04 Oktober 2008

Die Frage aller Fragen

Wahrscheinlich steht die Verpflichtung zu dieser Frage im Arbeitsvertrag sämtlicher Pennyverkäufer. Wer bei Penny an der Kasse sitzt, muss sie stellen, unabhängig vom Wert des Einkaufs oder der Reputation des Kunden.

Jeder vollendete Bezahlvorgang muss mit dieser Frage abgeschlossen werden, sonst Abmahnung. So weit, so gut. Als aber heute die Pennyverkäuferin dem Obdachlosen, der lediglich einen Tetrapak billigsten Rotweins aufs Band gelegt hatte, die in ihrem Arbeitsvertrag festgelegte Frage stellte, wurde das Surreale dieser Vorschrift doch sehr evident.

Sie blickte hoch zu dem Obdachlosen, der nach seinem Tetrapak griff, und fragte sie, die Frage aller Fragen.

Sie lautet: „Kassenbon?“

Der Mann schüttelte Kopf und Bart und ging hinaus. Genau wie ich wenig später, mit der gleichen Frage als Echo zwischen den Ohren – und vier Frühstücksbrötchen in der Tasche.

Vielleicht sollte man ihn sich wirklich mal geben lassen, den Kassenbon, und nachmittags mit einem angebissenen Brötchen wiederkommen: „Sorry, das war nicht gut, ich möchte es umtauschen, hier ist der Kassenbon.“

Eventuell nächsten Sonntag.



Kommentare:

  1. olaf09:08

    Die Frage aller Fragen lautet: "Warum ?" und wird genährt durch den kantigen Umstand, daß jede Antwort neue Fragen aufwirft.

    Das war das Wort zum Samstag um

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  2. dein_koenig10:35

    Brötchen bei Penny, gibts auf dem Kietz keinen Bäcker - oder nur zu Faul dahin zu gehen?

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  3. Eine Sorte dort ist fantastisch. Sie schmeckt uns besser als die Bäckerware.

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  4. Bei der Kaufmarktkette scheint die Frage "Waren Sie mit dem Einkauf zufrieden", bzw. leicht modifizierten Varianten im Arbeitsvertrag zu stehen.

    Ich konnte mir einmal die Antwort "Wenn ich diese Frage nicht bei jedem Einkauf beantworten müßte, ja" verkneifen. Mit einem Lächeln vorgetragen...

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  5. Stimmt, die Pennybroetchen sind wirklich sehr gut. Beim Brot happert es aber.

    Und mit abgebissenen Broetchen verhaellt es sich wie bei getragener Waesche. Vom Umtausch ausgeschlossen. Anders verhaellt es sich natuerlich im Fall einer Reklamation.

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  6. Hausmeisterin23:06

    Gerade bei Penny auf der Reeperbahn lohnt sich es immer, einen Blick auf den Kassenzettel zu werfen, denn die dort aufgeführte Summe stimmt sehr häufig nicht mit dem Preis an der Ware überein. Besonders krass ist es bei Biogemüse, da liegt die Fehlerquote bei ca. 80% und komischerweise immer zu Ungunsten des Kunden...

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  7. Arbeiten die da nicht auch mit Strichcode? Bei Gemüse stellen sie aber wahrscheinlich auf Handarbeit um, was die Fehlerquote natürlich erhöht.

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  8. Bei Penny finde ich die Taste "Tragetasche" herrlich. Die ist gefühlt doppelt so groß, wie alle anderen Tasten zusammen. Da scheint sich jmd öfter vertippt zu haben :D

    Ansonsten habe ich mir neulich eine Armbrust gekauft. Aber irgendwie habe ich keine Ahnung, was ich mit ner Titte am Arm soll!

    Ich könnte mir vorstellen, dass Sie diese komischen Ciabatta Brötchen, oder wie die heißen, von Penny meinen. Kosten 0,29 EUR das Stück, glaube ich. Die sind wirklich lecker.

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  9. Kaum geht die Woche los, schießen Sie die ersten Kalauer ab – recht so!

    Wir mögen die Roggenbrötchen am liebsten.

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  10. "Kaum geht die Woche los"?
    Nach meinem Befinden (welches gerade von "Absolut Zitrone" getrübt wird) ist gerade der Sonntag 37 Minuten alt ...

    Ach, die guten Roggenbrötchen. Ja, die sind auch nicht verkehrt. Aber diese Ciabatta-Dinger sind auch wärmstens zu empfehlen ...

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  11. Das ist ein alter Streit: Beginnt die Woche sonntags oder montags?

    Mir war just danach, sie sonntags starten zu lassen.

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  12. Genau.

    Einfach mal den Dadaismus in die Wochenplanung mit einfließen lassen!

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  13. vierundachtzig14:05

    @ Olaf:
    Die Frage ist nicht "warum?", sondern "warum nicht?"! Einer der besten Sätze überhaupt, die ich in letzter Zeit gehört habe, geäußert über so genannte Neue Musik, also das, was Komponisten aus der Klassik-Sparte fabrizieren, wenn ihnen nix G'scheits einfällt. Ist aber universell anwendbar und erklärt letztendlich sämtliche Absurditäten des Lebens. Amen.

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  14. olaf16:27

    Ja, philosophieren wir. Eine Antwort auf "Warum ?" wirft immer neue Fragen auf, die Antwort auf "Warum nicht ?" stellt meist nur eine: "Muß das auch noch sein ?" Erklärt aber tatsächlich die Absurditäten des Alltages besser. Diese Knorpel des Lebens.
    Wahrscheinlich ist sowieso alles egal.

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  15. Olaf, so ist es, ganz genau so. Das haben meine Recherchen soeben ergeben.

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  16. Anonym09:33

    Noch mal zur Ergänzung zur Anzeige im "Blickpunkt" (dort darf man ja nicht mehr posten): Die Marken Lonsdale oder Ben Sherman sind bei Nazis schon lange nicht mehr angesagt, was verschiedenste Gründe hat. Zum Beispiel dass sich Nazis inzwischen nicht mehr als Skinheads verkleiden, sondern als Autonome. Und weil sie lieber Thor Steinar tragen, dessen Erlös in rechte Kreise fließt (im Gegensatz zu Lonsdale oder Ben Sherman).

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