07 November 2010

Enten sind Schweine

Natürlich kann ich mich kein Stück mehr dran erinnern, mit welchen Werbeslogans der Ehapa-Verlag damals, als ich sie noch las, Disneys „Lustige Taschenbücher“ ans Kind bringen wollte.

Aber hundertprozentig nicht mit einem Claim, der auch auf der Visitenkarte des Hauptdarstellers aus „Gaywatch – Die Riesenschwänze von Malibu“ stehen könnte.

Wahrscheinlich heißt bei Disney, dem einstmals saubersten Comicverlag der Welt, jetzt auch die Ente anders; „Donald Fuck“ böte sich an.

Wenn man allerdings – erst mal alarmiert – genauer hinschaut, gab es schon immer sublime sexuelle Anspielungen in den „Lustigen Taschenbüchern“. Ich erinnere da nur an Daniel DüsenTRIEB.

Das Plakat hier hängt übrigens nicht mal auf St. Pauli, sondern in meinem FickFitnessstudio am Rödingsmarkt.
So viel zur Sexualisierung auch der Restwelt.


Kommentare:

  1. Dieser herrlich frivole Litfass-Anschlag gipfelt ja bei Betrachtung der vorgeschlagenen Webseite, auf der man(n) zu einem Test(osteron)-Abo der lustigen Taschentücher eingeladen wird. Sehr schön, dicke Eier durch Comiclektüre. Wie sieht eigentlich die aktuelle Fix&Foxi-Reklame aus?

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  2. blogg-hittn-wirtin12:50

    "Jeden Donnersduck neu" hieß es zu meiner Zeit groß und deutlich auf den Plakaten und Inseraten. Und irgendwo stand noch klein "Die lustigen Taschenbücher von Ehapa". Das war alles, glaube ich.
    Ich schätze, die neue Kampagne ist der gleichgebliebenen (!) Zielgruppe angepasst. Die ist nämlich erwachsen geworden (zumindest laut Ausweis) und liest das Zeug heute aus Retro- und Nostalgiegründen. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 10 oder 15 Jahren irgendwo ein Kind mit einem solchen Buch gesehen zu haben. Kinder lesen heute ganz anderes Zeug. Oder?

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  3. @blogg-hittn-wirtin: ich zog leider die traurige erkenntnis, daß kinder heute überhaupt nicht mehr lesen. also bücher und zeitschriften oder so.
    bei mails oder sms schauts dann anders aus.

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  4. Sofainferno, die Hefte wurden umbenannt. Sie heissen mittlerweile "Fick & Fotzi". (der ist so alt, den kann man schon wieder bringen, denk ich)

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  5. GP, typischerweise höre ich ihn zum ersten Mal. Sie dürfen NIE davon ausgehen, dass für mich ein Witz „zu alt“ ist, um ihn „schon wieder“ bringen zu können. Wir sollten uns generell auf diese Prämisse einigen.

    Frau blogg-hittn-wirtin, Ihre These finde ich so überraschend wie plausibel. Ich erkundige mich zu Verifikationszwecken aber noch mal bei meinem Neffen (7) und meiner Nichte (5).

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  6. Lieber German Psycho, ich habe gestern mindestens eine Dreiviertelstunde darüber sinniert, ob ich den selber bringe, hatte dann aber (für mich) beschlossen dass der so alt ist dass man den schon wieder nicht wieder bringen darf, zumal er sich sogar in der Wikipedia Erwähnung erfreut. Um aber nicht ganz darauf zu verzichten, habe ich halt die Vorlage gegeben und danke für die Verwandlung, nicht auszudenken wenn dieser arme Ball jetzt immer noch mutterseelenallein auf dem Elfmeterpunkt verplatzschwünde.
    Ein Ball liegt aber noch versteckt in der Ecke: Ficky Mouse, grosser Gott ich habs getan!

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  7. Ich denke auch, dass die lustigen Taschenbücher heute nicht mehr in den Kinderzimmern (vor)pubertierender Knaben liegen, sondern vermute sie eher auf den Klos von alleinstehenden (?) Mitdreissigern männlichen Geschlechts.

    Aber einen aus der Schmuddelecke habe ich auch noch: Wie heßen die Eltern von Fix&Foxi? Natürlich "Packsie&Ficksie" *hahaha*

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  8. Sofa_Inferno, danke für Ihre erhellenden Ausführungen. „Vicky“ wäre allerdings eine Spur subtiler gewesen.

    Trillian: hahaha!

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  9. Matt, ich hatte ein wenig mit dieser Reaktion gerechnet, wenn ich ganz ehrlich sein darf. Und auch nur aus diesem Grund habe ich mich überhaupt getraut, einen derartig alten (und auch noch so schlechten) Witz hier anzubringen, wie Sofainferno ja richtigerweise erkannte.

    Er hatte nur Ihre Fähigkeit, die 80er komplett auszublenden, völlig unterschätzt.

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  10. Wer oder was ist denn „die 80er“ – alte Menschen? Schallplatten aus der Prä-Schellack-Ära? Könnte ich Sie nur verstehen.

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  11. Sofainferno, Sie werden es nicht schaffen, daß Matt sich auch nur an eine Kleinigkeit dieses Jahrzehnts erinnert. Keine Chance. Nicht mal mit Raider, Yps-Heft, Knight Rider, Commodore oder A-Ha.

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  12. GP, haarsträubend! Wie kann man diese grandiose Zeit der Wählscheibentelefone, digitalen Armbanduhren, Schulterpolster (sogar im Unterhemd), Schlüsselanhänger die laut geben wenn man nach ihnen pfeift und Diskettenlocher so sträflich verdrängen? Letzteres habe ich übrigens gerade bei eBay ersteigert, vielleicht wäre das ein mahnendes Weihnachtsgeschenk für unseren Bloggastgeber?

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  13. Zumindest erinnere ich mich ans Studieren in der zweiten Hälfte dieser Dekade. Sie scheinen also wirklich existiert zu haben, diese 80er, von denen alle reden.

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  14. Sofainferno: Diskettenlocher, Ultima IV (das beste Rollenspiel aller Zeiten, das kann ich jetzt schon sagen). Schwarz/weiße Anzüge. Schulterpolster, die die Figur in der Breite locker verdoppelten. T-Shirt und Sakko. Miami Vice. Kim Wilde.

    Hätte es die 80er nicht gegeben, man müßte sie erfinden.

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