28 November 2011

Die Theorie steht wie ein 3:1



Wie bitte: ein Bollbecher? Aber beim letzten Heimspiel hieß es doch noch von Ausschankseite, die Becher mit Namen seien aus, und zwar bis nach der Winterpause!

„Nein“, korrigiert mich die Tresenfrau mit einer Gelassenheit, als ginge es hier lediglich um Leben und Tod und nicht um so viel mehr, „sie waren nur eine Weile nicht verfügbar.“

Die Nichtverfügbarkeitsweile ist jedenfalls ganz offensichtlich schon vor der Zeit rum, nämlich zum heutigen Spiel gegen Dynamo Dresden; zum Glück. Zitternd vor freudiger Erregung fingere ich die erforderlichen fünf Euro raus, eile mit schwappendem Bollbecher zu meinem Platz, fotografiere ihn rituell (Foto) und warte ab der 66. Spielminute (0:1, Dedic) stillvergnügt auf den Ausgleichs- (natürlich Boll!), Führungs- und Entscheidungstreffer.

All das klappt selbstverständlich wie am Schnürchen, und damit, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat die mittlerweile weltberühmte Namensbechertheorie, welche einen St.-Pauli-Heimsieg prophezeiht, postuliert und garantiert, sofern ich nur einen Bierbecher mit Spieleraufdruck erwische und vorm Anpfiff fotografiere, die komplette Hinrunde unfalsifiziert überstanden. Die komplette Hinrunde! Unfalsifiziert!

Ungefähr so muss sich Einstein gefühlt haben, als er „mc²“ hinter das Istzeichen schrieb. Entsprechend euphorisiert betrete ich kurz nach dem Spiel die Domschänke, die jetzt schon qualmt wie der Vesuv anno 79 – und dass mich dort der twitternde Berliner FC-St.Pauli-Fan Foxxibaer als Matt, das Orakel, identifiziert und mir augenscheinlich erfreut die Hand schüttelt, rundet diesen Festtag aufs Wunderbarste ab.

Was ich mit all diesem Gestammel sagen will: Die Eintracht kann kommen. Oder besser: getrost zu Hause bleiben.

Denn es gibt – verdammte Hacke – wieder Namensbecher!

Kommentare:

  1. Anonym13:53

    Ich habe immer daran geglaubt. Und es hat wohl doch jemand vom Verein in ihr blog gesehen.
    Nun ist alles gut, soweit in dieser irren Welt etwas gut sein kann.

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  2. Ich Ungläubiger habe sie schon wanken gesehen, daher musste ich schnell eine eigene Theorie entwickeln, die zwar ungeheuer erfolgreich war, auf Dauer allerdings schwer zu halten sein wird.
    Insofern bin ich überglücklich, Sie mit den Bechern weiterhin erfolgreich orakeln zu sehen. Sie haben hoffentlich daran gedacht, sich eine Kiste reservieren zu lassen?

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  3. Nein, denn es besteht natürlich die Gefahr, dass dies von den zuständigen Stellen der Schicksalsbehörde als unzulässige Modifikation der Versuchsanordnung interpretiert werden könnte – das ist mir viel zu heikel.

    Immerhin aber habe ich den Bollbecher mit nach Hause genommen. (Und bitte schlagen Sie jetzt nicht vor, ihn beim nächsten Heimspiel wieder mit ins Stadion zu nehmen; auch das verletzte mit Sicherheit das filigrane Geflecht der Gesamtbedingungen.)

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  4. Hmmm Foxxibaer war zu einem Heimspiel in Hamburg? Eine gute Nachricht, denn das bringt mich der Foursquare Majorschaft im Oberbaumeck in Kreuzberg, der besten Möglichkeit, ausserhalb Hamburgs ein St. Pauli Spiel zu schauen um einen Punkt näher, denn zumeist checken wir zur gleichen Zeit ein... Eben zu jedem Spiel...

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