21 April 2006

Das Päckchen

Nehmen wir mal an, du hast eine neue tödliche Waffe erfunden, vielleicht groß wie eine Tafel Schokolade, und du willst sie einem interessierten Forscherkollegen postalisch zukommen lassen. Dann musst du natürlich Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Zum Beispiel musst du sichergehen, dass nur er, der Kollege, die tödliche Waffe erhält. Schließlich könnte eine Katastrophe geschehen, wenn sie in falsche Hände geriete.

Ganz wichtig also: Auf dem Päckchen sollte, für den Zusteller deutlich sichtbar, jedwede Nachbarschaftszustellung ausgeschlossen sein.


Heute bekam ich so ein Päckchen.

Und was könnte nicht alles geschehen, wenn der Adressat nach Erhalt die tödliche Waffe verliehe oder verschenkte? Nicht auszudenken!

Also musst du den Adressaten eindringlich und unter Androhung hoher Strafen dazu verpflichten, die tödliche Waffe niemals (in Worten: NIEMALS) ohne deine Supervision aus der Hand zu geben.

Auf einem Zettel, der dem Päckchen, das ich heute erhielt, beilag, war genau das unzweideutig festgelegt.

Und dabei will ich doch einfach nur jungen Männern in kurzen Hosen dabei zuschauen, wie sie gegen einen Ball treten. Männo.


Ex cathedra: Die Top 3 der Songs mit Postbezug
1. „The letter“ von The Box Tops
2. „Please Mr. Postman“ von The Beatles
3. „Dead flowers“ von The Rolling Stones

9 Kommentare:

  1. Ich nehme an, das gelbe Ding ist Ihr Presseausweis. In dieser Sektion der Journaille hätte ich Sie nun wirklich nicht vermutet.

    Hoffen wir wenigstens, daß hinterher aufgrund Ihrer Berichterstattung in Zentralamerika nicht gleich wieder ein Krieg ausbricht ...

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  2. Sie vermuten auch völlig zu Unrecht, lieber Seebär. Diese Gelbe Karte wurde zu meinem Erstaunen mitgeliefert. Ihre Rückseite ist übrigens rot.

    Presseausweis? Bei der WM? Heiße ich Beckmann?

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  3. Oha, eine Gelb-Rote-Karte?!

    Ich denke diese Geste soll Sie erneut daran erinnern, dass Sie auf gar keinen Fall gegen das Reglement der Kartenvergabe verstossen dürfen...

    Oder sind Sie als Schiedsrichter eingeplant?

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  4. Nein, leider bin ich in der Refereequalifikation knapp gescheitert - an einem gewissen "Merk".

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  5. eines verstehe ich nicht, wozu dieser zustellungsterror, wo die karten doch angeblich eh nicht weitergegeben oder verkauft werden können?

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  6. Du hast absolut Recht, ad. Niemand könnte mit diesem Ticket etwas anfangen, wenn es ihm nicht ordnungsgemäß übertragen wird. Zumindest, wenn die Fifa wirklich am Stadioneingang entsprechende Kontrollen durchführt. Was ich bezweifle. Demnächst dazu noch etwas mehr.

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  7. Interessant zu wissen, dass es eine Steigerung des Einschreibens mit Rückschein gibt. Das Wort "WM-Ticket" kommt imho sicherlich in die engere Auswahl zum Wort des Jahres 2006. Ich wünsche ein wunderbares südamerikanisches Fest!

    Tickets: Matt, heute kamen meine Tickets für Billy Joel am 2.07. in FFM. Ich muss dies hier voller (Vor-)Freude verkünden, nachdem ich ihn vor 12 Jahren an gleicher Stelle erleben durfte.

    Doch nun zurück zum Fußball, leider ohne Mehmet.

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  8. Glückwunsch zu den Joel-Karten. Wird bestimmt eine feine Sache. Aber nicht billig, oder?

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  9. Bei der Preisgestaltung der Joel-Tickets orientierte sich sein Management wohl an der FIFA - soll heissen: Sie kosten so viel wie ein gutes WM Ticket. Ein 0:0 und/oder zwei defensiv ausgerichtete Mannschaften sind bei Joel aber nicht zu erwarten.

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