18 Februar 2009

Ein Trampel namens Trümpler

Die Weltregierung hat’s entdeckt und beurteilt es recht nachsichtig als „unbedarft“. Man könnte aber auch von rumpeldumm sprechen.

Der Nixmehrmerker Erik Trümpler von der Hamburger Morgenpost erkor nämlich heute einen komplett hirnlosen Kalauer zur Überschrift seines HSV-Artikels.

Im Text geht es um Gras, genauer gesagt: um etwas so Bedeutendes wie die schlechten Platzverhältnisse im holländischen Nijmegen.

Und obendrüber steht allen Ernstes: „Rasen-Schande“ …

Nur ein kleines s unterscheidet also des Trampels Trümplers Überschrift von einem der fürchterlichsten Nazipropagandabegriffe überhaupt. Er sollte sexuelle Kontakte zwischen Deutschen und Juden als verderblich verdammen. Diese Nazihetze namens „Rassenschande“ schien Trümpler gleichwohl bestens geeignet, um damit launig herumzukalauern.

Oder wollte er so subtil auf die jüngsten rassistischen Ausfälle von HSV-Fans anspielen? Dann nähme ich das „rumpeldumm“ zurück.

Das „hirnlos“ trotzdem nicht.


Kommentare:

  1. Öhm, als mir fällt da als erstes die Assoziation zu "Riesenschande" ein. Auf den Bezug zu "Rassenschande" wäre ich nie gekommen. Ist das nicht ein bisschen sehr weit hergeholt?

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  2. Anonym07:45

    @kiki: beides gleich weit. 1 buchstabe.

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  3. „Riesenschande“ ist als Begriff nicht einmal etabliert, Kiki, oder finden Sie es im Lexikon oder Wörterbuch? Ein Kalauer aber muss, um zu funktionieren, immer ein sehr bekanntes Wort oder einen geflügelten Satz variieren. Und genau das hat Trümpler mit dem Unwort „Rassenschande“ getan.

    Anonym, bitte zählen Sie noch mal nach.

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  4. Bei Menchen mit Chprachfehlern hört sich beidech gleich an.

    Ist es Rüttgerch, bei dem mir dach immer auffällt?

    Nicht die Chungenchpitze liegt vorn am Gaumen, sondern dach
    Ech wird an den Chungenflügeln vorbei gechichcht.

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  5. Eigentlich dachte ich ja immer, daß eine gute Pointe Vorrang vor allem anderen habe. In diesem Fall aber hätte ich mir in der Schlußredaktion doch etwas mehr Taktgefühl erwartet.

    Gerade so wie die Story damals mit der eon-Werbung neben dem Artikel über Auschwitz: „Wir liefern heute schon das Gas von morgen”.

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  6. Ich gehe nicht nach dem Wörterbuch oder Lexikon bei meinen Assoziationen. Fakt ist, daß das laut gesprochene Wort "Riesenschande" näher dran ist an dem laut gesprochenen Wort "Rasenschande" als das laut gesprochene Wort "Rassenschande". Und "Riesenschande" ist nunmal das erste Wort, das ich assoziiert habe, da kann ich ja auch nichts für.

    Sollte es jedoch tatsächlich ein Wortspiel zum Begriff "Rassenschande" gewesen sein, so wäre das jedenfalls eine Riesenschande.

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  7. Oldman, Ihre Ausführungen in allen Ehren, doch der Unterschied manifestiert sich eher an der Länge des Vokals a und dem Schärfegrad des s. Verchtanden?

    „Schlussredaktion“, verehrter Herr GP? Denken Sie wirklich, eine Boulevardzeitung im 21. Jahrhundert würde sich so etwas Antiquarisches noch leisten? Das ist voll old school.

    Für Ihre Assoziationen können Sie natürlich nichts, Frau Kiki. Und Ihrem Schlusssatz ist eh nichts hinzuzufügen.

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  8. Anonym09:00

    Haha, wie schön das dies der erste Suchtreffer ist wenn man aus neugier googelt ob dieser Trümpler tatsächlich Journalist ist!

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