02 März 2011

Der Bettelbär



Nachdem Dr. Angela Merkel gestern erwartungsgemäß meinem Gesuch stattgab, darf man nun leicht beruhigt die Aufmerksamkeit wieder dem Kiez zuwenden.

Dort, an üblicher Stelle in der Simon-von-Utrecht-Straße, hängt seit neuestem ein am Mauergitter aufgeknüpfter Bettelbär. Er hält tapfer die Stellung, wenn die polnischen Obdachlosen gerade woanders sind.

Ich weiß nicht, wie weit es gewöhnlich her ist mit Selbstdisziplin und Anstand zufällig vorbeikommender Bettelkonkurrenten, doch ich könnte mir schon vorstellen, dass man in einer solch prekären Situation dem Bären en passant eher was aus dem Becher nimmt, als etwas mühsam Selbsterbetteltes hineinzuwerfen.

Kurz: Obgleich sein mitleiderregendes Aufgeknüpftsein an der Simon-von-Utrecht-Straße durchaus die Herzen von Passanten zu rühren imstande sein dürfte, zweifle ich doch aus geschilderten Gründen an seinem Nettoerfolg am Ende des Tages.

Als ich abends erneut dort vorbeikam, war er denn auch verärgert abgehängt worden und saß jetzt schmollend abseits der zurückgekehrten Polengruppe an der Mauer.

Mehr ist übrigens auch nicht dran an dieser Pseudogeschichte. Aber das haben Sie sicher schon geahnt.



Kommentare:

  1. Anonym00:28

    ich denke er ist eher mitleidsvoll befreit worden, so ein erhängter bettelbär rührt auch das herz der bevölkerung!
    :-)

    AntwortenLöschen
  2. interessante pausenvertretung

    AntwortenLöschen
  3. trotzdem vielen Dank für den aktuellen Polenbericht

    AntwortenLöschen
  4. Nihilistin16:01

    Der ist nicht verärgert abgehängt worden, sondern ein wohlerzogener Bettelbär: Ist seine Pausenvertretung nicht mehr gefragt, so klettert er selbständig vorsichtig von der Mauer und setzt sich still in eine Ecke.
    Plüschtiercontent im Reeperbahnblog lässt auch meine sanften Seiten zum Vorschein kommen....

    AntwortenLöschen
  5. Frau Nihilistin, Sie glauben noch an das Gute im Menschen … äh … Bären, und das rührt mich.

    DJ Brutalo, es werden weitere folgen, das drohe ich schon an.

    Anonym 00:28: Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass irgendjemand in der Bevölkerung den Bären freiwillig anfassen würde.

    AntwortenLöschen