20 Januar 2009

Selbstjustiz ist eine Option

Dieses empörende Bild bietet sich in der Talstraße, welche die Reeperbahn mit der Simon-von-Utrecht-Straße verbindet.

Ein ganz normales Wohnhaus, wie es scheint – und dann das. Ich kann so etwas einfach nicht verknusen, da bin ich fast geneigt, die Davidwache zu alarmieren, die Bürgerwehr, die Schwarzen Sheriffs oder Schill.

Nein, das macht man einfach nicht, das zerstört unser ganzes Viertel. Es schadet dem Image von St. Pauli, es besudelt den Kiez. So kann das wirklich nicht bleiben. Was sollen die Touristen denken?


Müssen die uns St. Paulianer nicht allesamt für ordinäre, ungebildete Unholde halten, wenn wir so etwas widerstandslos zulassen? Und werden sie nicht auch mich und Ms. Columbo automatisch in Sippenhaft nehmen für diese widerliche Entgleisung?

Nein, bei so etwas Ekelerregendem kokettiere sogar ich – obwohl gemeinhin die Friedenstaube in Person – mit Selbstjustiz, tut mir Leid.

Und deshalb muss er einfach weg, besser gestern als gleich – dieser unerträgliche Deppenbindestrich in „Sex-Kino“.

Kommentare:

  1. Anonym00:40

    Ach, Herr Matt, warum so genau? Auch der Schildermaler will verdienen und so ein zwar sinnloser Bindestrich bringt auch den einen, oder anderen Euro in den Geldbeutel des Schildermalers. Viel schlimmer hätte ich es gefunden wenn vor dem Wort Sex-Kino noch Otto´s, oder Kalli´s (rein theoretische Namenswahl) gestanden hätte.

    Und mit, oder ohne Bindestrich mann, oder frau weiß doch was gemeint ist. Ich fürchte die korrekte Schreibweise ist den BesucherInnen dieser Stätte eh ziemlich egal. Sie kommen mit, oder ohne Bindestrich.

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  2. Nils die Maus06:01

    Dem Schild nach zu urteilen, scheint es schon ein wenig älter zu sein, oder?! Aber gerade dann hätte es ja korrekt geschrieben sein müssen ... Trotzdem fragwürdig, wieso jemand auf die Idee kommen sollte, dieses Wort zu trennen.
    Naja, mit diesem Eintrag bekommen Sie wieder ein paar Treffer mehr bei Google, da das Hauptschlagwort ja enthalten ist, sie Schelm, sie ;)

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  3. Waren Sie mal drin bei den Deppen?

    Nein? Da zieht man sich am besten eine blecherne Unter-Büx vorher an, keine normale Fick-Staude ...

    Ich da mal für meine Studien. Gleich an der Tür steht ein splitter-nackter Opa.

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  4. Öhm, welcherart Studien waren das eigentlich …?

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  5. ich hoffe, man erwischt Sie nicht bei einer Nacht und Nebel Aktion (und hier komme ich an meine persönlichen Bindestrichgrenzen - Mit oder ohne?).

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  6. Ich war in dem Laden mal mit einem schwulen Tanzlehrer, wir haben dort Kokain konsumiert. Leider keine ähnlich aufreizenden Transen (wie im Moon Doo) in der Nähe, so daß ich außer Drogenkonsum keine weiteren, äh, Höhepunkte erlebte.

    Aber ich muß mich mal ganz ENTSCHIEDEN gegen diese Deppenbindestrichkampagne verwahren. Bitte, bitte, lieber Matt, hören Sie mit diesem Unsinn auf! Sie bringen Leute dazu, zukünftig „Sex Kino” zu schreiben. Das ist nämlich der einzige Erfolg dieses unsäglichen Feldzugs.

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  7. Nacht-und-Nebel-Aktion, Opa Hannes. Es handelt sich ja um die Aktion, bei der man ihn nicht erwischen soll, nicht etwa um die Nacht.

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  8. Nunja, ich bin ja auch kein Freund des Bindestrichs. Wenn man sich aber die Funktion dieses Zeichens in Kleists "Marquise von O." anschaut, dann wird ein Schuh draus: "Sex - Kino", das soll viel mehr sein als nur ein schnöder Deppenbindestrich, das soll optisch auf die zukünftige Erektion einstimmen. Besonders raffiniert: Der Bindestrich ist nur halb erigiert, klar, die eigentlichen Freuden warten ja drinnen. Im Sex Kino.

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  9. nackte opas im strich(er)kino? gut, dass ich ende des jahres aus der talstrasse weggezogen bin...

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  10. Ich bin ja kein Sprachwissenschaftler, aber was ist da jetzt falsch dran? Siehe

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  11. So sehr ich Sie in Ihrem Kreuzzug gegen dämliche Rechtschreibfehler unterstützen möchte, aber was ist daran "richtig" falsch?

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  12. Ach der Kampf gegen die Dummheit ist ein Kampf gegen Windmühlen.

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  13. Empörend! Schmutzig! Blutig!

    Widerlich! Klebrig! Verstörend!

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  14. Ganz genau! (Und zwar jedes einzelne davon.)

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  15. Hach, Opa!
    Ich rufe laufend an und erreiche Dich nicht, weil Du aus lauter Gewohnheit nackt vor der Gartentüre stehst.

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  16. Meisterlich versteht Herr Matt es einmal mehr seine Leser bis kurz vor dem Schluss in die Irre zu führen.

    Und ja, diesen Unholden muss Einhalt geboten werden. Kämpfen Sie dafür Herr Matt ;)

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  17. Gottseidank gibt es hier noch die Nils die Maus!

    Alles lauter Studien Anfänger sonst oder scheintote Grufties.

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  18. Wahrhaftig - ein Schandfleck. Leider einer unter vielen, was seine Widerwärtigkeit jedoch kaum relativiert.

    Anscheinend meinen viele Menschen, ein solcher Strich würde lange Wörter übersichtlicher gestalten. Und zugestanden: "Sexkino" - schon ein Buchstabensalat. Eine Artikulationshürde sondergleichen.

    Und um ihren Kunden diese Schwierigkeit zu ersparen, gehen diese schamlosen Menschen buchstäblich auf den Strich.

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  19. Sie bringen es auf den (Strich-)Punkt.

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  20. Also, dass eine Grüne-Tonne falsch ist (es sei denn, sie gehört Familie Grüne), ist mir klar, ebenso wie "Sex Kino". Aber für mich als Nicht-Sankt-Paulianer ist der Begriff Sexkino ungewohnt. Wenn also jemand ein Kino betreibt, in dem es aber nur Sex-Filme (Sexfilme???) zu sehen gibt und das entsprechend hervorhebt, sehe ich daran nichts Sträfliches, das ist doch höchstens eine Geschmacksfrage. Ansonsten müssten wir ja wie die Schweizer alles zusammenschreiben: Schweizergarde, Schweizermesser, Schweizerdeutsch...

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  21. vierundachtzig, selbstverständlich heißt es „Sexfilm“. Warum in alles in der Welt sollte jemand auf die absurde Idee kommen, dort einen Bindestrich zu implantieren? Es sei denn, er möchte das Wort FILM außergewöhnlich betont haben, etwa im Gegensatz zu einem Sex-BUCH. Scheint mir aber in diesem Fall nicht gegeben zu sein.

    Und selbstverständlich wird „Schweizerdeutsch“ oder „Schweizergarde“ zusammengeschrieben, warum sollte das anders sein? Da sind wir Deutsche zum Glück ganz bei den Schweizern … ;-)

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  22. Aber Schweizergarde ist doch nur ein feststehender Begriff nach schweizerischen Schreibregeln, oder gibt es bei Ihnen eine Hamburgerpolizei? ;-)
    Beim Sexkino haben Sie wohl Recht, ich bin wahrscheinlich auch schon bind-estrich-verse-ucht. Auf zur Selbstjustiz!

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  23. Klar, die Hamburgerpolizei kümmert sich darum, wenn McDonald's zu wenig Zwiebeln auf die Klopse kippt. Haben Sie das nicht bei Ihnen? Traurig.

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  24. Habe mit Schrecken festgestellt, dass die, die es eigentlich besser wissen müssten als ich, auch infiziert sind. Andererseits nimmt es tagesschau.de sowieso nicht so genau mit der Rechtschreibung. Meine tränenden Augen erblickten soeben Folgendes zum 80. Geburtstag der Vatikanstadt:
    "Für die Sicherheit sorgen eine eigene Armee, die SCHWEIZER GARDE in ihren farbenprächtigen Uniformen sowie die Vigili, die päpstliche Gendarmerie."

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