31 Oktober 2010

In der Hose des Hulk

Im Umkleideraum des Fitnessclubs ist mal wieder der Hulk zugange (Foto ähnlich).

Er ist oft da, und ich nenne ihn insgeheim so, weil dem Ärmsten von oben bis unten fußballgroße Muskelbeulen wachsen. Allerdings auch ein Bauch, der offenkundig nicht nur aus Muckis und Samensträngen besteht. Doch angesichts seiner furchterregenden Glatze und den auf seinem Körper verteilten feinsinnigen Tätowierungen (nackte Weiber) ist das natürlich eine zu vernachlässigende Kleinigkeit.

Auf dem Nackenwulst des Hulk könnte man übrigens problemlos einen Sauren abstellen, wenn gerade kein Tresen zur Hand wäre. Er sieht aus, als wäre er Zuhälter, Freefighter, Türsteher und Auftragskiller in einer Person (und wahrscheinlich kommt das der Wahrheit sehr, sehr nahe).

Machen wir uns nichts vor: Selbst die Hell’s Angels würden in seiner Gegenwart nur flüstern und betont harmlos unter sich gucken. Der Hulk steht also mitten in der Umkleidekabine des Fitnessclubs. Und er scheint etwas sehr Seltsames zu tun, nämlich sich mit der rechten Hand die Spalte zu kratzen.

Sie steckt jedenfalls rückseitig tief in seiner kurzen Hose (seinem einzigen Kleidungsstück) und vollführt vertikale rhythmische Bewegungen. Ein irritierender Anblick, der geradezu zu einem verstörenden wird, als der Hulk plötzlich die Hand rauszieht.

Denn sie hält ein Stück Papier, dass er interessiert mustert. Dann entsorgt er es.

Aus meiner Position konnte ich nicht erkennen, ob das Papier gewisse typische Verfärbungen aufwies. Zu gern hätte ich jedenfalls erfahren, warum dieser Trumm von Mann für eine Tätigkeit, der man gemeinhin jede Öffentlichkeit verweigert, kein blickdichtes abschließbares Örtchen aufsuchte.

Doch einen wie ihn fragt man so was natürlich nicht. Stattdessen guckt man betont harmlos unter sich.

PS: Übrigens, liebe Reeperbahntouristen, besteht momentan keinerlei Grund zur Nervosität: Gerüchte, heute Nacht würden die Huren umgestellt, entbehren jeder Grundlage.



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Kommentare:

  1. blogg-hittn-wirtin08:41

    Danke für den beruhigenden, auflockernd-entspannenden Nachsatz ... ich hatte schon begonnen, beim Lesen einen unschuldigen Eindruck durch unbeteiligtes "aus den Augenwinkeln Lesen" vorzutarnen. Vertikale Bewegungen mit dem Handrücken an der Stirn mach ...

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  2. Anonym08:50

    Ich vermute mal, er fühlte sich unbeobachtet. Also der Hulk. Bei so einer Statur dürfte der tote Winkel wahrscheinlich recht groß sein, so das er Sie schlichtweg nicht sehen konnte. Hätte er sie allerdings entdeckt, hätte das eventuell Ihren toten Winkel erheblich vergrössern können. Aber GP hätte sicherlich für eine adäquate Blutrache gesorgt. Insofern, seien Sie mutig und machen sie demnächst ein Foto des Geschehens.

    In stillem Gedenken an einen der besten Blogschreiber..

    A. Nonym

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  3. Wiebke09:47

    Guten Morgen Herr Matt!

    Irgendwie verstehe ich Sie, dass das verstörend auf Sie wirken mag, was der sogenannte Hulk dort trieb (rieb-mit seiner Hand). Immerhin wurde er fündig und es war nur ein Blatt Papier. Und Sie können froh sein, dass Sie nicht erkennen konnten, warum und ob dieses gute Stück verfärbt gewesen ist ;-) Wie auch immer.

    Dennoch, so selten sind diese Ausrutscher, bzw. Distanzlosigkeiten der Hulks (auch wenn sie nicht immer wie Hulks aussehen aber im Grunde doch einer sind) nicht.

    Meine Eine arbeitet auf einer Intensivstation in Hamburg und Sie glauben nicht, was manche Hulks dort treiben oder zu treiben versuchen, so sie nicht im künstlichen Koma sind.
    Mit Dingen, die in Ihnen stecken und eigentlich nicht zum Wohlbefinden beitragen. Und das unter Beobachtung, dessen sich Manche auch bewusst sind. Da sage ich nur *Autschn*... .
    Und da geht es nicht darum, sich Popel aus der Nase zu ziehen, die an der Magensonde klebten und diese dann genüsslich abzuschlecken.

    STOP, nun wird es ekelig. Also lasse ich das :-)

    Nun, verstörend wirkt da gar nichts mehr auf mich, nur komisch und nervend.Manieren haben immer weniger Menschen, ob im Fitnessclub oder auf der Intensivstation (was Beides ja nicht alltäglich ist).Obwohl ich denke, dass da oft keine Manieren, gepaart mit Dummheit zur Distanzlosigkeit führen.

    Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag, ohne große Fantasie, was meine nicht genannten Ausführungen betrifft.

    Herzlichst aus der Nachbarschaft!


    Wiebke

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  4. Verehrter Herr M. - Schlüpfrigkeitenbeitrag sehr unterhaltsam- das harmlos unter mich gucken brauch ich hier im Winzerland nicht- eher das wildwüste böse Lauffegerstarren-
    Gruß von Frau S.

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  5. Danke für den Beitrag. Bin demnächst mal wieder in HH. Hoffe, dass ich dann keinem Hulk begegne.
    Sabine

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  6. Sabine, die Chance ist klein.

    Frau Wildgans, Ihr „Lauffegerstarren“ müssen Sie näher erläutern (aber nur, wenn es jugendfrei ist).

    Verehrte Wiebke, ich habe meinen Zivildienst im Pflegeheim absolviert, mir können Sie GAR NICHTS mehr erzählen.

    A. Nonym, der Hulk stand mitten im Raum, er konnte sich kaum unbeobachtet fühlen. Ich glaube, solche Details sind ihm auch egal, in seiner Position.

    Frau blogg-hittn-wirtin, es freut mich, dass Sie so mitfiebern. Und Sie wissen doch: Am Ende geht es hier immer gut aus …

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  7. Hab beim Lesen betont harmlos unter mich geguckt.
    Weiß deshalb nicht, worum es geht und kann zum Thema leider nichts beitragen!

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  8. Anonym12:30

    Herr Matt, ich bin erstaunt. Zu Ihrer Zeit gab es schon Zivildienst? Die spiegelnde Glasscheibe der Schaufensterpuppe hat Sie doch anscheinend älter wirken lassen als gedacht. Oder vielleicht auch seriöser. Ich bin verunsichert.

    Mit besten Wünschen zu Allerheiligen.

    Ihr A. Nonym

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  9. Anonym22:45

    Falls das der selbe Hulk sein sollte, den ich öfter sehe (und es klingt schwer nach ihm), dann sind all die Berufsvorschläge weit ab von der Realität: er liefert Bier, und zwar in Fässern.

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  10. Noch nie etwas von „bürgerlicher Scheinidentität“ gehört? Außerdem: Was ist wohl in den Fässern …? Na?

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  11. Anonym23:58

    Ich hoffe: Bier. Falls nicht, oder nicht nur, dann stört der zusätzliche Inhalt nicht sonderlich den Geschmack, es sei denn, der Wirt ist ein Mitwisser und lagert bestimmte Fässer in einem speziellen Raum, auf dass sie nie an die Zapfanlage angeschlossen werden... Ja, nun sehe ich es vor mir.
    Wie bringe ich am besten mein Interesse an ebendieser Lagerform zum Ausdruck ohne gleichzeitig den Eindruck zu erwecken, ich sei auf irgendeiner Spur? Da muss es doch Code-Wörter geben?!

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  12. Samstagnacht in der Ritze: Dort werden Sie die Antwort finden, ich bin mir sicher.

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  13. Anonym18:56

    Hm, ist das so ein Männerding? Ich habe hier auch so ein Exemplar, das nicht weiß, wohin mit seinen Händen... Na, wenigstens hat der Hulk danach nicht freundlich "Gruß Gott" gesagt und die Rechte gereicht... Achso, vielleicht war es ja nur ein Arschfax... LG u4all

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  14. Anonym17:24

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