08 Oktober 2010

Some guys have all the luck



Mit A. im Komet in der Erichstraße. Er erzählte mir, was ihm vor einigen Wochen beim Open-Air-Kino im Millerntorstadion widerfahren war.

Er wollte zwei Karten zu je sieben Euro kaufen. Neben der Kasse lagen 15 Euro. Noch ehe A. seine Börse zücken konnte, nahm der Kassierer das herumliegende Geld und gab A. einen Euro zurück.

A. blieb stumm ob des unverhofften Glücks, weil er eh hüfttief im Dispo stand. (An dieser Stelle erlaubte ich mir zu sagen: „Gerade in Phasen der Armut erweist sich die wahre moralische Größe eines Charakters“, doch A. wandte irgendetwas ein, das semantisch auf „Papperlapapp!“ oder so hinauslief.)

Am Eingang zum Kino erhielten er und seine Freundin Getränkebons, weil die im Eintrittspreis (den sie nicht entrichtet hatten) eingeschlossen waren. Bevor der Film begann, verkündete der Sponsor O2 die Gewinnzahlen einer Verlosungsaktion.

A. schaute auf seine erschummelte Eintrittskarte und sah, dass er was gewonnen hatte. Er ging zum O2-Stand und sagte, er glaube, er habe was gewonnen. Ja, bestätigte O2, das stimme, und zwar einen Prepaidvertrag mit Blau.de im Wert von hundert Euro.

An dieser Stelle der Geschichte nippte A. an seinem Astra, mit sich und der Welt im Reinen. Ich rechnete kurz nach: Für einen Euro, den er versehentlich zurückerhalten hatte, waren er und seine Freundin in den Genuss eines Kinofilms, mehrerer Getränkebons und eines Prepaidgutscheins im Wert eines Hunnis gekommen.

A. hat diesen Abend im Millerntorstadion als sehr beglückend empfunden.

PS: Warum gerate ich eigentlich nie in die Situation, den Beweis für die wahre moralische Größe meines Charakters genussvoll schuldig bleiben zu können?


Kommentare:

  1. Das hat bestimmt etwas mit den Bauer und den Kartoffeln..... Sie wissen schon.

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  2. Ich weiß in der Tat, doch das trifft in diesem Fall überhaupt nicht zu. Wie hätte A., wenn Ihre Theorie zuträfe, wohl hüfttief in den Dispo rutschen können? Sehen Sie.

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  3. Anonym09:05

    Wenn ich mich recht entsinne haben sie den Beginn eines
    solchen Laufs doch letztens beim Bäcker abgewürgt.

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  4. Verdammt, Sie haben Recht!

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  5. Das Universum weiß einfach Bescheid über Ihre wahre charakterliche Größe und braucht deshalb keinerlei Beweise mehr, Chef.

    Bekomme ich am Wochenende vielleicht mal für eine Stunde frei? Ich müsste dringend Einkaufen, Putzen, zum Arzt, in die Apotheke, meine Mutter anrufen und zur Blutspende wollte ich auch noch.

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  6. Ich bitte Sie! Darum können Sie doch Ihre eigene Praktikantin bitten. Inklusive Blutspende.

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  7. „Ihr Kinderlein komet”, singt man ja auch.

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  8. Uh, der war so schlecht, dass ich wohl erfreut konstatieren darf: Sie sind auf dem Weg der Besserung!

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  9. Die Blutspende kann ich Ihnen übrigens gerne abnehmen, werte Frau Anna. Denn wie Herr Wagner zu Recht konstatierte: es geht voran.

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  10. Ha, das ist doch eine gute Nachricht, werter GP!
    Sie wollen nicht zufällig mein Praktikant werden?
    Sie würden es sicher nicht bereuen... Machen Sie einfach ein Kreuz in das Kästchen:
    ( )

    Matt, dass Sie jetzt voller Stolz die "Goldene Ehrennadel für 50 Mal Blutspenden in einer Woche" tragen, ist in etwa so verdient wie der Friedensnobelpreis für Bin Laden!
    Mehr sage ich dazu jetzt nicht.. Wegen akutem Eisenmangel habe ich leider keine Kraft mehr zum Schreiben...

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  11. So bedenken Sie doch: Sie DÜRFEN für mich Blut spenden! Nächste Woche machen wir die 100 voll, das Team vom Guinness Book of Records ist schon termingerecht bestellt.

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  12. Nochmal 50? Ich hab ja jetzt schon Anämie und seh aus wie die "Kameliendame".
    Also gut, bevor Sie Ihre Idee mit der Nierenspende wieder aufgreifen.. In dieser Sache gebe ich nicht nach!
    Diesmal nicht!

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  13. Seien Sie froh, dass ich mich wie eine Löwenmutter vor sie warf, als German Psycho das Thema „Ganzkörperspende“ ins Gespräch brachte!

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  14. GP wollte mich plastinieren?
    Das kann ich ihm nicht durchgehen lassen! Praktikant hin oder her!

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  15. Ach, Sie wissen doch, wie er ist.

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  16. Oh je. Jetzt muß der arme Praktikant wieder leiden. So sind sie eben, die Verbrechermethoden Ihrer Gangsterfirma. Wenn ich den guten L. mal zitieren darf.

    Ich hol dann schon mal den Rohrstock. Wusste ja nicht, dass wir das jetzt doch öffentlich tun, aber wenn Sie meinen.

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  17. Matt, ja, eben.

    GP. Nein, nein, nicht öffentlich! Hab mich hinreißen lassen, was für ein Fauxpas! Tun Sie einfach so, als wäre nichts gewesen...
    Codewort: Unartig.

    Matt, es gibt Dinge, die müssen Sie nicht wissen. Lesen Sie einfach weg...

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  18. Lalala. *pfeif* hier gibt es nichts zu lesen. Bitte surfen Sie weiter!

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