15 Juli 2008

Küsschen von Petrus

Flohmarkt auf dem Hein-Köllisch-Platz.

Es ist eine sehr gute Idee von Petrus, genau in der Sekunde, bevor ich die Standbesitzerin nach dem Gesamtpreis der sechs rausgepickten CDs fragen will, einen kräftigen Regenguss niederpladdern zu lassen.

„Was möchten Sie dafür haben?“, frage ich die Frau und beschirme die Schätze, indem ich sie mir vor die Brust halte und mich leicht darüber beuge.

„Hä?“, macht sie, während sie ihren Kollegen mit Kisten zum Wagen scheucht und selbst hektisch versucht, alles mit Decken zu schützen.

„Wieviel für die sechs?“, konkretisiere ich. Eine erste nervöse nasse Strähne hängt ihr in die Stirn, ihre Augen flackern.

„Sieben Euro“, hechelt sie und schaut irrlichternd über ihren zunehmend derangierten Stand.

Gebongt! – und danke, Petrus! Denn unter den CDs befand sich die legendäre dritte Ausgabe des „Comfort Zone“-Samplers von 2001 mit „Kisses“ von Bent, jene großartige Überführung des Nana-Mouskouri-Klassikers „Küsse süßer als Wein“ in die Welt des Chillout.

Das gibt es sonst auf keiner anderen Platte. Und ich hab’s jetzt doppelt – und nur ein klitzekleines schlechtes Gewissen.

Den zugunsten einer überraschend neuen Semantik versehrten Buchstaben auf dem Schild „Vorsicht Stufe“ entdeckte ich dann später im Fitnessclub.

Kommentare:

  1. Beraternase08:25

    Kriegsgewinnler !

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  2. Ich hätte, eingedenk der Region, beinahe "Vorsicht Stute" gelesen. Die Erwartungshaltung hier ist immer so, wie soll ich sagen, äh, gereepert.

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  3. Wenn schon, Beraternase, dann Wettergewinnler.

    Wenn ich mithilfe dieses Blogs zu Ihrer ethisch-moralischen Desorientierung beitragen konnte, Don Alphonso, dann verbuche ich das als Erfolg.

    Leider verspüre ich selbst noch keine Tegernseeisierung. Kann aber noch kommen.

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  4. Es ist nicht so überraschend, dass es einen in der Imagination eher zu leichtem Fleisch zieht, denn zu alten Kurgästen. Allein, wenn hier die Sonne untergeht und man mit angenehmen Leuten in der Sassa Bar über dem See sitzt - verbietet sich der Blogeintrag. Man will hier keine Massen.

    Und mein hamburgbild ist zementiert, seit ich die Alben von Grosstante Balbina kenne, die einen lockeren Senffabrikanten aus St. Pauli locker geehelicht hatte. Da gibt es viel lockeres Bildmaterial von 1925 bis 1970.

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  5. Bildmaterial, lockeres? Verbloggen! Bitte! (Kann ich auch gerne übernehmen!)

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