20 Juli 2009

Ein paar Kilo Sale, bitte

Im Moment gibt es überall spottbillig Sale zu kaufen. 30, 40, 50 Prozent Nachlass auf Sale sind keine Seltenheit, heute sah ich sogar ein Schild, das 70 Prozent Ermäßigung auf Sale ausrief.

Irgendwo scheint eine gewaltige Überproduktion des Produktes aufgelaufen zu sein. Offenbar hat man mit erheblich höheren Absatzmengen von Sale kalkuliert, und jetzt sitzt der deutsche Einzelhandel auf einem Saleberg, der höher ist, als es der EU-Butterberg je war.

Die Läger platzen schier vor lauter Sale, jetzt muss es raus, unter allen Umständen, und sei es zum Ramschpreis.

Erstaunlich, wie viele Läden – vor allem aus der Kleiderbranche – sich anscheinend monatelang über Gebühr mit Sale eingedeckt haben: Esprit, C&A, Zara, Karstadt, alle sind sie dabei, sogar Zegna und Armani haben auf einmal zu viel Sale auf Halde und bieten es jetzt an wie Schimmelbrot.

Wo war bloß Ihre kaufmännische Weitsicht, meine Damen und Herren Modehausbetreiber? Hm?

Na ja, egal, jetzt profitieren wir schließlich alle vom Preisverfall bei Sale, und sogar ich habe schon überlegt, ob ich mir bei den derzeitigen Dumpingpreisen ein paar Kilo davon zulegen soll.

Doch ich bin unsicher, ob ich Sale überhaupt gebrauchen kann. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mal, wozu Sale überhaupt gut ist.

Aber bitte nicht weitersagen, das wäre echt ein bisschen blamabel.



Kommentare:

  1. Joshuatree00:41

    Der damalige Schuh beim Fenster neben dem Kino mit dem Plakat zum "Fahrstuhl zum Schafott" hat einen Nachfolger gefunden.

    gez. Blogkritiker J.

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  2. Sie machen mich verlegen.

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  3. Sie könnten ihr Frühstücksei damit würzen?

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  4. c.s.07:18

    geschnitten oder am Stück?

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  5. Anonym08:22

    Mich erinnert das spontan an die Band "Open Doors", die ich als Headliner auf fast jedem Festival- Plakat entdecke. Auf der Bühne hab' ich die Jungs aber noch nie gesehen.

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  6. c.s., als Granulat soll es am kommodesten sein.

    Anonym, Open Doors hatten ihre beste Zeit in den 60ern. Seitdem müssen sie immer so früh spielen, dass noch keiner da ist. Schicksal!

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  7. vierundachtzig10:41

    Heißt es nicht Säle?! Vielleicht sind die ganzen Läden pleite (s. Karstadt), weil sie nicht die Sprache der Kunden sprechen, deswegen machen sie einen Schlussverkauf mit satten Rabatten. Die entstehenden leeren Säle können dann wieder gemietet werden. Oder so ähnlich.

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  8. Anonym02:36

    Vor allem irritierend für die hier in unserer deutsch-französischen Grenzregion jedes Wochenende die Fußgängerzone zum Einkaufen in Scharen durchkämmenden Franzosen...soviel schmutziges/schmudelliges mit hohen Rabatten überall im Angebot...

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  9. Ich bedanke mich an dieser Stelle dafür, dass Sie mir den Begriff Läger näher gebracht haben.
    Ich war bisher der Meinung, ein Lager bliebe das auch wenn es sich vermehrt, was aber scheinbar nur der Fall ist, wenn es sich um die technischen Lager mit Kugeln, Rollen oder ähnlichem handelt.
    Zum Glück habe ich mir eine Blamage durch vorherige Recherche erspart.

    Für mich hat sich der morgendliche Abstecher hierher schon wieder rentiert.

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  10. foobar16:17

    <3
    großartiger artiel und scheinbar zeitlos

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