19 Oktober 2008

Kann man tiefer sinken?



Andreas und ich sind auf dem Weg in die Hasenschaukel (Foto). Wir laufen die Reeperbahn entlang und müssen jetzt nur noch die üblichen Hurenattacken überstehen.

Als wir flugs vorüberhuschen wollen, lösen sich zwei falkengleich aus der Reihe, stöckeln behende heran und – noch behender an uns vorbei. An zwei benachbarten Passanten – völlige Durchschnittstypen, wie ich sagen muss – erproben die beiden Huren stattdessen überraschend ihre Überredungskünste.

So nützlich das für unser Vorankommen Richtung Hasenschaukel auch ist, so sehr düpiert uns doch diese Ignoranz. Sehen wir denn plötzlich nicht mehr aus wie potenzielle Kunden? Wirken wir etwa sexu- wie finanziell nicht hinreichend potent?

Genug Gründe zum Grübeln, auch hinterher noch, beim Bier in der Hasenschaukel. Ja, verdammt, das macht uns zu schaffen. Von Huren ignoriert zu werden: Kann man tiefer sinken?

Gegen halb zwei geht es nach Hause. An der Reeperbahn paradieren sie noch immer. Wir nähern uns bang.

Und kaum erreichen wir die Koberzone, stürzen sie sich auf uns, halten uns fest, bedrängen und bequatschen uns mit diesen mädchenhaft tuenden Prostituiertenstimmchen, die all das signalisieren sollen, was diese Frauen in Wahrheit längst nicht mehr sind, im Gegenteil.

Und wir sind versöhnt mit diesem Tag.


Kommentare:

  1. Dein_koenig08:09

    Glück gehabt, es klappt noch.

    Wie kannst Du um halb zwei nach Hause kommen, wenn Du um 0010 gepostet hast? Oder mittags schon einen gekippt? Grins.

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  2. Ich würde eher vermuten, die Geschichte hat sich a Freitag zugetragen ...

    Die Huren nerven mich auch. Früher, wo die Reeperbahn noch etwas spannendes war, weil man nicht so oft da war, da war das noch quasi ein Erlebnis. Vor dem Hans-Albers-Platz scheinen die immer eine regelrechte Mauer errichtet zu haben. Mann muss an den Huren vorbei, um auf den genannten Platz gelangen zu können. Mittlerweile sehe ich immer zu, dass ich eine weibliche Begleitung im Arm habe, dann lassen sie sofort von einem ab ...

    Mein Gedanke wäre sonst noch, dass sie beide igrnoriert wurden, weil sie bekannte Gesichter waren/sind. Und warum sollen Huren sich nicht auch an Leute erinnern können?!

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  3. Nils hat Recht: Es war am Tag davor. Abgesehen davon: Man kann den Zeitstempel frei definieren. Beweiskraft hat er also keineswegs.

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  4. Sie haben es jetzt aber mit den Häschen.. Was ist Hasenschaukel nun wieder fürn Schweinkram, ich kenne nur Affenschaukel. Die trug ich früher am Kopf.
    Und wieso halten die Herren auf dem Bild Händchen? Sind es überhaupt Herren, das Linke, was trägt es auf dem Kopf? Eine Fliegermütze, eine Malerzeitung? Oh, ich sehe gerade, die linke Hand gehört gar nicht zum Hut. Und die Blonde in der Mitte, wovon spricht sie in diesen 20 Minuten?

    Sehr rätselhaft, was sich hier neuerdings in Ihrem Hoppelblog so tut.

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  5. Sie als bedingungslose Kaninchenanhängerin kennen die Hasenschaukel nicht …? Da kann man Ihre Skrupel ja kaum noch ernstnehmen.

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  6. Alter Hase21:35

    Eigentlich ist es wie immer, nämlich ganz einfach: Man isst nicht, was man ist. Und wie sagt der Franzose so schön: Loin des yeux, loin du coeur. Das gilt auch für den Hasenstall.

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  7. „Man isst nicht, was man ist“? Ja, darauf können wir uns einigen – Menschenfleisch soll sowieso eklig schmecken.

    (Aber bitte nicht Dr. Lecter fragen.)

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  8. Hehe, ja, die guten Damen sind schon manchmal ein wenig aufdringlich.

    Die Frau von einem Bund-Kameraden von mir hat mal eine von denen angepöbelt, weil sie ihren Mann angequatscht hat. Die plumpe Antwort der leichten Dame "Ich hab es nicht nötig, mich von die anmachen zu lassen" konterte sie bravourös mit "Und ich hab es nicht nötig, hier zu stehen".

    Fand ich sehr passend ;)

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  9. Bewundernswert schlagfertig. Respekt.

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