02 Mai 2006

Oh my Google!

In der mittlerweile 16-teiligen Serie „Fundstücke des Tages“ habe ich dokumentiert, mit welch schrulligen Suchabfragen Websurfer bisweilen hierher finden. Und schon mehrfach fiel auf, welche Fehleinschätzung mancher Frage zugrunde liegt. Viele halten Google offenbar für eine Art virtuellen Experten, der nach Formulierung der Frage zu sinnieren beginnt und schließlich im Stile von Dr. Sommer sein sorgsam abgewogenes Fachwissen teilt.

Was dieser Blogger allerdings erlebt hat, toppt alles. Folgende Google-Abfrage nämlich führte zu seinem Blog:

also, das buch spielt zur zeit der großen hungersnot, und es geht um eine mutter (was mit dem vater ist, weiß ich nicht mehr genau, kann sein, dass der tot war), die ihre fünf, wenn ich mich recht erinnere, kinder retten möchte, und sie deshalb merh oder weniger dazu zwingt, nach amerika auszuwandern. eins von den kindern (ich bin mir ziemlich sicher, dass die peggy hieß), weigert sich und kehrt zu ihrer mutter zurück, ihre geschwister fahren nach new york. dort trennen sie sic dann, um arbeit usw. zu finden, versprechen sich aber, sich nicht zu vergessen und irgendwann wiederzusehen. und dann wird beschrieben, wie die sich alle so in ihrem leben zurecht finden.

Google revanchiert sich für die recht passable Inhaltsangabe (welchen Buches eigentlich?) mit fast 20.000 Treffern. Und jetzt gehe ich schlafen. Hoffentlich hält mich dieses seltsam zwanghafte Kopfschütteln nicht allzu lange wach.

Ex cathedra: Die Top 3 der Songs übers Suchen
1. „Searching“ von Michael Brook & Pieter Nooten
2. „I just haven’t found what I’m looking for“ von U2
3. „I will find you“ von Peter Hammill

Kommentare:

  1. Schön. Wirklich schön. Nicht zu toppen. Ich hätte noch ein paar kürzere, aber auch ganz lustige anzubieten:

    "betrunken erstickt am erbrochenen"
    "ausländer mit deutschen arbeitserlaubnis arbeiten mit östereicher firma"
    "ralph lauren shop in tschechei"

    Naja.

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  2. Die „Tschechei“ ist wirklich nicht totzukriegen. Mein Vater sagte übrigens früher störrisch immer „Russland“ zur UdSSR, und ich habe ihn stets, genauso störrisch, verbessert. Inzwischen hat er recht, und ich bin düpiert.

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