann ich mir zugute halten, mit nur recht schläfrigem Interesse der Auflösung des Rätselspiels entgegenzublicken.

Das Ganze erinnert mich an einen hübschen Aphorismus von Werner Mitsch, den ich unlängst in den Kommentaren von brittbees Blog entdeckte: „Wer die Ursache nicht kennt, nennt die Wirkung Zufall.“

Auf durchaus ähnliche Weise kommt auch die heutige Bebilderung zustande. Sie zeigt die untere Ebene des Berliner Hauptbahnhofs, was immerhin den Bezug herstellt zum Lawinenlostreter (der in Berlin lebt) – und mit hinterfotziger Eleganz
noch mal verweist auf den Blogeintrag über Herrn Mehdorns gesammeltes Schweigen.

Und das ist auch gut so.

Ex cathedra: Die Top 3 der Songs über Briefe
1. „The letter“ von The Box Tops
2. „Black letter days“ von Frank Black & The Catholics
3. „An open letter to NYC“ von The Beastie Boys

1 Kommentar:

  1. Anonym22:30

    Ich verleibe mir heute den Begriff "hinterfotzige Eleganz" ein. Die Worte klingen gemeinsam so stilvoll diabolisch.

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