29 April 2007

Dresden (1. Tag)

„Lass uns am Montag zur PornNight in die DanceFactory gehen!“, rufe ich beim Anblick des abgebildeten Schildes in der Nähe der Semperoper erregt aus. Doch Ms. Columbos Begeisterung für diesen Vorschlag hält sich in engen Grenzen.

Sie verweist darauf, zufällig an diesem Tag Geburtstag zu haben, und an ihrem Ehrentag, vermutet sie schon jetzt, schwebe ihr hochwahrscheinlich ein anderer Ausgehwunsch vor, dessen meinerseitige Respektierung sie sich inständig erhoffe.

Dann eben keine PornNight.

Im Reiseführer hatte ich übrigens gelesen, Dresdner reagierten generell unwirsch, wenn man sich über ihren Dialekt belustige. Zunächst ergibt sich zur Verifizierung dieses Gerüchtes gar keine Gelegenheit. In der Innenstadt nämlich sind alle möglichen Dialekte zu hören, darunter Englisch und Bayerisch, aber kein Sächsisch.

Erst vorm Zwinger plötzlich das Erfolgserlebnis: Eine junge Mutter spricht mit ihren zwei Rackern, und zwar in einen überdeutlich von den hiesigen Umständen beeinträchtigten Zungenschlag. „Sogar diese Frau“, raune ich Ms. Columbo erstaunt zu, „hat einen Sexualpartner gefunden. Obwohl sie so spricht.“

„Du bist fies!“, schimpft Ms. Columbo und schlägt mir auf den Oberarm. So schaffte es Dresden gleich am ersten Tag, Zwietracht zu säen.

Kommentare:

  1. Die sächsischen Mitarbeiter der verschiedenen Bazi-NDienste sind übrigens ausnahmslos FC St.Pauli-Fans. In der Tatsache, daß sie so unverständlich kommunizieren, vermute ich übrigens gerade das Geheinmis ihres Erfolges in Sachen Fruchtbarkeit.

    Obwohl noch jung an Jahren, sind bereits alle irgendwo Vater oder Mutter. Bitte seien Sie und Ms. Columbo äußerst vorsichtig, vielleicht liegt es ja auch an der Luft ...

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  2. Das mit den Dialekten möchte ich ausnahmsweise mal überhört haben.

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  3. Wenn Sie schreiben, merkt man gar nicht, dass Sie eines der erwähnten ... äh, Idiome selber mächtig sind.

    Danke übrigens für die Warnung vor den hiesigen Gefahren der Sexualisierung trotz aller Hemmnisse, die ihr eigentlich entgegenstehen müssen.

    Die Aufmerksamkeit, die oben abgebildetes Schild bei mir hervorrief, könnte man bereits als erstes Anzeichen akuter Gefährdung deuten. Denn mal ehrlich: Auf St. Pauli hätte mich das einen Kehrricht interessiert, und zwar einen feuchten.

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  4. Wer weiß wie ihr Sexualpartner spricht. :-)

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