28 März 2007

Beunruhigende Zeichen

In Peter Weirs 30 Jahre altem Filmklassiker „Die letzte Flut“ häufen sich mitten in einer australischen Großstadt seltsame Vorzeichen einer großen Katastrophe, von der die düster schweigenden Aboriginies längst wissen.

Dieser Film fiel mir heute ein, als ich abends vorm Dorinthotel auf den Bus wartete und neben dem Gehweg den abgebildeten Steinhaufen auf blauer Plastikscheibe entdeckte.

Ein beunruhigendes Ritual scheint ihm zugrunde zu liegen. Mir kommt er vor wie eine Art Schrein, der sich hermetisch abkapselt; mit ihm scheint etwas Archaisches einzubrechen in die ganz normale Hamburger Welt der Ampelphasen und Abfahrtzeiten.

Wahrscheinlich war es aber nur ein Kind, das, als der Bus kam, von seiner Mutter unwirsch aus der Botanik gezerrt wurde, sich plärrend hinwarf auf den nächstbesten Sitz hinterm Fahrer und mitansehen musste, wie sein kleines Kunstwerk aus Plastik und Kieseln zurückblieb, um bald darauf einen vergrübelten Blogger an eine Filmapokalypse aus ferner Zeit zu erinnern.

Ähnlich verwirrt war ich im vergangenen Mai, als ich in St. Pauli ein sorgsam geometrisch auf einem Randsteineck drapiertes Baguette entdeckte. Es liegt nahe, mir außer „Die letzte Flut“ auch „23 – Nichts ist so, wie es scheint“ noch mal anzuschauen.

Oder vielleicht lieber doch nicht.

Kommentare:

  1. Sie haben aslo auf den 37er gewartet.
    Bei dem fraglichen Objekt handelt es sich gem. BaziND um eine sogenannte Weltenscheibe:

    Unheil droht unserer Weltenscheibe
    Bürger Meridians, treue Anhänger Sha´Lills!

    Heute nacht erschien mir die Göttin Sha´Lill im Traume.
    Sie erzählte mir, daß in ein paar Tagen Schreckliches dieser Weltenscheibe widerfahren werde. Danach bat Sie mich um Unterstütung und um Hilfe.

    Worum es genau ging erzählte sie mir leider nicht, aber die Angst war groß in Ihren zarten Augen.

    Ich bitte euch Bürger Meirdians und treue Anhänger Sha`Lills um eure Unterstützung, euren Beistand. Alles deutet darauf hin, daß am Sonntag, dem 1. Tage des nächsten Monats die Geschehnisse Ihren Lauf nehmen.

    Serenas Opa
    Offizieller Priester Sha´Lills

    AntwortenLöschen
  2. Anonym09:29

    tönen schuten gag!

    jaja ich kenne diese magischen augenblicke aber sollte es nicht abfahrtzeiten oder abfahrtszeit lauten? ;)

    tut mir leid aber ich bin manchmal so.

    blondyonly

    AntwortenLöschen
  3. Vorsicht Matt...unheimliche Zeichen, die geheime Bedeutungen verbergen. Vielleicht speziell für Dich drapiert?
    In gewissen medizinischen Fachkreisen könnte man sowas leicht als Symptom für einen paranoiden Anfall sehen.
    Ich seh es aber, als das was es ist: Ein Auswurf eines sehr phantasievollen Schreiberlings. Wann gibt's einen Roman von Dir? Ich würd ihn kaufen.
    Alles Liebe, Gaba

    AntwortenLöschen
  4. Unter dem Plastikdeckel befindet sich eine jener Pforten, durch die die Wesen aus der zwischen in das Jetzt eintreten können. Das vermutmaßte Kind hat wohl mit seinem unbewussten, Kinder eigenen, Sinn für Mystisches ein Klopfen gehört und auf seine Weise den Übertritt vom Dort ins Hier verhindert.

    AntwortenLöschen
  5. nicht zwischen, Zwischenwelt (Manno...)

    AntwortenLöschen
  6. Herrschaften, Sie bringen aber allesamt nicht gerade Licht ins Dunkel, im Gegenteil!

    AntwortenLöschen
  7. ok, ok,...

    Nächster Versuch: vor dem Deckel hockte ein bettelnder Steinbeisser?

    AntwortenLöschen
  8. Wann ist in Hamburg die nächste gewaltfreie Demo?

    AntwortenLöschen