18 März 2010

Fundstücke (73): Lose Zusammengekehrtes

1. Auf den Toiletten des CCH ist der verchromte Spülkasten (Foto) so geformt und geneigt, dass er die untere Körperhälfte spiegelt – und dabei doch wahrhaftig die Größenverhältnisse ins Schmeichelhafte verzerrt. Frauen kriegen das wahrscheinlich überhaupt nicht mit.

2. Mein Ranglistenplatz auf der Statistikseite Bloggerei entsprach heute Abend exakt unserer Kabinennummer auf der anstehenden Ostseekreuzfahrt: 222. Was soll mir das sagen?

3. Die saumseligen Kommentare aus dem alten Blog bequemen sich übrigens peu à peu ebenfalls umzuziehen. Somit könnte ich alsbald erwägen, den Status quo ante komplett zu entfernen, doch irgendetwas hält mich davon ab. Ich warte erst einmal, ob Blogspot/Google auch tittenlastige Beiträge wie diesen auf Dauer unzensiert lässt.

4. Die Transen in der Schmuckstraße dürften seit heute tief durchatmen, denn endlich sind die Straßenbauarbeiten weitgehend durch. Das ordnungsgemäße Kobern ist nämlich eine geradezu unbewältigbare Herkulesaufgabe, wenn derweil Presslufthammer-B-B-B-Bernie in den Untergrund vorstößt und das Jaulen der Asphaltfräsen die stichhaltigsten Argumente übertönt. Doch jetzt wird ja wieder alles gut.

5. Ein großer Hamburger Verlag unterzieht freie Journalisten einer ganz besonderen Behandlung. Er bestellt einen Artikel zu einem bestimmten Honorar. Wenn auf der vorgesehenen Seite nun zur Freude des Verlags jemand eine viertelseitengroße Anzeige schaltet, kürzt er das Honorar für den bereits gelieferten Artikel um 25 Prozent, denn es wird ja auch weniger Text gedruckt … Im Klartext: Weil der große Hamburger Verlag plötzlich mit der Seite Geld verdient, spart er parallel am Honorar für den Journalisten. Wollte man die Begriffe „paradox“, „perfide“ und „schäbig“ gemeinsam definieren: Mit dieser Geschichte schaffte man es mühelos.

6. Es gibt einen neuen Bewerber um den Jil-Sander-Gammelsprech-Preis des Jahres. Auch er ist Modedesigner und heißt Wolfgang Joop. In der Zeitschrift Tush sagt der Mann Sätze wie: „Wir sind totally equipped und totally Opfer vom Equipment.“ Es ist vollkommen offensichtlich, dass der exzessive Umgang mit Klamotten bestimmte Synapsen beschädigt, die bei normalen Menschen das Babylon-Syndrom verhindern helfen. Es sollte allmählich Betty-Ford-Kliniken für so was geben.


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Kommentare:

  1. Anonym07:44

    Du posierst erst vor dem Spuelkasten bevor du dich ordnungsgemaess hinsetzt?

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  2. Sie setzen sich auf Toiletten öffentlicher Konzerthallen, die von Tausenden benutzt werden? Das sehe ich mit Sorge – und Respekt vor Ihrem Mut.

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  3. Nils die Maus08:48

    Bei Wolle Joop sind weniger die Klamotten, sondern mehr die höchstwahrscheinlich nicht mehr vorhandene Nasenscheidewand die Ursache solcher Sätze ...

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  4. Anonym09:32

    Zu 1.:

    Stimmt..., als Frau bekommt man das nicht mit..., denke ich. Denn ich kenne keine Frau, die sich rittlings (ob in der Hocke oder auch richtig sesshaft) auf ein Klo setzt zum pullern.

    Zu 2.:

    Nummernzufall :-) auch wenn es nur selten vorkommt. Sie sind mal wieder die Ausnahme.

    Zu 3.:

    Sag ich Nix zu.


    Zu 4.:

    Tief durchatmen, die Gefahr einer Staublunge zu erliegen ist gebannt. Wunderbar. Rauchige Stimmen dürften die Meisten dennoch dort haben. Aber heiser müssen sie nicht mehr sein.

    Zu 5.:

    Da stimme ich Ihnen einfach mal so zu.

    Zu 6.:

    Shit happens, in jedem Alter.


    Schönen Tag wünsche.

    Wiebke

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  5. Anonym10:04

    Zett said....
    zu 1:
    Ich kenne eine Frau die sich auf solch eine öffentliche Keramikschüssel hockt. Wenn sie dann zwischen ihre Beine schaut, könnte das einen Schock auslösen, da ihr Hinterteil eh schon nicht zierlich ist.

    zu 2:
    Da stellt sich die Frage ob die Statistik einen steigenden oder sinkenden Trend zeigt. Bei sinken würde ich über die Kreuzfahrt noch mal nachdenken. Ich würde sie vermissen.

    zu 3:
    Das wurde ich sehr begrüssen, da ich das innere meines Computers nicht verstehe und daher Ihren technischen Hinweis nicht umsetzen kann.

    zu 4:
    Das ist gut so. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Anbieter wie Kunde.

    zu 5:
    Einfach mies.

    zu 6:
    Alten Männern muss man mit etwas Nachsicht entgegen kommen.

    P.S.
    War denn das Konzert wenigstens schön ?

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  6. Joshuatree21:38

    Zu 5: Ich habe das auch schon von Freunden außerhalb der ehernen Medienmauern Hamburgs gehört. Erspare Ihnen aber einen Kommentar zu diesem Thema, um Sie bei Ihrem neuem Hoster nicht mal ansatzweise in Misskredit zu bringen. Er fiele nämlich recht derb aus.

    Schreiben jetzt alle nur noch anonym in den Kommentaren?

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  7. Joshuatree22:14

    btw: Matt, I totally underrated your feeling für Klamotten. Suche urgently eine neue Trousers (38/32) - bitte black und the vielen pockets - hat da Joop was in his showcase?

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  8. Joshuatree, nein, nicht alle kommentieren anonym, zum Beispiel Sie nicht … Danke auch für Ihre bilingualen Ausführungen inklusive der Information über Ihre Hosengröße.

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  9. der Zweite18:24

    Ich kommentiere sonst nicht, wollte aber nur mal ganz allgemein loswerden: Das hier ist der Platz to be! :-)
    (Zitat eines Jurymitglieds von Unser Star für Oslo)

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  10. Anonym22:57

    Zett said....
    zu 3:
    nix da !!!! nix gut !!!!

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  11. Anonym10:15

    Zett said....
    zu 3:
    Die ersten Kommentarumzüge gefunden !!!

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