03 April 2009

Auch noch feige

Keine Ahnung, warum immer mir so was passiert. Aber gestern ächzte neben mir auf der Matte im Fitnessstudio einer, der original nach Hühnermist roch.

Am autoolfaktorischen Design müssen manche Menschen echt noch schrauben. Das Problem aber ist: Sie wissen nichts davon, weil sich keiner traut, es ihnen zu sagen.

Und wenn’s ihnen keiner sagt, dann riechen sie zeitlebens nach Hühnermist, finden deshalb keine Freundin, weshalb ihnen erst recht niemand sagen kann, dass sie nach Hühnermist riechen und deshalb keine Freundin finden.

Es ist eine Krux.

Im Grunde sind Männer wie der Ächzer neben mir auf halbseidene Angebote aus dem Internet angewiesen. Solche wie das folgende, das mir gerade als Beziehungsbewerbungsspam ins Postfach flatterte.

Eine gewisse „Sonja“ schreibt: „Ich lebe das einzigartige Mädchen aus Russland, jetzt ich in der Regelung - Sowjetisch. Mein Alter 27. Ich war ein erregter August, 1982.


Lauter Killerargumente.

Übrigens habe auch ich mich nicht getraut, dem Menschen neben mir von seinen Duftdefiziten zu erzählen. Ich habe nur meine Matte ein wenig weiter weggerückt.

Die Welt ist schlecht – und das Foto von heute völlig unpassend: Der Fernsehturm ist nicht mal in der Nähe des Fitnessclubs.

Kommentare:

  1. Manchmal hat Höflichkeit eben Nachteile.

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  2. Ach, Sie waren gestern auch da? Dann hätten Sie eine zukünftige Praktikantin und mich treffen können.

    Glücklicherweise habe ich Hühnermist-Harry nicht gerochen. Sie beide waren wohl zu einer anderen Zeit da als ich.

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  3. Ich war, wie üblich, am Mittwoch da. Nur misslang mir das Einstellen des Blogeintrags vor Mitternacht; deshalb das Missverständnis.

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  4. die gewisse "sonja" hat mir auch geschrieben, allerdings als gewisse "irina". wenn da nicht bereits ms.colombo wäre, wäre die wohl wirklich eine option für sie. ich zitiere: "Ich liebe das Theater, das Museum, ich liebe, in der Gymnastik geliehen zu sein, und ich besuche die Wettkämpfe, den Saal, aber die Arbeit entlehnt viel meiner Zeit." sie scheint also auch auf schöne künste und muckibuden abzufahren...

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  5. Nun ja, „in der Gymnastik geliehen zu sein“ scheint mir eher nach Herbertstraße als nach Fitnessclub zu klingen. Aber ich bin wahrscheinlich ortsspezifisch verdorben.

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  6. In letzter Zeit wird sich wenig getraut, oder?

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  7. Na ja, schon immer.

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  8. Joshuatree01:46

    btw @Matt: Das Video von "Epilepsy is dancing" von AatJ ist nicht mehr auffind- und abspielbar. Ich vermeide noch den Einsatz des Begriffs der Zensur und warte auf Ihre Interpretation dieser Problematik.

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  9. Keine Zensur. Die Gema will mehr Geld von YouTube, als YouTube zu zahlen bereit ist. Deshalb haben sie alle Clips, die von Plattenfirmen kommen, in Deutschland vom Netz genommen.

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  10. Joshuatree01:20

    Doch Zensur. Auf youtube kriege ich alle Videos von Antony. Außer diesem, der jetzt über einen Umweg doch zu sehen ist:

    http://pitchfork.com/tv/#/musicvideo/119-antony-and-the-johnsons-epilepsy-is-dancing-secretly-candadian

    Und nur so - Stand 5.04., 1.16 Uhr. Mit allen Rechtschreibfehlern in der Linkbeschreibung. Ich hoffe, diese mutige Lücke hält noch an.

    Was Ihrer Überschrift und meiner Improvisation einen kleinen Sinn gäbe.

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