29 September 2008

Attentat in Kopenhagen

Wenn ich früher in fremde Länder und Städte reiste, suchte ich stets nach den besten Plattenläden und kam nach Hause mit einem Stapel Vinyl, der einen beträchtlichen Teil meines Reisebudgets verschlungen hatte.

Wenn ich heute in fremde Länder und Städte reise, suche ich noch immer nach den besten Plattenländen und komme nach Hause mit – nichts. Es gibt keine Plattenläden mehr.

Die ganze Woche über stromerten wir durch skandinavische Großstädte, ohne Erfolg. „Die Schuhgeschäfte sind auch öde“, sagt Ms. Columbo, „wenn dich das tröstet.“ Nun: tut es nicht.

In Kopenhagen scheint man übrigens auch die Qualität aktueller Modetrends zu missbilligen, wie die Schussverletzung der abgebildeten Schaufensterscheibe nahelegt. Irgendwie ist der Kapitalismus halt auch nicht mehr das, was er mal war.

Kommentare:

  1. Kein Wunder bei dem Muster und den Farben.....

    Was machen Sie, lieber Matt, wenn es noch nicht mal mehr CD-Laeden gibt?

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  2. hallo herr matt,
    ich freue mich oft darüber, dass ihr blog mitunter richtig lehrreich ist. so war mir bisher nicht bekannt, dass das dänische königshaus noch hofnarren beschäftigt und diese sogar ein eigenes fachgeschäft für berufskleidung in kopenhagen haben, denn darum handelt es sich ja wohl eindeutig bei dem von ihnen fotografierten shop...

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  3. Anonym10:13

    hmmm,
    da waren sie dann aber in den falschen ecken unterwegs. vom hauptbahnhof die vesterbrogade richtung frederiksberg kommt man auf 2km an 4 plattenläden vorbei. und damit meine ich explizit vinylläden....

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  4. Tja, aquiiinla, wenn es keine Läden mehr gibt, wo man Musik kaufen kann (und ich meine nicht die auf Aktualität getrimmten Abverkaufsstätten wie Saturn oder Mediamarkt), dann bleibt nur noch das unsinnliche Internet. Insofern danke, Anonym, für den Tipp. Beim nächsten Mal Kopenhagen wird der überprüft.

    Persönlich würde ich dieses karierte Etwas auch eher nicht tragen, Tommy, doch ich folge der Prämisse: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Das Attentat schien mir daher auch übertrieben.

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  5. German Psycho11:41

    Ich mag ja diese College-Retro-Modeerscheinung mit diesen karierten Pullis überm Hemd (plus! Krawatte) auch gar nicht. Es soll wohl mit dem braven Image spielen und es subtil ironisieren. Sowas klappt aber in der Mode nie, so wie überhaupt die Ironie häufig überbewertet wird.

    Mit den Schuhen ist es leider in den nordischen Ländern ähnlich wie bei uns: Viel zu wenig Menschen achten darauf, was sie über den Füßen tragen. Geklebte Billigsohlen, kein vernünftiges Fußbett, deckgefärbtes Leder: Das alles sieht man leider viel zu häufig. Daher bin ich nicht erstaunt über Ms. Columbos fehlenden Enthusiasmus.

    Der Schütze hat übrigens zuviele Filme gesehen. Ein einzelner Schuß in Herznähe ist viel zu unsicher. „Double-tap his breast and one in the head”, jedenfalls bei unbeweglichen Zielen.

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  6. … wie in diesem Fall: Das Ziel schien mir extrem unbeweglich, gerade auch wegen der fehlenden Schaltzentrale.

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  7. vierundachtzig19:51

    Wozu mehrfach schießen, wenn man doch einfach den Kopf abschrauben kann. Sicherer als jede Knarre.

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  8. Abschrauben? Nahezu wie im Fall Hitler vor ein paar Wochen in Berlin?

    Das Outfit Hemd+Pulli+Krawatte halte ich für manchmal recht ok - aber nicht in diesen Farben!

    Und ein einzelner Schuss ist manchmal ausreichend - kommt halt nur auf das Kaliber an. So ab 12,7mm reicht Herznähe ;)

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  9. Heintzer22:34

    Hr. Matt,
    Sie haben offensichtlich den richtigen Riecher für Plattenläden verloren, ich kann den Tip von "anonym" bestätigen, ich habe in einem der Vinylshops bei meinem letzten Besuch die halbe Urlaubskasse durchgebracht.

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  10. German Psycho10:55

    nilsdiemaus: Sicher, auch mit einer Schrotflinte Kaliber 12 kann man gute Ergebnisse bei nur einem einzigen Schuß erzielen.

    In der Tat ist natürlich die Kopfabschraubenmethode höchst effizient, ersetzt sie doch immerhin den Schalldämpfer. Der Attentäter ist somit ein Vorbild für die künftige Antiterrorausbildung.

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  11. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es momentan in so gut wie jeder europäischen Großstadt interessante Vinylläden gibt.

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  12. Dann verstecken sie sich vor mir. Wahrscheinlich weil ich Ms. Columbo dabeihabe. Schlechtes Karma.

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