01 Oktober 2011

Auf der Suche nach Frau Brusch

Statt mit Heidekartoffel- oder Schwartemagensonderangeboten begrüßt unsere Edekafiliale in der Paul-Roosen-Straße uns heute mit einer sachfremden Information, und das schon auf dem Bürgersteig vorm Laden.

Frau Brusch also ist seit einem Vierteljahrhundert bei Edeka beschäftigt, das ist außergewöhnlich schön. Wir kaufen hier zwar auch schon seit 15 Jahren ein, aber wer ist noch mal Frau Brusch?

Ich versuche es ja generell zu vermeiden, Frauen auf die Brüste zu starren, und so weit ich mich erinnere, hat Edeka genau dort seinen Mitarbeiterinnen die Namensschilder aufgepappt. Deshalb kenne ich die Edekagrazien zwar alle halsaufwärts, aber nicht namentlich.

Drinnen schiele ich gleichwohl verstohlen bei allen auf die fragliche Region, um im Bedarfsfall Frau Brusch herzlich gratulieren zu können. Doch ich sehe sie nicht. Stattdessen überall aufgeräumte junge Edekanerinnen, die giggelnd Jubiläumsluftballons aufblasen, alles zu Ehren von Frau Brusch.

Ich erwäge, spaßeshalber eine von ihnen zu fragen, ob sie vielleicht Frau Brusch sei, doch Ms. Columbo hält das für zu riskant. Dabei gelänge es mir mit meinem kiezweit weltberühmten Begleitlächeln ganz gewiss, das Scherzhafte meiner Frage vorauseilend mitzutransportieren, so dass die Gefahr einer beleidigten Verkäuferin, auf deren Wohlwollen wir noch lange angewiesen sein werden, möglichst minimiert wird. Doch mir fehlt letztlich der Mumm.

Bis zur Kasse vermögen wir nirgends die Jubilarin zu entdecken – allerdings sitzt dort eine grauhaarige Dame, der man spontan eine hochgradige Frau-Brusch-Haftigkeit zubilligen muss. Ein verstohlener Blick auf ihr Namensschild offenbart indes: Auch sie ist es nicht.

Wir verlassen den Laden, ohne in unseren Ermittlungen entscheidend weitergekommen zu sein. Womöglich arbeitet Frau Brusch gar nicht im Kundenbereich, sondern im Lager.

Herzlichen Glückwunsch jedenfalls! Und Hochachtung – schließlich gibt es auf dem Kiez traditionell nur wenige Frauenberufe, in denen man 25 Jahre lang durchhält.

Kommentare:

  1. um ihrer gestrigen statistik sorgen willen,
    mit solchen beiträgen verlieren sie jedenfalls keine leser

    buddel

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  2. obwohl ich doch noch gerne wüsste, was denn diese ominösen schwartemägen sind?

    buddel

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  3. Anonym06:50

    Diese Filiale ist noch keine 25 Jahre alt! Wurde Frau Brusch dorthin versetzt oder die Spar-zeit angerechnet?

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  4. Na klar wurde die Spar-Zeit angerechnet. Einer Frau Brusch ist es doch wurst, was da für ein Label draufsteht. Pah.

    Buddel, Sie können ihn auch Presskopf nennen, den Schwartemagen.

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  5. Nihilistin19:14

    Mensch, das ist doch wieder total typisch hamburgisch. Immer voll die "vornehme Zurückhaltung" vulgo Feigheit: Im Laden rumschleichen und dumm rumgucken - statt einfach: Zum Süßigkeitenregal gehen, große Packung "Merci" nehmen (zahlen nachher nicht vergessen), laut rumtrompeten: "Hey, Bruschi, altet Haus, wo steckste denn? Ick wollt ooch noch gratuliern!".
    Nein, da wird abgeduckt. Und verbloggt. Tz.

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  6. Das unterscheidet uns eben von den Berlinern. Ich geb’s ja zu.

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  7. Anonym16:21

    Stimmt Nihilistin uneingeschränkt zu!
    Frau-Irgendwas-ist-immer

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  8. dLTexid23:51

    Wir Nordlichter sind halt zurückhaltender, egal ob in Nord- oder Ostseenähe...

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  9. Stimme dLTexid uneingeschränkt zu!
    (Obwohl ich genau genommen so eine Art Mittellicht bin.)

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  10. Ich hätt mich ooch nich gedraud

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  11. Beraternase21:30

    Glückwunsch auch von mir...

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