04 August 2007

Schrei nach Liebe

Wahrscheinlich hattet auch ihr heute diesen infamen Prospekt des Deutschen Atomforums im Briefkasten, der meinen Tag kontaminierte.

Darin jammert die Atomindustrie uns einen vor: Sie fühlt sich missverstanden, zu Unrecht ungeliebt. Außerdem listet sie fünf Gründe auf, weshalb sie der wahre Klimaschützer sei.

Nur eins kam in diesem rührenden Schrei nach Liebe schamhafterweise nicht vor: Plutonium.

Deshalb hier kurz eine Ergänzung, damit der Prospekt auch vollständig ist: Die ungeliebten Klimaschützer produzieren tagtäglich das tödlichste Gift der Welt, ohne auch nur den Schimmer einer Ahnung zu haben, wo es am Ende hin soll.

Sie produzieren das tödlichste Gift der Welt und halsen es einfach unseren Nachfahren auf, und zwar für die nächsten 24 000 Jahre – also fast zehnmal so lange, wie die gesamte bisherige Geschichte der menschlichen Zivilisation andauert.

Mal ehrlich, ihr armen ungeliebten Klimaschützer: Dann. lieber. Klimawandel.

Kommentare:

  1. Ganz dickes Ausrufezeichen

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  2. Olaf15:50

    Von mir auch. Sogar zwei.
    Abgesehen davon verschwinden jedes Jahr unter der Aufsicht der IAEA weltweit einige Kilogramm von dem Zeug und kein Mensch weiß, ob das nun Rundungsfehler(! was ist bei diesem Material und seinen Eigenschaften überhaupt am Gewicht zu "runden" ?) sind, ob es an der weltweiten Buchführung liegt oder tatsächlich etwas außer Kontrolle geraten ist.
    Wenn es heutzutage möglich ist, daß in Japan "Fachleute" in weißen Anzügen mit weißen Hüten soviel nukleares Material zusammenpacken, daß es die kritische Masse erreicht (ist etwa zwei Jahre her) und quasi eine Art nukleare Verpuffung losgeht (natürlich hat auch hier "nie" eine Gefährdung der Bevölkerung bestanden - was soll das auch sein ?), dann wird mir regelmäßig schlecht, wenn ich an Plutonium denke und seinen Verbleib in der Welt. Immerhin ist der Name passend. Es geht dabei auch nicht um Disneys Pluto.
    Und was die Sicherheit dieser Technologie angeht - das, was wir für "Wissen" halten, ist eben nicht mehr als der letzte Stand unwiderlegten menschlichen Irrtums.

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  3. Joshuatree21:10

    Boah, muss das eklig sein, eine solch verlogene Broschüre mit diesen naiven Uraltmotiven zu machen. Ich spreche damit die sog. "Kreativen" an, die für solchen Unfug ihre Seele verkaufen müssen.

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  4. Zur Wirkung von Plutonium: Schon wenige Mikrogramm verursachen SICHER Krebs. Ein Mikrogramm ist der einmillionste Teil eines Gramms.

    Mit nur einem Kilo Plutonium könnte man rund ein Sechstel der Weltbevölkerung töten.

    Und die haben schon Tonnen von dem Zeug, und wissen nicht, wohin damit – aber wollen geliebt werden. Eklig.

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  5. Joshuatree22:56

    So zornig habe ich Sie bisher kaum erlebt, Matt. Was ich übrigens sehr sympathisch finde und auch berechtigt.

    Alle kennen die Fakten oder könnten wissen, wenn sie wollten. Sich aber wissentlich Fakten zu verschließen und sie zu negieren - das war meine Kritik an der käuflichen Kommunikationsagentur. Sie wissen, ich hadere ein wenig mit meiner Branche ...

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  6. Abgesehen davon daß zu ergründen wäre, ob
    Kreationisten/Papstandenlippenhänger oder Darwinisten
    Recht hätten.
    Mammon, Gott Mammon hat sich derer bedient, um uns
    mit diesem Segen per Pinselquaste abzuspritzeln.
    Wir merken es doch schon garnicht mehr.

    Millionen und Abermillionen der jeweils gültigen Währung
    werden bei den, und durch die Schwaben verbuddelt.
    Weil ein ehem. Bürgermeister von Leipzig
    (was war der vorher? siehe WIKI))
    und H. Mehdorn (siehe WIKI) und dann noch der Stadtputzete-
    Oberbürgermeister von Stuttgart Wolfgang Schuster. (WIKI)
    sich und ihre Getreuen bedienen möchten.

    Plutonium? Eyh, das braucht man. Hast Du Probleme?
    Kannst Du kaufen wenn Du Kohle hast. Hast Du Kohle?
    Kaufst Du Plutonium, brauchst Du keine Kohle mehr.

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  7. Olaf18:29

    Joshuatree -
    wenn die Werbeleute, die diese Motive gebastelt haben, heute etwa dreißig Jahre alt sind, wäre das ca. Jahrgang 1975. Als die Atomdebatte lief, da war die Generation Golf so etwa 10 bis 15 Jahre alt.
    Was erwarten wir ?
    So bitter das auch ist. Blärch*.
    Das ganze scheint sowieso eher das Niveau eines Posterkurses im Dritten Semester Oberstufe zu haben.

    (* = Laut des Unmuts)

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  8. Anna19:51

    Blärch??? Lach*.

    (*= Laut des Frohmuts)

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  9. Olaf18:40

    Frau Anna,
    ja, lachen Sie ruhig - das geht alles von Ihrer Zeit ab (ist nicht von mir, aber gut).

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  10. Anna19:37

    Herr Olaf,
    das ist von Dieter Nuhr, aber wirklich gut.

    Geht das von meinem kümmerlichen 22 einhalb Stunden ab? Oder von den 44 Jahren Fußweg nach HH?
    Ist das jetzt gut oder schlecht?
    *Harumpf.

    (= Fragelaut)

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  11. sacrebleu!19:38

    *meinen

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  12. Olaf20:21

    Frau Anna,
    das geht von Ihren 44 Jahren ab, dann sind Sie eher da !
    Das wäre doch etwas. Oder nicht ?
    Zum ersten Mal kommt mir übrigens der Gedanke, daß Sie vielleicht gar nicht hier in Hamburg wohnen, leben, hausen .
    Ja - das hat gedauert, ich weiß.
    Aber Hamburg ist nun einmal der Nabel der Welt.
    Sozusagen der Ausgangspunkt (Ich habe einen wüsten Tag hinter mir).

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  13. Anna vom Arm der Welt20:32

    Herr Olaf,
    ich muss mit Ihnen jetzt einmal nett Tacheles schreiben, reden ja nicht, denn ich bin ja nicht da.

    Natürlich wohne ich nicht in Hamburg, was ich ungefähr 200.000 Mal geschrieben habe, aber wohl immer noch einmal zu wenig!
    Mein Fehler!
    Erschwerend kommt hinzu, dass ich oft Ernst und Scherz vermische und dann keiner mehr weiß, wo was ist und warum.
    Ja, Hamburg ist definitiv der Nabel der Welt, Ausgangspunkt wüster Tage, wie Ihrem und auch Schauplatz wildester Attraktionen, wie der Reeperbahn, aaaaaaaaabbbbbber:
    nicht alle Menschen können im Nabel wohnen, der würde ja sonst auch wegen Überfüllung geschlossen.
    Kurzum: ich wohne am Arm der Welt! Nicht im Nabel, was ich sonst auch, aber gerade heute sehr bedauere.
    Und somit: 500 km weg stimmt.

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  14. Olaf11:14

    Frau Anna,
    wenn Sie auf den A... der Welt anspielen, so ist das Loch dazu im Gewerbegebiet von xxxxx Daun in der Eifel.
    Glauben Sie es mir einfach.
    Ich hoffe inständig, daß Sie dort nicht wohnen oder leben müssen. Wegen der 500 km von Hamburg entfernt.
    Ich war vor längerer Zeit dort.
    Es gibt Dinge, über die man zugunsten des Wohlergehens der Menschheit schweigen muß.

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