25 Januar 2008

Nomen est omen, aber nur zufällig

Einer wie Jérôme Kerviel, der 4,9 Milliarden Euro verschwinden ließ, sollte eigentlich nicht mittellos auf der Flucht sein, sondern wenigstens ein, zwei Milliönchen in der Tasche haben. Für schlechte Zeiten.

Es muss sich sehr merkwürdig anfühlen, jetzt, in diesem Moment, irgendwo auf der Welt klein und einsam in einer Hotelbar zu sitzen, mit Sonnenbrille auf der Nase und einem Mojito davor, und sich zu vergegenwärtigen, das fünffache Bruttoinlandsprodukt von Simbabwe in den Sand gesetzt zu haben.

Wahrscheinlich folgte Kerviel allzu bedenkenlos Will Oldhams nonchalantem Rat: „Bitte lieber um Vergebung als um Erlaubnis.“ Eine Verhaltensweise, die man aber nur dosiert einsetzen sollte – und in einer Kneipe der Hamburger Hell’s Angels schon mal gar nicht.

Der volltrunkene Volltrottel, der gestern dort hineinwankte und den Wunsch äußerte, „einmal Verbrecher zu sehen“, brachte damit die Anwesenden dazu, spätestens jetzt welche zu werden, und zwar zu seinen Ungunsten.

Trotzdem kamen er und Jerome Kerviel glimpflicher davon als der Fußballspieler Bekim Kastrati, dessen Schicksal eine lateinische Redensart aufs Bitterste zu bestätigen scheint. Scheint! Denn diese Redensart war, ist und bleibt natürlich abergläubischer Humbug.

Sonst dürfte sich
ja eine wie Kerstin Schlapper-Rammelmann überhaupt nicht mehr aus dem Haus trauen.

Foto: die Zeitung mit den vier Buchstaben

Kommentare:

  1. Nun, als Folge des universellen Globalismus, müssen wir alle ein Leben lang darauf eingestellt sein, umzudisponieren.

    Bei Herrn Kastrati steht ja nun erfreulicherweise einer Karriere als Kollateralsopran nichts mehr im Wege.

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  2. Wäre der nomen allerdings schon vorher omen gewesen, dann würde es sich ja zweifelsohne um eine Falschmeldung handeln... also hier vielleicht eine besonders schmerzhafte Form der selbsterfüllenden Prophezeiung?

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  3. dein_Koenig13:28

    Har Har. Wäre er in eine Parteizentrale gegangen hätte er die gewünschten Verbrecher zu Gesicht bekommen und die Chance, dass hinterher die Fresse dick wäre, ist deutliche geringer.

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