06 Juli 2006

Fundstücke des Tages (21)

1. Die Tageszeitung Die Welt brachte gestern einen Artikel über Hamburger Blogger, und der Autor stieß irgendwie auch auf mich, obwohl er mit Lyssa oder Eric Hegmann bestimmt mehr hätte reüssieren können. Was soll's: So kamen Rasmus vom brillanten, aber leider brachliegenden Blog Abgrund Hamburg, Erik von der Ringfahndung und ich nicht umhin, einige Marginalien beizusteuern. Wen's interessiert: Der Text steht hier online und wird hier archiviert.

2. Jemand, den ich kenne, nimmt gerade den Familiennamen seiner Frau an, weil beide keinen geeigneten Namen für ihr noch zu gebärendes Kind finden, der mit dem tütensuppenhaften „Knorr“ harmoniert. Eine rührende Geste. Aber soooo einfach wird das mit „Autzen“ auch nicht.

3. „Alle Mannschaften ziehen sich zurück, alles ist taktisch und studiert, nicht vibrierend. Deutschland ist die Ausnahme. Ich wünschte mir, Brasilien würde spielen wie Deutschland." Das ist zweifellos der schönste Satz, den ich seit Jahrzehnten über den deutschen Fußball gehört habe. Gesagt hat ihn Tostão, eine der brasilianischen WM-Legenden von 1970, einer aus der Pelé-Mannschaft also. Bin sprachlos. Nein, ein Wort fällt mir doch ein: Klinsmann.


4. Der Wolkenbruch heute nachmittag versuchte das alte Fabrikgebäude, in dem unsere Redaktion untergebracht ist, in die Elbe zu spülen. Es blieb allerdings bei pittoresken Tropfenmustern auf den Fensterscheiben. Aber kühler ist es nicht geworden, nur feuchter.

5. Der große Soul- und Bluessänger Van Morrison erwähnt in einem seiner Songs erstaunlicherweise die Reeperbahn, und zwar im Stück „Heavy connection“ vom Album „A period of transition“. Die Platte erschien 1977. Ungefähr so lange kenne ich sie auch schon, aber jetzt erst stoße ich auf diese kleine Skurrilität. Blamabel.


Ex cathedra: Die Top 3 der Songs von Van Morrison
1. „Sweet thing"
2. „Summertime in England"
3. „He ain't give you none"


Alle bisherigen Fundstücke des Tages:
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14,
15, 16, 17, 18, 19, 20, Oh, my Google!

Kommentare:

  1. zu 5.) Bei "Period of Transition" machte "Dr. John" mit, oder? Phew -lange nicht gehört - ich hatte die Platte lange auf MC, aber sie ging in einem früheren Sommer hitzebedingt im Auto den Weg ins Nirvana ...

    zu 1.) Ich lese gern hier und freue mich nun, wenn die Response-Rate massiv steigt und mehr Menschen aller Couleur hier kommentieren!

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  2. @joshiatree: *unterschreib*

    @Matt: Herzlichen Glückwunsch. Von wegen "brotlose Kunst" und so - vielleicht bekommst Du ja dann bald auch ein Auto zum testen, oder ein Handy, oder...
    ;-)

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  3. @josh, ja, Dr. John ist an Bord. Was die Response-Rate angeht: Überschätze mir die Welt nicht!

    @louis: Nein, nein, das Brotlose ist gerade Sinn der Sache. Für die Brötchen habe ich ja einen Job.

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  4. Anonym11:14

    vielen Dank, allein für die Formulierung "GROSSER Soul- und Bluessänger".
    Leider mutiert Van Morrison momenatn ja eher in Richtung "nicht so großer C&W-Sänger", aber ich hoffe und bete, dass er noch mal die Kurve kriegt.

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  5. Sorry, ne kleine Kritik muss an dieser Stelle einfach sein: Wer sich mit dem Erik ins Springer-Boot setzt, sollte nicht mit Steinen auf Opels werfen.
    Und nein, es ist dabei völlig egal, ob man es für Ruhm oder Geld macht.

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  6. @ anonymous, ich habe absichtlich Vans Countryausflug wegen offensichtlicher Gräßlichkeit nicht erwähnt … ;-)

    @ mspro, danke für die Kritik. Mit wem ich im Boot saß, wusste ich nicht, als Siebke mich anrief. Natürlich hätte ich sofort mit den Worten „Ich rede nicht mit Springer-Leuten!“ auflegen können, und das hätte ich möglicherweise bei einem BILD-Mann auch getan. Aber generell ein Gespräch aus allgemeinen politischen Erwägungen heraus zu verweigern, ist meine Sache noch nie gewesen. (Ich habe ja sogar mit den kommentierenden Nazis in meinem Blog geredet, und zwar hoffentlich so, dass sie kapiert haben, um was es ging).

    Kurz: Einer Zeitung ein Interview zu geben, mit der man ideologisch nichts zu tun hat (was man ja auch deutlich machen kann), ist sicherlich kaum vergleichbar mit der m. E. hochpeinlichen Einwilligung, vier Wochen lang über ein Produkt zu bloggen …

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  7. Bei mir bleibt nach dem lesen des Welt Artikels vor allem ein Eindruck: Da schreibt jemand, das es da putzige Dinger im Internet gibt. Punkt. Der Inhalt geht gen Null. Das mag zwei Gründe haben: noch ist die deutschsprachige Dingenspähre nur putzig. Oder langweilig (wobei ich für mich erhoffe, das ich zumindest als putzig wahrgenommen werde) und b) rät(selt) die Printwelt gerade, mit was sie es denn da überhaupt zu tun hat, da draussen, dieses DingensZwoNull.

    P.S. Soooo übel ist die Kauntry Scheibe des großen Soulsängers Van Morrisson nicht. Soviel Soul wie die letzte Elvis Costello/Allan Toussaint hat allerdings kaum ein Werk der letzten Jahre von Van The Man. Und Costellos Kauntry Ausflug war auch eine Ecke gelungener. Aber damals war Country ja auch noch reine Bä Bäh Musik.

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  8. Matt, klar hab ich mir gedacht. Aber von Dir hätte dich dann wenigstens im Artikel ein wenig mehr Distanz erwartet. Vor allem auch beim Erwähnen von Leuten die Toki* H*tel-Artikel schreiben, um Kids per Google zu cashen und sie gewinnbringend per GoogleAdds weiterzuleiten. Oder die ein Fake Mädels-WG-Blog führen um Klicks zu generieren. (Da werden die Opeltester plötzlich ganz sympathisch, gell?)
    Mit dem will ich jedenfalls nirgendwo zusammen genannt werden. (Auch nicht in seiner Blogroll stehen)

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  9. Ich muss ja – zu meiner Schande – gestehen, dieses Blog erst durch den Welt-Artikel überhaupt wahrgenommen zu haben. Danke jedenfalls für die aufgeführten Beispiele.

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