15 Mai 2009

Wunderliches Frankenland

Im brutalstkatholischen Würzburg, wo wir auf Einladung des Maritim-Hotels das Wochenende verbringen, liegt nicht etwa eine Gideonbibel im Nachtschränkchen des Hotels, sondern – „Die Lehre Buddhas“.

Herrschaftszeiten, die Welt ist auch nicht mehr das, was sie mal war! Selbst in Franken nicht.

Der Rest hingegen präsentiert sich hier bislang exakt so, wie wir ihn uns dank jahrelanger zoologischer Studien des Hamburger Exilfranken vorgestellt haben: bier-, wein- und wurstfixiert.

Den mutmaßlich merkwürdigen Zungenschlag der Eingeborenen werden wir aber erst morgen im Rahmen einer innerstädtischen Exkursion detaillierter studieren können, denn unser Hauptgesprächspartner heute Abend war Österreicher.

Globalisierung: Selbst im brutalstkatholischen Würzburg ist das also kein Fremdwort mehr.


Kommentare:

  1. Religion, Opium fürs Volk.

    AntwortenLöschen
  2. Hochinteressante These … ;)

    AntwortenLöschen
  3. bislang wusste ich nicht, das die Lehren der geschassten Trainers der (gehassten) Bayern soweit nach Norden vorgedrungen sind....

    AntwortenLöschen
  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  5. Die Bayern werden Buddhisten - Gott sei's gedankt!

    AntwortenLöschen
  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  7. Mein Gott, kann denn nicht mal IRGENDWER den Marx richtig zitieren? Opium DES Volkes. Hat auch eine andere Bedeutung.

    AntwortenLöschen
  8. Und? Langweilen Sie sich ansonsten schön? Alte Mainbrücke übergangen? Residenz besichtigt? Festung erklommen? (Die empfiehlt sich übrigens vor allem Nachts. Mit ängstlichen Schritten vor auf die Mauern. Schauen und Saufen. Während die Stadt unter einem nur halb erwacht. Wunderbarer Blick! Und dann mit noch ängstlicheren Schritten zurück...) Na ja, Sie werden sich mit Wein getröstet haben, nehme ich 'mal an. Denn, wie hieß es einst so schön: WÜRZBURG, DAS WEINFASS AN DER AUTOBAHN... Cheers! (Hamburg kann echt schön sein, oder?)

    AntwortenLöschen
  9. aquiiinla, Würzburg liegt eher im Süden, sogar in Bayern, also genau dort, wo Herr Klinsmann versuchte seine Lehren zu verbreiten. Mit Erfolg, wie's scheint, was auch Herr Lucas Sünder dialektisch zu loben scheint.

    GP, ich finde es immer wieder süß, wenn Sie andere über Marx belehren. Und womit? … Genau.

    Frau H., zum Langweilen blieb vor lauter kulinarischen Vergnügungen keine Zeit – auch, weil wir so ziemlich das erledigten, was Sie abfragen. Ich mag Städte, die am Wasser liegen, von daher hat Würzburg schwer gepunktet an diesem Wochenende.

    AntwortenLöschen
  10. Matt, es ist ja auch eine leicht andere Aussage. Opium FÜRS Volk wäre ja eine aktive Benebelung des Volkes durch die Oberschicht. Während ja Opium DES Volkes aussagt, daß die Reichen ihr Rauschgift (Opium) haben und das Volk das seine (Religion).

    Eine Aussage, die sehr viel weniger klassenkämpflerisch wirkt und deswegen vielleicht auch ständig falsch zitiert wird...

    AntwortenLöschen
  11. Man muss es, glaube ich, symbiotisch sehen. Wenn das Volk sich mit dem Opium Religion über sein Ausgebeutetsein hinwegtröstet, ist es weit weniger gewillt, eine Revolution anzuzetteln.

    Die Herrschenden (= Reichen, GP) dürften daher wenig Interesse daran haben, diesen Zustand zu ändern. Denn je säkularer eine Gesellschaft, desto weniger autoritätsgläubig ist sie.

    AntwortenLöschen
  12. Das ist alles richtig, was Sie sagen. Natürlich. Ich sage daher auch nicht: Die Herrschenden haben laut Zitat ein Interesse daran, den Zustand zu ändern. Aber so verschwörungstheoretisch, wie das mittlerweile gebraucht wird, hat Herr Marx es nunmal nicht gesagt.

    AntwortenLöschen
  13. Joshuatree01:56

    Tschuldigen Sie die Unterbrechung: Der Begriff "Religion für das Volk" stammte von Lenin; die klassische Formulierung "Religion des Volkes" klar von Marx.

    Lenin war imvho ein knallharter Politiker, Marx ein Philosoph. Marx lebte vor Lenin.

    AntwortenLöschen