28 Juni 2006

Zwischen den Spielen

Ein bewölkter Tag bedeckt die Stadt wie ein altes schlaffes Haarnetz. Auf dem Mittelstreifen der Reeperbahn sterben die ersten frischgepflanzten Bäume schon wieder ab.

Ich starre ins Halbdunkel der Zimmerecke, zu keinem Gedanken fähig. Was tun? Keine Ahnung.

Dort steht er, dieser große Kasten. Es ist der Fernseher, ein graues, graues Nichts. Er ist aus. Klar. Denn es läuft … kein Fußball.

Die Weltmeisterschaft macht Pause.
Und das Schrecklichste: Auch morgen noch.

Kommentare:

  1. naszkatze15:01

    Ich habe auf einmal keinen Grund mehr mich mit meinen Freunden zu verabreden. Denn was tun ohne dass man zusammen Fussi guckt? Etwa miteinander reden? Worüber? Ich bin auf Entzug.

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  2. Wir verstehen uns.

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  3. Anonym22:07

    Haha, ging mir ähnlich. Aus dem Loch, in das ich nach der WM falle, kann mich wohl nur das Robbie Williams Konzert eine Woche später rausholen...

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  4. Was soll bloß aus uns werden... danach.

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  5. Vermutlich sterben die frischgepflanzten Bäume auf dem Mittelstreifen der Reeperbahn nicht wegen des Wetters ab, sondern weil sie täglich von den Stoffwechselprodukten tausendensder übergeschnappter Fußballfanatiker überdüngt (vulgo: angepisst) werden.

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  6. Eine Theorie, die man durchdenken sollte. Aber stellt man sich wirklich auf einen schmalen Streifen zwischen zwei je zweispurigen Straßen, um seinen Pullermann zu schwenken? Normalerweise führt eine gewisse Restscham dazu, dass Männer mit Überdruck sich in die Seitenstraßen schlagen, um dort an Häuserwände zu pinkeln. Das weiß ich als Seilerstraßenbewohner aus leidvoller Erfahrung.

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