02 Mai 2011

Gut ausgelüftet



Da hat sich wohl jemand gedacht: Den mühseligen Weg zum nächsten Altkleidercontainer spar ich mir. Und dann hat er oder sie die ollsten Klamotten des Bestandes einfach an den Gitterzaun vorm neuen Astraturm gehängt.

Den Zaun hat übrigens der Eigentümer der Immobilie aufgestellt, damit Leute, für die großflächige Büroturmscheiben eine schier unbezwingbare Einschmeißverlockung darstellen, nicht mehr ganz so nah rankommen an den neuen Astraturm.

Allerdings fliegen routiniert geworfene Pflastersteine auch schon mal weiter als die paar Meter, die der Zaun an Distanzierung leistet, doch wem sag ich das.

Zurück zur originellen Altkleiderentsorgung. Um diese Methode ein wenig zu verschleiern und nicht sofort Vermutungen wie Faulheit und Bewegungsscheu aufkommen zu lassen, hat der oder die Verantwortliche wenige Meter weiter das Ganze auf dem Pflaster zum „Umsonstladen“ beschönigt.

Die treffsichere Allegorie „Fiese Hecke“ für den Gitterzaun verdient übrigens Respekt und Anerkennung.

Kommentare:

  1. Anonym09:30

    Der Zaun ist nicht da um den Turm vor den Menschen zu beschützen. Andersrum wird ein Schuh draus: die Scheiben bersten gerne mal spontan. Der Zaun ist da um die Menschen vor dem Turm zu beschützen.

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  2. Anonym12:21

    Feine Idee! Hier in Ottensen gibts auch ne Menge Zäune. vielleicht demnächst mal das schnieke "Westend" mit meinen alten Löcher-Jeans behängen?
    Aber das ist sicher Kameraüberwacht und dann schreitet gleich die GSG9 ein ...
    Jan

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  3. Anonym17:07

    Jawoll, Anonym hat recht: Die Scheiben des Astraturmes fallen zweieinhalb Jahre nach Eröffnung einfach so von der Fassade. Kein Witz. (Und ich erspare mir hier auch einen Witz über "Gentrifizierungsgegner-freundliche Selbstentglasung".)

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  4. Das ist ja grotesk. Das bedeutet: Die Leute, denen wir die Gestaltung unserer Innenstädte überlassen, sind nicht mal in der Lage, ein Fenster dauerhaft zu befestigen? Ich glaube, ich muss mein Weltbild überdenken.

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  5. Anonym20:30

    Werter Herr Nachbar, schön, dass Ihnen die Aktion (oder zumindest ihr Name) gefallen hat. Unschön ist aber die Verwendung des Begriffs "ollst" -im Angebot war vielmehr eine ausgesuchtes Zusammenstellung vom feinsten Gentrifiziererzwirn über halterlose Damenstrümpfe bis hin zur zeitgemäßen und szenetauglichen Jodhpurhose! Jedenfalls anfangs, Ihr Foto wurde wohl erst am Sonntag und aufgenommen, als die rege Tauschaktion langsam ausklang. Mehr von der "Fiesen Hecke" gibt's übrigens hier: http://www.facebook.com/fiese.hecke?ref=ts: Fliegende Bauten, tanzende Tüme, fallende Scheiben - Willkommen auf dem Kiez!

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  6. Ich muss gestehen, dass ich die Klamotten nicht nah genug in Augenschein genommen habe, um meine Vermutung auch wirklich verifizieren zu können. Daher bin ich Ihnen sehr dankbar für die Korrektur – und den weiterführenden Link.

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