13 November 2008

Das Gute an Gebrechen

Das Abatonkino liegt im Univiertel. Im großen Saal stinkt es, aber nicht eindeutig. Der Gestank ist ein hochkomplexer Mix, ein olfaktorischer Akkord.

Er setzt sich zusammen aus Käsefüßen, in den Ritzen verfaulter Nachoskäsesoße, einer Nuance von Schweiß sowie dem Haarfett adipöser Mittzwanziger.

Diesen Mix dünsten die Sesselfasern nun Molekül für Molekül wieder aus; der Vorrat reicht sicher für Jahrzehnte. Immerhin kann ich am Ekel, der mich im Abaton befällt, die tadellose Funktionsfähigkeit meiner Nase ablesen.

Anders hingegen verhält es sich mit meinen Augen: Sie funktionieren keineswegs mehr tadellos. Für Schwanzvergleiche in der Sauna etwa bin ich inzwischen zu kurzsichtig. Da könnte alles hängen, und ich fühlte mich nicht düpert.

So haben immerhin selbst körperliche Gebrechen ihr Gutes.

PS: Das Foto zeigt übrigens in Wahrheit gar nicht das Innere des Abaton, doch ich dachte, das merkt eh keiner außer ihm.


Kommentare:

  1. Anonym11:28

    Mein Herr, Sie baden hier in Klischees. Nachos sind im Abaton nicht nur nicht erhältlich, sondern werden von den Betreibern ausdrücklich verabscheut.

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  2. Also ich hatte noch nie den Eindruck, dass es im Abaton nicht besonders gut riecht, aber vielleicht ist mein Riechorgan schon nicht mehr das beste.

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  3. Anonym12:48

    Ich kann Matts Beobachtung bestätigen. In der Tat herrscht im Abaton ein spezielles Aroma, das ich allerdings bisher immer nur mit meinem jeweiligen Sitzplatz in Verbindung brachte: Irgendwas zwischen Oma-Achsel, altem Gouda und Kotze. Das ist schade, denn ich bin dort eigentlich sehr gern...

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  4. Herr oder Frau anonym (11:28), dann nehmen wir die verfaulte Nachossoße eben als Metapher für irgendwelche einst flüssige Nahrung, die nun in den Ritzen verfault. So viel Transferleistung kann ich doch wohl verlangen angesichts des hier grassierenen IQs.

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  5. Tja, gemerkt, dass es sich auf dem Bild nicht um das Abaton handelt, hätten dann wohl doch schon ein paar mehr. Aber ich hätte ja gern aufgetrumpft mit dem Wissen darum, um welches Kino es sich stattdessen handelt. Ich meine die leuchtenden Saalnumerierungen schon einmal auf einem Foto gesehen zu haben. Warst Du in Schweden im Kino? Na los, verrat es schon!

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  6. UCI Mundsburg. Geht auf jeden Fall als Südschweden durch, wie ganz Hamburg aus Sicht eines zugereisten Hessen.

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