19 August 2010

Auf Kreuzfahrt (4): Von der natürlichen Schönheit der Finn(inn)en



Wir besichtigten Helsinki, eine Stadt mit Stadtteilen namens „Töölö“ und auch sonst von überschaubarem Liebreiz. In ihrem straßenbahnveredelten Jugendstil ist sie gleichwohl ohne jede Anfälligkeit für ein naheliegendes böses Wortspiel mit Doppel-l.

Die Sonne brannte zunächst auf eine Weise, wie ich es so weit im Norden niemals vermutet hätte, ehe es sich ordnungsgemäß zuzog und leicht zu tröpfeln begann.

Ms. Columbo wies mich beim Stadtbummel auf die hohe Anzahl teiggesichtiger Frauen mit auffälliger Kopfbreite hin. Bis dahin war mir einfach nur zur sprichwörtlichen natürlichen Schönheit der hiesigen Bewohnerinnen das entsprechende Sprichwort nicht mehr eingefallen, doch nun, da ich einmal darauf hingewiesen worden war, begegneten mir an allen Ecken Helsinkis ausgesprochene Musterexemplare breitgesichtiger Teigigkeit.

Viele Männer hingegen (das Foto zeigt zwei Hafenarbeiter, auf die alle nun folgenden Erläuterungen nicht zutreffen) schienen direkt aus Aki Kaurismäkis Castingbüro zu kommen. Die Aufgedunsenheit ihrer Torsi, welche durch bedauerlich passgenaue T-Shirts gut sichtbar herausgearbeitet wurde, versuchten viele zu übertünchen, indem sie sich Fusselbärte stehen ließen und einen allgemeinen Eindruck von Zerzaustheit herzustellen versuchten.

Doch ob Menschen anderer Kulturen in unseren Augen schön sind oder nicht, ist letztlich egal. Nein, die Mitglieder einer territorialen Gemeinschaft müssen sich vor allem untereinander in ausreichendem Maße sexuell anziehend finden; dann hat diese Gemeinschaft eine gute Chance, bis in alle Ewigkeit teiggesichtige, aufgedunsene und zerzauste kleine Scheißer zu zeugen.

Wie es allerdings um das innerfinnische Attraktivitätsempfinden wirklich bestellt ist, vermag ich nicht zu sagen. Die geringste Reproduktionsquote hat meines Wissens jedenfalls nicht Finnland, sondern Italien, und egal, was man gegen die Nachfahren der Römer ins Feld führen kann: breitgesichtige Teigigkeit etc. pp. gehört nicht zu ihren hervorstechenden körperlichen Attributen.

Ab jetzt wird es übrigens richtig spannend auf dieser Kreuzfahrt: Es geht in die Stadt Dostojewskis. Schalten Sie nicht um!

Kommentare:

  1. Lucky Luciano10:50

    Sind Rolf und Hilde wieder an Bord?

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  2. blogspargel15:25

    Rolf und Hilde wollten sich rein prophylaktisch in Stockholm noch einmal satt essen, weil sie vom Vorabend noch die Befürchtung hatten, dass ihr Hamburger Tischnachbar erneut versuchen würde, sein fünfgängiges Knurrhahn-Menü mit den anderen Tellern auf dem Tisch auf neun Gänge aufzustocken, während sie am Salatbüffet nachladen.

    Die Folge der Zusatzmahlzeit im Ort war, dass die beiden nach dem Genuss von eingelegten Elchnüstern und gerösteten Biberhoden so satt und träge wurden, dass es zeitlich bis zum Auslaufen des Dampfers eng wurde. Zudem wollten sie sich die bereits seit längerem geplante zünftige Kutschfahrt nicht entgehen lassen, die sie bereits bei der letzten Winterkreuzfahrt genossen hatten. Aber erst als sie im Rentierschlitten saßen, merkten sie, dass man ihnen da etwas Feines angedreht hatte und die Fahrt wohl etwas länger dauern würde.

    Zum einen fährt es sich schwer auf Kufen, wenn im Sommer kein Schnee liegt und zum anderen lag es an den Rentieren, die naturgemäß nur langsam vorankommen, was wohl an dem fehlenden zweiten „n“ liegt.

    Als Rolf und Hilde endlich im Hafen ankamen, war es zu spät und es blieb ihnen nur, ihren Koffern hinterher zu winken, was die Passagiere an Deck als freundliche Verabschiedung durch die schwedische Bevölkerung interpretierten und ebenso fröhlich zurückgrüßten.

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  3. Eine interessante Geschichte, Blogspargel, aber in Wahrheit trug es sich folgendermaßen zu:

    Nachdem Rolf und Hilde dem Blogbetreiber gehörig auf die Nerven gingen, weil Hilde ständig von dem „tollen Kellner bei Tisch 42” fabulierte und Rolf ständig vor sich hinbrabbelte: „Isch mach auch wat mit Medien, isch tu fernsehn!” mußte Matt Maßnahmen ergreifen. Ergreifen lassen.

    Als ich die beiden beim Landgang sah, lockte ich sie – und da hatten Sie natürlich vollkommen recht, blogspargel – mit der Drohung, daß ihr Hamburger Tischnachbar erneut versuchen werde, sein fünfgängiges Knurrhahn-Menü mit den anderen Tellern auf dem Tisch auf neun Gänge aufzustocken, während sie am Salatbüffet nachladen, in einen kleinen Imbiß, von dem ich wußte, daß er eine große Küche mit sämtlichen Küchenutensilien hatte, die mein Herz zum Springen und das meiner Gäste zum Platzen bringen würden.

    Der Rest ist eine eigene Geschichte, die ich demnächst wohl mal bei der nächsten Polizeidienststelle zu Protokoll geben muß.

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  4. blogspargel17:06

    Ja, Herr GP, ich kenne doch die wahre Geschichte, aber ich wollte Ihnen doch nur etwas Luft verschaffen, indem ich die beiden noch im Hafen lebend gesehen haben wollte, nachdem sie (und Sie) das Lokal (angeblich) verlassen hatten.

    Winken Sie nur, ja winken Sie durch die schwedischen Gardinen (welch wahrer Wortsinn), aber ich weiss nicht, ob ich Sie da ein zweites Mal raushauen kann.

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  5. blogg-hittn-wirtin18:36

    Wenn auf dem Kahn öfter mal Leute verschwinden, würde ich dem Speiseplan hinsichtlich auffälliger Häufungen von Fleischgerichten eine gewisse Aufmerksamkeit widmen.

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  6. blogspargel: Das ist äußerst freundlich und auch gut gedacht; allerdings habe ich mich bereits abgesetzt und regiere mittlerweile eine kleine Bananenrepublik im Nahen Osten. Sie erkennen mich am Bart. Daher: Kein Problem, aber vielen Dank.

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