24 Mai 2009

Watermarked



Viele Rezensions-CDs gehen mir mit Wasserzeichen zu. Falls diese Musik also im Internet landen sollte, wäre sie bis zu mir zurückzuverfolgen. Meine „Karriere“ wäre zu Ende.

Solche CDs sind daher eine echte Belastung für meine Gemütslage. Verschenken kann ich sie nicht; man darf schließlich niemandem trauen. Und sie im Archiv zu haben, ist ebenfalls beunruhigend. Es könnten schließlich Einbrecher kommen, sie klauen und ins Netz stellen.
Und wer landete dann im Knast – die Einbrecher? Nein, ich.

Deshalb zerstöre ich solche CDs rituell: zuerst optisch, dann physisch. Und danach genieße ich die Freuden der Katharsis.

Paranoia macht manchmal richtig gute Laune.

Kommentare:

  1. Joshuatree01:23

    Sie benötigen dringend eine bessere Schere. Diese schien mir bei der rituellen Vierteilung der CD ein wenig stumpf zu sein.

    AntwortenLöschen
  2. Es muss mit einer gewissen Anstrengung verbunden sein, sonst ist es weniger schön. Außerdem wehren sich die CDs stets nach Kräften, und wer will es ihnen verübeln.

    AntwortenLöschen
  3. Der Akt des Zerschneidens erinnert mich mit mehr als leichtem Abscheu an das Fußnägelschneiden bei Patienten während meines Zivildienstes. Auch wenn dies schon geraume zeit her ist, weckt Ihr Videomitschnitt eine recht lebendige Erinnerung. Ob ich dafür danke, überlege ich nach massivem Schaudern noch

    AntwortenLöschen
  4. Anonym08:09

    und wofür der edding?

    AntwortenLöschen
  5. Das hat etwas beruhigend Technikfeindliches, eine im Hintergrund dominant aufgestellte Vinylplatte hätte das Bild vervollständigt. Und eine Verteilung via VHS Kasetten, statt auf youtube.

    AntwortenLöschen
  6. Schlenzalot, bitte informieren Sie mich nach Abschluss des Denkprozesses.

    Anonym, wer einzelne Elemente eines Rituals hinterfragt, gehört selbst hinterfragt.

    SebiBebi, eine Vinylbemusterung wäre großartig und enthöbe mich all jener Sorgen, die zu diesem Filmchen geführt haben. Doch die Zeiten sind vorbei, ein für allemal.

    AntwortenLöschen
  7. um ganz sicher zu gehen sollten sie die zerschnippelten cds verbrennen und die asche im hafen verstreuen...

    AntwortenLöschen
  8. Danke für den Tipp. Das würde die Komplexität des Rituals erhöhen – und wahrscheinlich auch den Grad der Katharsis.

    AntwortenLöschen
  9. Warum schicken Sie nicht einfach jegliche CD dieser Art der Vereinigung zum Kampf gegen Urheberrechtsverletzung? Und zwar per Einschreiben und so? Dann können Sie nachweisen, daß Sie die Sachen an eine vertrauenswürdige Einrichtung geschickt haben. Und vorher ein paar Kopien verbreiten. Das wirkt sich auf die Glaubwürdigkeit solcher Vereinigungen bestimmt positiv aus.

    AntwortenLöschen
  10. Übrigens bin ich ebenfalls gegen Urheberrechtsverletzungen.

    AntwortenLöschen
  11. Paras, das merkt man.

    Kommt die Hülle eigentlich ungeschoren davon?

    AntwortenLöschen
  12. Dieses Ritual tut mir in der Seele weh... ganz ganz tief in mir drin...

    AntwortenLöschen