20 November 2009

Das Kreuz mit dem X



„Nein, tut mir Leid“, sagt der Polizist auf der Davidwache zu dem streng riechenden Mann, der vor ihm am Tresen steht, „gegen Sie liegt kein Haftbefehl vor. Ich habe im Computer nachgeschaut.“

Kein ganz uncleverer Versuch. Gleichwohl kann sich der Duftbolzen die geplante Nacht in der warmen Zelle nun abschminken. Scheißcomputer.

Ersatzweise durfte er sich die Novembersonne auf den Pelz brennen lassen – und ein kapitales Kondensstreifenkreuz am Hamburger Himmel bewundern, das uns alle schon mal einzustimmen versuchte auf den Advent, ob wir nun ein Dach über dem Kopf haben oder nicht.

Vielleicht war es aber auch nur ein X
.

Foto: Ms. Columbo

Kommentare:

  1. Bloß kein X für ein U vormachen lassen. Wichtig.

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  2. vierundachtzig12:26

    Was machen Sie denn auf der Davidwache? Genießen Sie ein Privileg, das dem wandelnden Raumdeo nicht zuteil geworden war?? ;-)

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  3. Schade. Kein Haftbefehl. Blöder Tag.

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  4. Olaf13:28

    Das Problem mit dem Haftbefehl ließe sich relativ leicht lösen. Es reichte, keinen festen Wohnsitz zu haben und der genau gegenüber gelegenen HASPA-Filiale ohne Kontokarte etc. ein dort übliches und ständig geäußertes Anliegen mit einer - bewaffneten ? - Drohung verbunden zu präsentieren. Eine Flucht wäre allerdings kontraproduktiv.
    Manchmal sinniere ich darüber, ob nicht für manchen irgendwann im fortgeschrittenen Alter - wenn die Altersversorgung nicht reicht, der Pflegedienst ständig flopt und die 430-Europflegerin tödlich nervt - Knast die Alternative wäre. Es gibt (versteckt, über den Umfang weiß ich nichts) derartiges soziales Elend, daß eine Unterbringung in einer JVA für manchen keine Verschlechterung wäre. Und diese dauernden Besuche auf dem Sozialamt wären dann auch nicht mehr erforderlich.

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