18 Juli 2007

Arme Touristen

A. und ich sitzen hoch überm Hafen auf einem warmen Grashügel unter einer Blechpalme. Wir trinken Bier und schauen in der Dämmerung den Kränen in den Docks zu.

Und plötzlich geht mir auf, wie ungemein großartig es doch ist, dies einfach so tun zu können, auf die simpelste, schlichteste Weise: indem man aus dem Haus tritt mit einer Tasche voll Bier, dort hingeht zum warmen Grashügel und in der Dämmerung unter einer Blechpalme den Kränen in den Docks zuschaut, während der Rest der Welt sich schon eine ganze Reise zumuten muss, um das tun zu können – und es dann doch nicht tut, sondern in irgendein Musical stolpert.

Und darauf stoßen wir an.


PS: Das Foto zeigt zwar die Blechpalmen, wurde aber nicht heute Abend aufgenommen, weil ich die Hände nicht frei bekam – da war einfach kein gerader Platz auf dem warmen Grashügel, wo ich die Bierflasche hätte abstellen können.

Kommentare:

  1. Joshuatree00:49

    Welch Hommage an "König der Fischer", vor allem an das Ende des Films.

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  2. Ich glaube, ich habe nur die erste Hälfte gesehen …

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  3. Olaf08:03

    Hätte denn A. nicht die Flasche kurz halten können ?

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  4. Immer diese Pragmatiker!

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  5. Man kann von Lotto King Karl ja halten, was man will. Aber wo er Recht hat, hat er Recht.

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  6. German Psycho09:48

    Ramses: Sie meinen, daß er einen solchen Ausflug auch noch mit einer Prise Kokain perfekt abgerundet hätte? Stimmt, da muß ich Ihnen Recht geben.

    Matt: Ich komm gerade von der Insel mit den echten Palmen wieder, bin eh traurig, nicht mehr dort zu sein, und dann kommen Sie mir hier auch noch mit Blechpalmen!

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  7. Ich sehe schon den Aufmacher vor mir:
    Blechkokosnuß erschlägt berühmten Dichter.
    Noch im letzten Kampf umklammert dieser drei Flaschen Astra......

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  8. Anna11:35

    Ja, der Dichter warf sich heldenhaft und schützend über die Flaschen, die unversehrt gerettet werden konnten.
    Zum Glück trug er einen stabilen Fahrradhelm und kam mit erheblichen Schürfwunden davon.
    Noch im Rettungswagen galten seine ersten Worte, als er aus der schweren Ohnmacht erwachte, seinen Schutzbefohlenen:
    "Sind... die ...Flaschen... noch..heil...? Ächzz."

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  9. Olaf12:32

    Wir nähern uns einer Stigmatisierung des Bloggers.
    So funktioniert "labeling approach".

    Herr Matt: Waren die Flaschen denn noch heil nachdem es Blechkokosnüsse geregnet hat ? Hat es sehr weh getan ? Muß jemand benachrichtigt werden über Ihr Schicksalsschlag von gestern abend ?
    Nun weiß ich wenigstens, was das gestern Abend für ein Geschepper war in der Nähe des Kreisverkehrs am Ende der Antonistraße.

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  10. GP, Schönheit entsteht im Auge des Betrachters, das Material ist sekundär.

    In Gefahr waren übrigens weder ich noch die Flaschen (zumal ich Warsteiner dabei hatte, was mich auf St. Pauli immer wieder stigmatisiert, aber es schmeckt mir halt besser, verdammt noch mal), sondern ausschließlich der Inhalt Letzterer – mit dann auch fatalem Ausgang.

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  11. Die blechernen Palmwedel werfen ihren Schatten in den Himmel, nicht auf die Erde. Wie seltsam.

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  12. Ja, DAS ist St. Pauli!

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