23 Januar 2010

Tod einer Taube

In Freddys Imbiss in der Hein-Hoyer-Straße werden täglich Dutzende toter Vögel gegrillt. Heute aber war auch der Asphalt vor dem Eingang kein guter Ort für diese Spezies.

Eine Taube flatterte auf gewohnt gelassene Weise in letzter Sekunde auf, als ein Wagen von der Simon-von-Utrecht-Straße einbog. Doch diesmal hatte sie sich verschätzt. Sie geriet unter die Vorderfront, und obwohl der Fahrer ein wenig bremste (ohne ein Anhalten auch nur zu erwägen), wurde der Vogel vom rechten Vorderreifen erwischt.

Mit einem hässlichen kleinen Hoppler setzte der Wagen seine Fahrt fort. Die Taube lag reglos da. Nur ein Flügel ragte einige Sekunden lang hoch und senkte sich dann in zeitlupenhafter Eleganz auf den noch erstaunlich runden Körper.

Irgendwann, nach Hunderten gegrillter toter Vögel in Freddys Imbiss, wird dieser Körper gleichsam verschmolzen sein mit dem Asphalt der Hein-Hoyer-Straße, und ein paar festgebackene Federhärchen werden im Fahrtwind wehen, wenn ein Auto darüberfährt.

Zum Glück hatte Ms. Columbo im entscheidenden Moment nicht hingeschaut, nur ich. Und ich finde meine Ungerührtheit erschreckend.

(Beispielfoto)


Kommentare:

  1. Nils die Partymaus02:21

    Erschreckend? Sollten Sie sich nicht gar erfreuen? Nach all den Jahren größter Qual und Pein, die Ihnen die Tauben auf Ihrem Balkon zugefügt haben?

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  2. wie hätte deine gerührte alternative ausgesehen?

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  3. Na, Mitleid zu spüren. Hätte mir schon gefallen, trotz allem, was zwischen uns vorgefallen war.

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  4. Anonym09:09

    Sehen Sie es so. Sie haben praktisch ihr nächstes Mittagessen bei besagtem Grill vorher noch in aktion sehen dürfen.

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  5. Tauben sollen ja auch gar nicht schlecht schmecken. Allerdings würde ich es bevorzugen, wenn mir auch dieser Vogel nicht als Brei serviert würde. Andererseits: Taubenfrikadellen? Hm.

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