08 Juli 2009

Alle Tassen im Schrank

So, nun mal wieder ein kleiner Einblick in die bizarre Welt des Musikjournalismus.

Die Arbeit des Rezensenten stößt nicht immer auf begeisterte Zustimmung, zumal wenn er zu einem eher verhaltenen Urteil kommt. Fans des kritisierten Künstlers neigen dann oftmals dazu, das alles persönlich zu nehmen – und sehr persönlich zu werden. Zum Beispiel dieser Verehrer des kanadischen Schmusis Bryan Adams:



Wie viel knuddeliger kommt da doch jener Herr aus Leipzig daher, der den Kontakt zum Künstler gar handschriftlich sucht, doch nicht aus Eigennutz, nein. Denn einen „vielleicht lebensverändernden Gedanken“ hält er für Herrn Stigers parat:



Die noch immer preisenswert differenzierte Stellungnahme des anfangs zitierten Adams-Anhängers lässt sich natürlich mühelos übertreffen. So kommt es hie und da auch zu recht kategorischen Aussagen, denen im Eifer des Gefechtes gar die Eleganz des Ausdrucks verlorengeht. Und so einen Vertreter haben wir hier:



Was mich besonders verletzte an diesem Brief, war die Schreibweise „scheisse“. Man schreibt es mit ß,
und das habe ich dem Herrn auch mitgeteilt.

Alles in allem sind das begrüßenswert emotionale Reaktionen auf unsere tägliche Arbeit, von denen andere Berufsgruppen nur träumen können, zum Beispiel Leuchtturmwärter.



Kommentare:

  1. Nils die Maus05:57

    Wie kommt man dazu, speziell im letzten "Brief", so etwas zu schreiben? Ich meine ... da steht null Argumentation dahinter! Was erhofft sich dieser Mensch? "You're stealing bandwidth, idiot!"
    Aber so schlimm wie in den Kommentaren bei welt.de ist es ja noch nicht, immerhin.

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  2. Ich schmeiss, äh...schmeiß mich weg, LOL!
    Zu und zu lustig. Möchte auch Musikjournalist sein und solche Reaktionen bekommen ;-)

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  3. Oh Gott, Du bist ein Rechtschreib-Natzie, das ist ja furchtbar, aber in Journalistenkreisen ja nicht unüblich. ;)

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  4. Joshuatree22:08

    @ring2: Gott ist mir schemenhaft ein Begriff, aber würden Sie mir als schnödem Besucher dieses Blogs bitte erläutern, was Sie konkret unter dem Begriff "Natzie" verstehen?

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  5. ring2, wenn man nicht über die Reflektionsfähigkeit verfügt, einen subtilen Gag zu erkennen, sollte man das Kommentieren vielleicht lassen. Andererseits: Dazu müsste man ja über die entsprechende Reflektionsfähigkeit verfügen … Tja, blöd – ich glaube, Sie sind Opfer eines Dilemmas. Und natürlich einer Rechtschreibschwäche, was wohl auch Her Joshuatree nahelegen möchte. Und womit? Mit Recht.

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  6. Joshuatree23:41

    Nah - Herr Joshuatree beginnt nur seine Meinung über die Kultur in der Schanze zu überdenken, wenn er las, dass es im Umkehrschluss dort üblich ist, dass Journalisten mit "Rechtschreib-Natzies" zu titulieren seien. Und mich interessiert immer noch die Bedeutung dieses Begriffs... Ein Spiel? Eine Verfremdung ähnlich klingender Worte?

    Eigentlich war ich vorher auf der Suche nach Bildern und Berichten zu John Lennons Tod; die Bilder dazu habe ich nur noch vage im Kopf, denn ich war erst 15. Aber wir waren alle mal jung, vergessen so viel und behalten nur die positiven Dinge ...

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  7. Huch, das merke ich jetzt erst, dass meine Ironie nicht verstanden wurde. Das tut mir aufrichtig leid, denn ich mag dieses Blog sehr.

    Ich ziehe Rechtschreib-Natzie natürlich sofort zurück, wenn das denn geht und entschuldige mich, wenn ich die Gefühle Ihrer Leser verletzt haben könnte.

    Bei Gelegenheit erzähle ich dann mal die Geschichte, weswegen ich animiert wurde diesen Kommentar ursprünglich zu verfassen. Hat mit einem Gespräch mit einer ebenfalls verehrten Blogautorin zu tun - und behandelt die Marotte von Journalisten, neben inhaltlicher Kritik auch *immer* die Rechtschreib-Keule zu bemühen.

    Aber Witze, die man erklären muss, sind doof. Deswegen: tschuldigung, wie man auf St. Pauli dazu sagt.

    Forza fcsp - und bis morgen. #jollyroger

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  8. Ich weiß zwar noch immer nicht genau, was Sie mit „Natzie“ eigentlich meinen, doch sollte das gemeint sein, was ich vermute, hilft die Entschuldigung wenig.

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  9. Katja13:20

    Der letzte Einsender kommt zumindest auf den Punkt - und hat mich zum Lachen gebracht!

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