26 Mai 2009

Fundstücke (49)

1. Großartig kieznaher Einfall der Haspa auf ihrer Onlineseite: Eine junge Frau im Hosenanzug und mit kokett aufgeknöpfter Bluse tritt lesend von rechts ins Bild, klappt die Zeitung zu, winkt uns lächelnd heran – und zeigt auf ihre Muschi! Der Haspa, immerhin größte deutsche Sparkasse und auch die Bank von Ms. Columbo und mir, hätte ich mehr Seriösität zugetraut. Trotzdem planen wir noch keine Kontokündigung.

2. Neulich auf einer Pressereise wollte ein Kollege nicht von einer Kollegin geknipst werden. Er blökte ständig etwas von „Zeugenschutzprogramm“. Ich glaube aber, er wollte einfach seinem Bierbauch eine breitere Öffentlichkeit ersparen.

3. Beim Spaziergang am Ostseestrand kam uns am Wochenende ein Herrchen entgegen, das seinen Hund originell anpflaumte: „Hoy, sei nicht anstrengend!“ Den Namen des Hundes fanden wir noch seltsamer als den Appell, ehrlich gesagt. (Die Transkription folgt der Phonetik; ich übernehme keine Garantie.)

4. Verkünde hiermit ex cathedra das kongenial paradoxe Lebensmotto für die Krise: asketischer Hedonismus. (Und stelle betrübt fest, dass Google bereits vier Fundstellen liefert. Kann man nicht einmal der Erste sein? In irgendwas außer „Gammelsprech“?)



Kommentare:

  1. Nils die Maus06:04

    Guten morgen!

    Tja, das Leben ist halt kein Ponyhof. Aber wie sicher können wir uns sein, dass die nette Dame der Haspa unter dem "Neu hier?"-Schild tatsächlich noch ein Stück Hose besitzt? Nicht, dass das Schild ursprünglich an anderer Stelle geplant war, es aber auf Grund eines schweinischen Fotografs/Regisseurs nun an diese pikante Stelle gesetzt werden musste?

    Aber evtl ist das auch alles völlig egal und ich versuche nach Ihrer neuen Lebensart zu fröhnen.
    Wobei sich beim Hedonismus ja schon fast wieder die Beiträge 1. und 4. treffen ...
    Das ist mir alles zuviel an diesem Morgen, auf geht's zum Lehrgang!

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  2. Zu 1.
    So ein Skandal. Ihre Idee hätte mal ein Werbefuzzi haben sollen, Sie Schuft, lockten mich doch tatsächlich von meiner Bank auf die Seite des IndividualkundenleistungsCenters. Hoffentlich können Sie die Werbung nun zumindest mit Kontoführungsgebühren verrechnen. Im Grunde steckt in der Zielgruppe Kiezmuschi ja wohl doch (und auch gerade in Zeiten irgendwelcher Krisen bei „Müllers hinterm Garten“) eine Menge Geld drin.

    Zu 4.
    Kann man. Sie stehen auf eins und auf zwei, wenn Sie nach sich selbst suchen. Ob Herr Dr. Gurgel da allerdings der patente Onkel ist, bleibt fraglich. Vielleicht erweist sich in dieser Hinsicht die Strategie aus 3. als probater. Mit normalen Vokabeln geht das aber auch, so stehen Sie beispielsweise mit Ignatiopharm nicht nur auf Platz 1, sondern gleich ganz allein da und werden in 0,11 Sekunden gefunden. Ist das etwa nix?

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  3. Nils, das Motto „asketischer Hedonismus“ funktioniert auch bei Lehrgängen, versprochen. Neulich erfüllte es seinen Zweck sogar bei progressiver Muskelentspannung.

    Hochverehre Frau Tante, diesen Erfolg verdanke ich natürlich nur Ihnen. Wie so vieles.

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  4. Normalerweise lese ich ja alle Ihre Artikel mit Begeisterung und bis zum Ende. Aber leider habe ich eine andere, unschöne Angewohnheit. Ich höre immer sofort auf, wenn ich das Wort „asketisch”

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  5. Ach, komm. Die Tante geht hier bloß spazieren. Was sie verliert, ist geschenkt.

    Dem Heiligengeistfeldstillleben verdanken Sie das. Und Ihren Eltern.

    Heiligengeistfeldstillleben ist wie wenn dem Kind der Schnotter aus der Nase hängt. Sie können wirklich nicht erwarten, dass irgendeine Tante einfach dran vorbeischlendert.

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  6. Seit einer dramatischen Bloglesung im gruseligsten Viertel Kölns (das liegt knapp neben Hamburg .... so global gesehen) weiß ich, daß es nicht nur Zeugenschutzprogramme, sondern auch Zeugenauslieferungsprogramme gibt.

    http://www.benefitz.de/?p=1398

    Der Taubenvergrämer gehört dazu. Jedenfalls bis zu seinem nahen Tod. Insofern kann ich zu 2. erwähnen, daß man als Nichtzeuge ratzfatz im Zeugenauslieferungsprogramm landen kann. Dann lieber fotografieren lassen. Oder so.

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  7. Frau Wandertante, wo sagt man eigentlich „Schnotter“? Mir als Hesse ist „Schnodder“ viel kommoder und auch objektiv gegenstandsnäher.

    Übrigens hätte ich nicht übel Lust, die üblen Machenschaften der Firma Ignatiopharm öffentlich anzuprangern und einen Internetflashmob auf die Beine zu stellen. Sind Sie dabei?

    CeKaDo, vielen Dank für diese köstliche Entdeckung!

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  8. Ach ja, Herr GP: Ich darf Ihnen so viel verraten, dass praktisch nichts von Belang mehr kam in diesem Beitrag, deshalb haben Sie kaum was verpasst. Das könnte man aber auch ganz generell über dieses Blog sagen, wie ich finde.

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  9. Tante05:56

    Nein, die wollen doch nur helfen. Lassen Sie uns bitte lieber eine iPharm gründen.
    Schnotter sagt man da, wo man die Nase dabei rümpft.

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  10. Auch eine gute Idee. Das Wort „Hühnerzüchter“ bedurfte eh schon seit längerem eines Updates auf „iPharmer“.

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  11. die windige junge dame zeigt auf den news-balken, der nervende hund hieß bestimmt "roy" und das letzte ist mir zu anstrengend. punkt.

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  12. Frau Wildgans, Ihre weltfremde Naivität bestürzt mich, und zwar zutiefst.

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  13. warum dann nicht "wildfremde Naivität"?
    ich lach mir`n witwenbuckel...
    wie schaffst du es nur immer wieder, dass es hier so gemütlich ist?

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  14. Der Buckel steht Ihnen aber nicht. Hören Sie also sofort auf zu lachen! (Sonst hole ich GP, der bringt Sie mit Sicherheit zum Weinen.)

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  15. höhö, typisch schwerverbrecherfestnahmenverpasser:-))

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