29 April 2007

Dresden (2. Tag)

In Dresden wurden drei weltbewegende Dinge erfunden: die Kondensmilch, der Büstenhalter und der Kaffeefilter. Zwei davon sind meiner Meinung nach völlig unnötig. Aber meine Meinung zählt ja nicht, auch nicht die zur Frauenkirche, wo wir heute einmal hineinlinsten.

Nichts gegen geniale Architektur, doch die penible Rekonstruktion eines komplett zerstörten Bauwerks scheint mir doch widersinnig. Diese Frauenkirche hier wirkt wie das Ikea-Modell der Frauenkirche: alles zu hell, zu pastellfarben, zu perfekt, zu 1:1. Klar kann man alles nachbauen, aber muss man das auch?

Ein Barockbauwerk wirkt nur durch seine Patina, also genau das, was dem Nachbau eines Barockbauwerks notwendigerweise fehlt. Ein Riesenposter des Originals hätte es deswegen auch getan.

Egal, interessanter ist eh, was ich abends zufällig auf zwei Fotos entdeckte, die ich vom Ausflugslokal Luisenhof aus geschossen hatte: ein rundes Objekt mit Kometenschweif (oben rechts undeutlich zu erkennen). Eigentlich hatte ich Kondensstreifen im Visier (mich faszinieren Linien und ihre Relationen zueinander), doch dieses Etwas hatte sich mit auf die Bilder geschmuggelt.

Weiß irgendjemand etwas von einem brachialen Einschlag in Sachsen? Bei Spiegel online stand jedenfalls nichts.

Kommentare:

  1. Lieber Matt, ich bin sehr froh und dankbar, dass Deine Internetverbindung auch in Sachsen zuverlässig funktioniert. Ich hatte schon befürchtet, während Deiner Abwesenheit ohne "Betthupferl" (Originalton Süd) schlafen gehen zu müssen. Hmm welche beiden Gegenstände könntest Du wohl meinen? Ich tippe auf Kondensmilch und Kaffeefilter, da ich nur schwarzen Espresso trinke? D'accord?
    Schöne Zeit in Dresden und herzlichen Glückwunsch an Ms. Columbo! Gaba

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  2. NEEIINN, lieber Matt, mein Kommentar zu Ihrer Reiseankündigung kam offensichtlich zu spät - Sie waren in der Frauenkirche...es beruhigt mich jedoch, daß Sie nicht in tranceartige Euphorie ausbrechen in Anbetracht dieser sinnlosen, Legoland-Soli-Verschwendung. Hässlich ist das Teil zudem auch noch.

    Übrigens, auch der Fernseher soll in Dresden von Herrn Ardenne erfunden worden sein. Und das Interessante ist - zu DDR-Zeiten konnte in Dresden kaum jemand einen Fernsehsender empfangen. Man nannte Dresden auch "das Tal der Ahnungslosen". Irgendwie habe ich bis heute das Gefühl... aber lassen wir das. Sie können ja zum Spaß mal einen "Eingeborenen" in ein Gespräch über alle Dresdner Erfindungen verwickeln...

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  3. Liebe Gaba, du liegst völlig richtig mit deiner Überlegung - bestätigt der Espressofan Matt ...

    Herr Elbkind, selbstverständlich kannte ich den Kommentar schon, doch wie man weiß, ist der Mensch nicht in der Lage, aus fremden Fehlern zu lernen; er muss sie selber begehen.

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  4. Bisher las ich hier gerne. Aber irgendwie bin ich gerade ein wenig getroffen in meiner West-Ost-Sachsenbrust. Halte mich mal noch ein wenig zurück, um zu schauen, welche Dinge hier noch erscheinen, um dann aber mit sowas von Wucht zurück zu schlagen. Beware of the saxony wonder!

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  5. Huh, ich zittere schon ... Und hoffe auf einen Rückschlag, der sich gewaschen hat. Denn niemand weiß besser als ich: Wer austeilen kann, muss auch einstecken können.

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