29 November 2009

Nichts wie raus

Die beiden jungen Blondinen, die kurz nach Mitternacht in Altona unseren S-Bahnwagen betraten, lachten und scherzten. Zwei fröhliche Teenager auf dem Weg in die Nacht.

Es war keineswesgs abzusehen, dass eine der beiden sich unmittelbar vor Erreichen der Station Reeperbahn exorbitant erbrechen würde, und zwar in mehreren kräftigen Schüben, die gelbrot und lautstark auf den Boden pladderten.

Noch während dies in unserer unmittelbaren Nähe geschah, hielt die Bahn, und selten zuvor in unserer HVV-Geschichte war das Aussteigen von einem derartigen Gefühl der Erleichterung geprägt wie diesmal.

Mein Mitgefühl galt den uns entgegenbrandenden Massen, die nun nichtsahnend hineindrängten. Ihr Schicksal war besiegelt, daran war nichts mehr zu ändern.

Die beiden Kreuztaler Anwälte haben mit dieser ganzen Geschichte übrigens nicht das Geringste zu tun.

Kommentare:

  1. Olaf08:17

    Da hat die Gute wohl einfach nur übermäßig vorgeglüht und bestimmt hat es wieder etwas säuerlich gerochen.
    Und waren denn auch diese klassischen legendären Karottenwürfel mit den etwas abgerundeten Kanten dabei ? Ihre Beschreibung ist etwas unpräzise, Herr Matt. Rot ließe auf Paprika schließen.
    Hätte sie vorher bei McDonalds gefuttert, dann fehlte es an Konturen in der Pampe und es finden sich bestenfalls nur irgendwelche bräunlichen Bröckchen.
    Bestimmt war sie nur übererregt ob dessen, was sie erwartet, und dann bestimmt doch etwas erleichtert. Der wahre Gentleman überreicht zu solchen Anlässen gelassen ein Päckchen Papiertaschentücher.
    Toll sieht es auch aus, wenn man wartend im Auto sitzt und einem dann jemand auf die Frontscheibe reihert. Der Reflex, mit dem dann die Fahrerin (es war eine sie, ich kann es nicht ändern) auch noch den Scheibenwischer anschaltet, ist im Ergebnis eher unproduktiv. Der Weg zur nächsten Waschstraße wird dann etwas heikel, wenn der Behälter der Scheibenwaschanlage leer ist.
    Soweit dazu am Sonntag, 29.11.2009 um

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  2. Wäre das Erbrechen vorauszusehen gewesen, hättest dann etwa den Kopf der Ärmsten gehalten? Wie ein Gentleman :-)

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  3. Olaf, manchmal würde ich bevorzugen, Sie behielten Ihr profundes Sachwissen auf praktisch allen Gebieten einfach mal für sich. „Wie ein Gentleman“. (Borscht)

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  4. Olaf16:16

    Sorry, kommt nicht wieder vor.
    Alles Gute.

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  5. Joshuatree00:03

    @Matt: Wollten Sie einfach nur sagen, dass es vorkommen kann, dass sich Menschen manchmal einfach nur so übergeben müssen - ohne das Zutun von maßlosem Alkohol, Drogen, Pharmaka etc.?

    So las ich Ihre Überschrift. Die Frage ist imvho, wer und wie das Rausgemachte weggemacht wird. Dass sich Menschen oft vor sich und voreinander ekeln, ist kein neues Thema.

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  6. Die Überschrift ist mehrdeutig. Auf die zweite Bedeutung kommen Sie bestimmt noch … ;-)

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  7. Joshuatree00:28

    Die zweite Bedeutung geht auf das "raus" hinaus, schätze ich. Bin aber selbst gerade zu verkopft mit mir.

    Höre gerade "Dapper Street".

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  8. seit Jahren verfolge ich Ihren Blog aber dieses Mal war es besonders amuesant. Die Analyse von Olaf zeugt von erstaunlicher Sachkenntnis in diesem Milieu.

    Ich wohne uebrigens in Altona ...
    allerdings in Altona, Victoria in Australien.

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  9. Hehe, ich habe 'Gel-Brot' gelesen....

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