11 April 2009

Pädophilie am Bau

Im selben Gebäudekomplex in der Simon-von-Utrecht-Straße, in dem das Hospiz untergebracht ist, residiert auch ein Verlag, der eine Sadomasozeitschrift mit dem kongenialen Namen „Schlagzeilen“ herausbringt. Und an der Fassade rechts davon ist das abgebildete Relief zu sehen.

Jeden Freitag kommen wir auf dem Weg zum Einkauf daran vorbei, und schon hundertmal stolperte ich mental darüber, ohne mir je über den Grund bewusst zu werden. Heute aber plötzlich doch.

Fazit: Die Szenerie irritiert deshalb so sehr, weil sie offensichtlich pädophil ist. Und an der Außenfassade selbst eines Kiezgebäudes darf man so etwas – bei aller schulterzuckenden Toleranz, die unser Viertel prägt – nicht unbedingt vermuten.

Nehmen wir den kahlen Mann. Er trägt eine Art Soutane und ist somit wohl ein Geistlicher, wahrscheinlich katholisch. Er schaut uns ertappt an. Und womit? Mit Recht.

Denn gerade greift er mit rechts einem nackten (!) kleinen (!!) Jungen (!!!) an die Brust, während seine Linke den armen Tropf brutal fixiert. Der Junge reißt ob des sich vollziehenden Missbrauchs panisch die Augen auf, während er die rechte Hand auf des Unholds Knie stützt – oder den Kerl wegzustoßen versucht, das bleibt im Dunkeln.

Jedenfalls lässt die Szene bei näherem Betrachten wenig Interpretationsspielraum: Hier schreitet ein pädophiler Pfarrer entschlossen zur Tat. Doch warum prangt dieses schändliche Tun weithin sichtbar auf einer St. Paulianer Klinkerfassade, neben Hospiz und Sadomasopostille?

Bescheidwisser werden in den Kommentaren um Aufklärung ersucht. Sonst wird auch unser nächster Weg zum Einkauf wieder getrübt sein von erfolglosem Gegrübel. Und das kann keiner wollen.

Kommentare:

  1. Der Grad ist schmal auf dem wir uns hier bewegen. Vielleicht ist es eine Taufe, die dieser Kirchenlümmel im Sinn hat...

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  2. Zweit-Interprtation:

    Dies ist KEIN Pfarrer.
    Ein im Kittel gekleideter Arzt. Arzt <-> Hospiz. Den Kopf leicht gedreht, bedeutet, er horcht nach den seltsamen Tönen, die da zu kommen scheinen aus des nackig Jungens Bauch. Welcher wiederum dort ist um sich eben von oben genanntem Weißkittel untersuchen zu lassen.

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  3. Na, kommen Sie! Wozu muss der Bub sich nackig machen, wenn man ihm die Brust abhorchen will – zumal ein Arzt dafür normalerweise ein Stethoskop zur Hand hat?

    Neue Theorie, neues Glück.

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  4. Anonym11:16

    Ich gehe davon aus, dass die Szene die Wiedererweckung des Lazarus darstellt. Der Blick des Erlösers gen Himmel gerichtet, die Augen des Knaben noch geschlossen bald das Licht erkennend, nachdem sein erster Sinn das Knie des Meisters ertastet hat und er noch nicht glauben kann, dass er wieder fühlt.

    Wahrscheinlich ist der Herr in unsere Welt gekommen, um diese Schmutzfinken mit ihren bösen Gedanken zur Umkehr zu mahnen.

    In diesem Sinne bessert euch.

    Haltung!

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  5. Ja was für ne Haltung ist hier die Frage....

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  6. ach mei,
    ich kenne solche darstellungen auch an anderen häusern - was soll daran bitte pädophil sein? gerade an einem hospiz...?
    und wer schon mal beim kinderarzt war weiss, dass man sich da (zumindest bis aufs unterhoserl) auszieht. dann wird alles abgehorcht, geklopft, geschaut - und stellt euch vor, der arzt ist deswegen nicht gleich pädophil!

    man sollte nicht alles zwanghaft überinterpretieren....

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  7. Anonym11:24

    ein wenig hysterisch die leute, gelle?

    ich sehe mir das bild an und sehe einen kinderarzt, der ein kind mit einem stethoskop die brust abhört und sonst nix.

    ein schelm, wer böses denkt - sage ich da nu

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  8. Bitte zeigen Sie mir das Stethoskop. Ich scheine blind zu sein.

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  9. Joshuatree01:32

    Wann wurde das Haus gebaut mit seiner imvho ekklektizischtisch wirkenden Außenfassade? 60er Jahre? Eher um 1970, imvho. Prügel mich, wenn das nicht stimmt. ;-)

    Damals gab es schon Stethoskopen. Und Sadomaso ist den Menschen seit Urzeiten nicht fremd - also: Worauf wollen Sie hinaus, Matt?

    Gruß,
    Kannitverstan

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  10. Joshuatree01:45

    -ch. Danke.

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  11. Es ist eindeutig an der Beinstellung zu erkennen, denn der Geistliche berührt mit seinen Beinen die des Jungen, was eine rein professionelle Beziehung der beiden ausschließt.

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  12. Vielleicht liegen die beiden gar, statt zu stehen?

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  13. Stimmt! Jetzt wo Sie’s sagen.

    Ihre Theorie und GPs Beinstellungsbeobachtung stärken jedenfalls meine Position. Ich glaube, ich geh da in einer linden Kieznacht mal mit dem Sandstrahler ran – oder was man zur Reliefplattmachung so braucht.

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  14. Ich frage mich grad, wie von diesem Artikel auf meinen Blog zugegriffen werden kann, wo ich doch dazu noch gar nichts gesagt habe ...

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  15. Vielleicht haben Sie ja etwas dazu GEDACHT.

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  16. Unwahrscheinlich, da ich diesen Artikel gar nicht kannte, bevor er mir als Referrer in den Statistiken angezeigt wurde.

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  17. Die Erklärung ist wahrscheinlich sehr einfach: Jemand, der diese Seite besuchte, hat Ihre URL direkt in die Browserzeile eingegeben und ist zu Ihnen hinübergeflattert.

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  18. Sag, Matt, seit wann siezt du mich eigentlich? ;o) Ich bin lediglich mit meinem Blog umgezogen.

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  19. Das Siezen ist hier Bloggepflogenheit und trifft sogar Leute, mit denen ich im persönlichen Umgang per Du bin. Ist also nicht persönlich gemeint, Verehrteste. Oder gerade.

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