30 November 2009

Echt dufte

Blogleserin Susanne betreibt einen Parfümladen in Halle und hat sich entschieden, drei Prozent ihres Gesamtumsatzes im November und Dezember an die Deutsche Kinderkrebsstiftung zu spenden.

Das ist natürlich klasse, doch weshalb sie sich mit der Bitte um Erwähnung dieser Aktion ausgerechnet an mich wendet, war mir zunächst schleierhaft. Dann dämmerte mir aber, dass es bestimmt mit der Fülle ofaktorisch bedenklicher Beiträge wie diesem zusammenhängt.

Warum sie aber glaubt, dieses kleine Kiezblog würde außer ihr noch von irgendeinem weiteren Hallenser (Hallener? Haller? Hallo?) gelesen – was ja erst die Grundlage für einen gleichwohl höchst unwahrscheinlichen Werbeeffekt wäre –, bleibt mir auch nach längerem Grübeln unklar.

(Eigentlich müsste ich diesen Beitrag von der Steuer absetzen können. Leider hat er keine Kosten verursacht.)

Kommentare:

  1. Joshuatree00:54

    Wahrscheinlich bekam Susanne den Verteiler von einer hallensischen (?) PR-Agentur mit dem angeblich wirkungsvollen Hinweis, drei Prozent Ihrer Umsätze der Charity zu stiften - dann fiele das Spamming weniger auf. Und sie muss die Unkosten für die Bullshit-PR nun eh wieder reinholen...

    Keep on fighting, Susanne.

    Am Ohr: "Desert Island Song", The Nits.

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  2. Nihilistin09:19

    Hallenser und Hallenserinnen, Herr Matt. Niemals etwas anderes.

    Und unabhängig von meiner Einschätzung der Sinnhaftigkeit einer solchen Aktion: Warum sollten Hallenser denn Ihren Blog nicht lesen? Ich dachte immer, das Internet sprengt alle geografischen Grenzen? Oder stapeln Sie nur tief, um einige weltweite Komplimente abzufischen? :-)

    Es grüsst Frau Nihilistin, wohnhaft in Berlin und aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, in dessen Gebiet auch Halle liegt. Bzw. aufgewachsen im Bezirk Halle (wir pauken nochmal die ehemaligen Bezirke der DDR, ja?) Und so schliesst sich der Kreis nach Halle durchaus wieder.

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  3. Richtig, nicht so bescheiden sein!

    Dieser Blog reicht bis nach Altona, Victoria in Australia.

    Susanne soll dann aber auch mitteilen, welchen Betrag sie der Deutsche Kinderkrebsstiftung gestiftet hat.

    Das Anliegen selbst ist sicher hoechst ehren- und nachahmenswert.

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  4. Tja, ich habe meine Leser befragt und die haben sich gegen jene Werbung entschieden. Da Susanne mich mehr als einmal anschrieb (=Spam) und eine Menge anderer Blogs ebenfalls Post von Susanne erhielten, mache ich also keine Werbung für den Shop.

    Und wenn, dann zerpflück ich den Laden ... ;-)

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  5. Möchte mich der Einschätzung Joshuatrees und Phils anschließen. Nur, weil ein Teil des Gewinns für eine gemeinnützige Einrichtung gespendet wird, ist es dennoch Werbung.

    Oder anders gesagt: Was die Dame mit ihrem Gewinn macht, ist ihre Sache. Wenn sie 3% des Gewinns spendet und dafür ihre anderen Spenden auf 0 fährt, dann sind ja keine Mehreinnahmen bei Hilfsorganisationen zu verzeichnen.

    Und warum sollte man solche Aktionen bewerben? Warum dann nicht gleich die Hilfsorganisation selbst? Da gingen Spenden nämlich zu 100% hin.

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  6. Wahrscheinlich haben Sie alle Recht. Trotzdem wäre es doch schön, wenn durch diese Werbung wenigstens ein Kind gerettet werden könnte. (Manchmal bin ich auf sympathische Weise naiv.)

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  7. Ich finde das auch super. Habe letztens auch so eine sympathisch-naive Aktion entdeckt: Da wollte eine recht bekannte deutsche Politikerin die armen Kinder vor Mißbrauch schützen, indem sie so Stopschilder vor Pornokinos oder so aufgestellt hat. So ganz hab ich das nicht ganz verstanden, aber hey: Wenn doch dadurch nur ein Kind... ;-P

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  8. Na, na, Herr GP: Sie wollen doch jetzt nicht eine massive Einschränkung unser aller Freiheitsrechte mit dem Engagement einer tapferen Einzelhändlerin vergleichen, die ein bisschen Werbung dabei abzwackt? Diesen windschiefen Vergleich hätte ich Ihnen nicht zugetraut, trotz der schwierigen mentalen Lage, in der Sie zurzeit stecken …

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  9. Ach Unfug, natürlich will ich das nicht ernsthaft. Haben wir uns schon so lange nicht mehr getroffen? ;-)

    Aber mal nebenbei: Das Denkmodell wollte ich angreifen, nicht die Aktion an sich. Und das Denkmodell „wenn es doch nur 1 Kind hilft” ist eben dann falsch, wenn es nicht berücksichtigt, inwieweit die Maßnahme a) effizient und b) angemessen ist.

    Ich halte 3% vom Gewinn als Spende (mit der Möglichkeit, andere Spenden, die man ansonsten immer tätigte, zu unterlassen, so daß die 3% in echt vielleicht nur noch 1% mehr ist) für nicht effizient genug, um deswegen das selbst auferlegte Werbeverbot zu durchbrechen.

    Denn wenn es wirklich um die Kinder ginge, dann wäre es eben am effizientesten: Direkt für die Organisation zu werben, an die diese 3% gehen sollen.

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  10. Aber was ist mit dem Wachstumsförderungsgedanken? Der müsste gerade Ihnen doch sehr sympathisch sein.

    Und bevor sie versickern, lassen die Spendengelder dann wenigstens noch den ein oder anderen Menschen besser riechen.

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  11. Gegen Wachstumsförderungsgedanken hatten Sie sich in bezug auf Ihr Blog ausgesprochen, nicht ich. Wenn Sie Werbung machen wollen, habe ich überhaupt nichts dagegen, ist doch klar!

    Ich finde nur, daß 3% Spende nichts anderes sind als bezahlte Werbung.

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  12. vierundachtzig14:56

    @germanpsycho:

    Die gute Frau wollte, glaube ich, 3 % vom Umsatz und nicht vom Gewinn spenden.

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