01 Dezember 2008

Ohne Worte (20): Sozialismus ist sexy



Entdeckt auf dem Schlachthofflohmarkt.

Kommentare:

  1. Doch eher etwas für die unverbesserlichen Nostalgiker....

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  2. Ja, am besten daneben eine in hautenges Leder gewandete SS-Schlampe. Hach, war der Nationalsozialismus sexy.

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  3. Hi Matt!

    Habe eben versucht zwecks Anbahnung eines Linktauschs, Kontakt per Mail aufzunehmen.

    Leider funktioniert die E-Mail Adresse mattwagner {at} web.de nicht. ???

    Wenn du Lust und Zeit hast, schau doch mal bei uns in der Neue Havanna Zeitung rein und schreib mir an meine Adresse, die du in der Rubrik Redaktion unter Eduard vom Steinhof findest.

    Es grüßt

    Eduard vom Steinhof

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  4. Die ausdruckslose Mimik und die idealisierte körperliche Erscheinung des dargestellten Mädchens weisen auf die bedingungslose Unterordnung jeglicher Individualität zugunsten des Kollektivs hin, wie sie im Sozialverständnis der DDR gefordert wurde.

    Das Bild zeigt anhand der, für die der Witterung völlig unangemessenen, Kleidung die Verletzlichkeit der jungen Sozialistin, gegenüber der sozialen Kälte des Kapitalismus, die hier in Form einer winterlichen Trödelmarktszene skizziert wird.

    Im Hintergrund rechts sind zwei Uhren aus verschiedenen Stilepochen zu sehen, deren Zeiger und Zifferblätter nicht zu erkennen sind. Sie weisen auf die allgegenwärtige Beschleunigung des Alltags hin. Zugleich symbolisieren sie den ausweglosen Versuch, gesellschaftliche Wertmaßstäbe in richtig und falsch zu unterteilen. So weiß der Betrachter weder, ob die weiße (gute), noch ob die schwarze (böse) Uhr die richtige Zeit anzeigt.

    Allein das runde, rot umfasste Schild mit der Aufschrift "7,5t" nennt konkrete Zahlen, ohne jedoch eine klare Absicht erkennen zu lassen. So rückt es die zierliche Person im Vordergrund in den Kontrast zu einer Umwelt, deren Wahrnehmungsschwelle weit höher liegt, als das Gewicht eines Einzelnen.

    Der leere Servierwagen in rosa deutet, ebenso wie der schmale Gürtel, auf eine künstlich geschaffene Knappheit hin, dessen Kolportage durch den wie nachträglich aufgestempelt wirkenden Schriftzug "DDR" der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

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  5. Und meine Kommentare wurden mal als überspitzt angesehen ...
    Pfü ...



    :D

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  6. fellow passenger, ENDLICH versteht mich mal jemand! Ich danke Ihnen! (… und benötige noch Ihre Kontoverbindung, danke.)

    Ihre Analyse steht in schroffem Kontrast zu der reflexhaften, geradezu pawlowschen Reaktion des Herrn GP, der seine antisozialisitsche Geisteshaltung leider in Form einer dauerhaften Wortdiarrhoe überall hinterlassen muss, wo ein Blog nicht schnell genug auf den Bäumen ist. Aber so isser halt, was will man machen.


    nilsdiemaus, schweigen Sie. Aber nicht für immer.

    Eduard, meine Mailadresse funktioniert tadellos. Oder haben Sie etwa wirklich ein {at} eingegeben und kein @?

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  7. olaf20:54

    Herr Fellow Passenger ,

    das ist ja reine Kunstbetrachtungslyrik. Danke, sehr schön zu lesen.
    Herr Nils, halten Sie dagegen oder einfach nur mit. Sie schaffen das.
    Der leere Servierwagen in rosa ist übrigens vermutlich ein Produkt namens "Dinett". Als ich klein war - so sechziger Jahre, als Poliboy gerade im Fernsehen (schwarz-weiß, ja daran erinnert sich heute kaum noch jemand, das gab es wirklich !) Reklame machte als eine Art Page auf seinen rollschuhähnlichen Bürstenschuhen(Szene: Eine Schramme in der Politur des Wohnzimmerschrankes oder des guten Eßtisches der Familie wird entdeckt. "Ooooh - Poliboy !!" - "Bin schon da !!" und er rauscht auf seinen Bürstensohlen heran und alles glänzt nach diesem Auftritt oder besser -rutsch) - da hatte meine Mutter auch solch ein Ding, in Holzdekor. Jetzt habe ich es (bzw. das Nachfolgemodell), es läßt sich wirklich ziemlich schmal falten und irgendwo dazwischenschieben. Ungeheuer praktisch, erfinderisch, einfach ziemlich "deutsch".
    Ich habe es sofort in matt(! sorry)schwarz angepinselt.
    Das Ding steht seit Jahren in meiner Miniküche und nimmt einfach keinen Platz weg. Obwohl der Mensch darauf einen kompletten kleinen Frühstückstisch einrichten könnte. Gut für Camping zuhause, neben dem Bett. Oder dem Sofa.
    Ich benutze es seit Jahren nicht, es steht mir aber auch nicht im weg.
    Grandios.

    Und die sozialistische Pioniertante hat eien lapidare Handhaltung guckt eigentlich recht cool, wie ein teures model ("Moddl") mit dem Sehnsuchtsmodelmodus im Gesicht.
    Wahrscheinlich ist sie eine Westproduktion und es würde mich nicht wundern, wenn irgendjemand sie gekauft hätte und das DDR-Kleid da noch immer herumliegt.

    Ich habe zu trödelig geschrieben, Herr Matt ist mir zuvorgekommen.

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  8. Ich kann nur annehmen, werter Matt, daß Sie noch niemals „Return to Castle Wolfenstein” gespielt haben. Sonst wüßten Sie, was ich meine.

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  9. Sie haben Recht. Wie so oft, leider …

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  10. Keine Ursache, bester Herr Matt. (Wegen der allgemein misslichen Finanzlage habe ich meinen Zahlungsverkehr auf Sachwerte umgestellt und unterhalte kein Konto mehr.)

    Und Ihnen, mein lieber Herr Olaf, vielen Dank für die Blumen.

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