02 September 2010

Fundstücke (99): Darauf muss man erst mal kommen



Ein Laden in der Weidenallee offeriert Do-it-yourself-Särge.


Man muss sie zwar nicht selbst aus dem Baum hauen und dann zusammenzimmern, kann sie aber beliebig bemalen oder beschriften. Am besten natürlich noch zu Lebzeiten (ausgenommen Leute wie Lazarus sowie Zombies und Vampire).

„Wenn Sie Ihren eigenen Sarg gestalten“, erläutert gutgelaunt die kitabunte Infotafel, „kann Sie das stark in Ihr eigenes Zentrum führen.“ Mit allen Risiken und Nebenwirkungen wohlgemerkt, die manchermanns Zentrum zu bieten hat. Doch das verschweigt die Infotafel pietätvoll.

Gleichwohl ist das Ganze eine hübsche Idee. Man sollte sie aber allein schon aus aufwandsökonomischen Gründen nicht mit einer Feuerbestattung kombinieren.


Kommentare:

  1. Anonym03:43

    Wenn man seinen Sarg von innen anmalt, sieht man die Hand vor Augen nicht, wenn der Deckel geschlossen wird. Und von einer Bemalung außen hat man nichts, wenn man drin liegt.
    Oder wer wird da angemalt?

    AntwortenLöschen
  2. Martin W.10:20

    Keine Idee ist offenbar so skurril, dass sie nicht noch zu Markte getragen werden kann.

    AntwortenLöschen
  3. Sehr schöne Inspiration, danke.
    Ich möchte später eingeäschert werden und dann meine eigene Asche bemalen.
    Auch eine coole Geschäftsidee, oder?

    AntwortenLöschen
  4. Anonym11:25

    @ Anna:

    Wenn Sie schon bei soooo coolen Geschäftsideen sind, könnten Sie an die Urne auch noch ein Glöckchen mit einer Schnur ins Urneninnere befestigen. Sollten Sie versehentlich lebendig eingeäschert worden sein, könnten Sie die Außenwelt auf sich aufmerksam machen und sich retten lassen.

    AntwortenLöschen
  5. Ja, das ist nicht nur eine totaaaaal coole, sondern auch noch unheimlich süße Geschäftsidee, Herr Anonym!
    Ich hätte dann gerne so ein goldenes Glöckchen, wie es immer an den Lindt-Osterhasen befestigt ist.
    Und da ich nicht von wildfremden Menschen im Zustand der nackten Einäscherung gesehen werden möchte, schlage ich noch ein zusätzliches Seitenfach für die Urne vor, in der meine Lieblingsklamotten eingelagert werden.
    Natürlich auch eingeäschert.

    AntwortenLöschen
  6. Anonym12:28

    @ Anna:

    Sie müssten aber mindestens bis Ostern leben, damit Sie sich noch schnell so eine Lindt-Osterhasen-Glocke kaufen können. Wobei ich Ihnen wünsche, dass Sie noch ganz viele Jahre Lindt-Osterhasen kaufen können.

    Ein Seitenfach für die Plönnen? Herrliche Idee! Zur Einäscherungsgarderobe empfehle ich Ihnen übrigens noch einen String-Tanga. Die restliche Unterwäsche sollte ebenfalls passen, vor allem farblich. Nicht auszudenken, wie peinlich ein nachlässiges Erscheinungsbild vor wildfremden Leuten wäre... Herrjemine...

    AntwortenLöschen
  7. auf eine urne passt ja nicht viel mehr drauf als ein aufkleber "vorsicht! keine heiße asche einfüllen!" oder dergleichen. ich habe daher verfügt, meine asche in einer geschmackvollen ming vase beizusetzen. btw: wieso sagt man eigentlich "beisetzung"? die meisten leichname werden doch meines wissens in liegender haltung und nicht im sitzen begraben?

    AntwortenLöschen
  8. Anonym13:05

    @ Tommy:

    Heißt das jetzt, das ein Behältnis mit der Aufschrift "keine heiße Asche einfüllen" eine Urne ist? Jetzt schauderts mich aber. Schließlich steht dann unsere ganze Straße jeden zweiten Donnerstag voll mit Urnen.

    Und wenn Sie z. B. sagen würden, dass Sie gestern bei einer "Beilegung" zugegen waren, müsste man annehmen, Sie hätten als Schlichter geholfen, einen Streit beizulegen. Aber die Bei-Wörter sind schon komisch. Beiwohnung ist bekanntermaßen auch so ein Ding, welches mit Wohnen nix zu tun hat...

    AntwortenLöschen
  9. dannn sägt man sich quasi den ast ab, auf dem man sitzt. mhh.

    AntwortenLöschen
  10. Nihilistin20:11

    Da steht jetzt auf dem bunten Kindergartenschildchen nicht wirklich "...und wenn es deiner wäre?" Oder doch?
    Nee, ich will meinen eigenen Sarg nicht bemalen oder bekleben. Noch nicht mal mit biologisch abbaubarer Fingermalfarbe. Ich will mir meinen eigenen Sarg noch nicht mal vorstellen.

    AntwortenLöschen
  11. Als Nihilistin ist das Ihr gutes Recht. Mir geht es genauso, deshalb reagiere ich auf die launige Diskussion oben auch recht schmallippig … ;)

    AntwortenLöschen
  12. Ich stell mir das so vor: das was von mir übrig bleibt, ist nicht das, was mich ausmacht. Damit können die Angehörigen dann machen, was ihnen gut tut.
    Sarg ist also Sache der Freunde und Verwandten.

    Ich bin dann entweder auch ganz weg, dann ist eh alles wurschd.
    Oder mich gibt es in irgend einer Form noch, dann werd ich doch grad bei meiner eigenen Berdigung erscheinen und den von mir angemalten Sarg gucken wollen. Nixda.
    Ich kümmere mich um mein Leben vor dem Tod.

    AntwortenLöschen
  13. Macht man das zeitlich knapp vor der Verwendung? Oder wird der Sarg da mehrere Jahrzehnte eingelagert. Oder muss man ihn mit nach Hause nehmen? Wenn er innen auch schon fertig ausgestattet ist, kann man ihn praktischerweise als Bettersatz verwenden. Kommt ja eh keiner zu Besuch.

    AntwortenLöschen
  14. In manchen Kreisen ist das sogar schick bzw. notwendig. Ich denke da z. B. an den Grafen Dracula und seine Familie.

    AntwortenLöschen
  15. Sie meinen, das ist die Zielgruppe der Geschäftsidee?
    Wie sind die Öffnungszeiten?

    AntwortenLöschen
  16. Ab Sonnenuntergang, natürlich.

    AntwortenLöschen
  17. Dann steht es außer Frage.
    Vielleicht sollte man nebenan einen Shop für transsylvanische Heimaterde eröffnen.

    AntwortenLöschen
  18. Anonym16:20

    Also ich habe mir meinen schon ausgesucht - der schöne aus Weide... . Wenn ich da noch ein karriertes Kissen und ne Decke reinlege sieht es aus wie ein Kinderbettchen.. wie nice. Das ist doch die einzige Investition die man garantiert irgendwann braucht. Hoffentlich machts der Laden länger als ich, sonst wird das schwierig mit dem Ausliefern.

    AntwortenLöschen