Neulich hatte es uns dank eines attraktiven Travelzoo-Gutscheins für ein paar Tage auf die schöne Insel Sylt verschlagen. Dort staunten wir immer mal wieder, zum Beispiel über die Espressopreise. Nach keineswegs reiflicher Überlegung verzichteten wir deshalb darauf, einen Sylter Barista mit neun Euro neunzig für einen Doppio zu entlohnen. Ich meine: Das sind fast zwanzig D-Mark! Über vierzig Ostmark! Fünfhundertsechsunddreißig türkische Lira! Achthundertdreißig Rubel! Neunzehntausenddreihundert italienische Lire – für einen einzigen Doppio! Gut, dass ein Teil dieser Währungen das nicht mehr erleben musste.
Auf einem Spielplatz in Westerland informierte uns das abgebildete Schild, dass irgendwelche fremden Eltern für den Unsinn haften, den unsere Kinder anstellen. Dabei haben wir gar keine.
Auf der Terrasse unseres Hotelrestaurants in Rantum präsentierten die einheimischen Möwen ihre nachhaltige Jagdtechnik. Einer der cleveren Vögel zum Beispiel lungerte in der Nähe herum, bis ein Paar zum Frühstücksbüfett aufgebrochen war, um unverzüglich dessen Tisch anzufliegen. Dort stibitzte er einen Eierbecher samt Inhalt, flog damit auf den unmittelbar angrenzenden Parkplatz und ließ die Beute dort aus geringer Höhe derart geschickt aufs Pflaster fallen, dass das Ei gut auslöffelbar in zwei Hälften zerbrach. Der Becher blieb dabei heil und kann problemlos wiederverwendet werden. Diese Möwe imponierte uns.
In Travemünde hingegen, wo es uns an Wochenenden oftmals hin verschlägt, verleiht man neuerdings Biofahrräder mit Deppenbindestrich und -leerzeichen. Wir konnten uns auch nach längerem Nachdenken keinen rechten Reim darauf machen, was diese Exemplare von herkömmlichen Rädern unterscheidet. Kann man sie nach getaner Fahrt verzehren wie diese kleinen Waffelschälchen, die man sich am Büfett mit Marmelade füllt? Oder sind sie zumindest rückstandsfrei kompostierbar? Vielleicht wurden sie auch einfach nur pestizidfrei aufgezogen.




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