
Halb St. Pauli und mindestens ein Viertel der Schanze feierte heute Abend Abschied von der Weinbar am Neuen Kamp. Sie musste schließen, weil ein Mitbewohner im Haus über zu viel Krach geklagt und der Vermieter der Weinbar daraufhin gekündigt hatte.
Jetzt stehen wir im Novemberwind auf dem Bürgersteig, weil sich drinnen die Massen stapeln, trinken Silvaner, Riesling, Grauburgunder und schauen ab und zu vorwurfsvoll hoch an der Fassade, wo alle Fenster dunkel sind, auch die des klagenden Mieters.
Wahrscheinlich wäre ihm das Geplauder wieder mal zu laut, die Bengalos zu hell, die Klientel zu weinselig und der Glühweinkessel auf dem Gehweg zu aromatisch gewesen – ohne verdammt noch mal etwas dagegen tun zu können, denn eine Abschiedsfeier hat nun mal die nervige Eigenschaft, sich um Sanktionsdrohungen nicht mehr kümmern zu müssen.
Ob die Weinbar woanders wieder aufmachen wird, ist noch völlig ungewiss. Dabei braucht der Kiez zwischen all den Stripteasebars, Kneipen, Clubs und Discos unbedingt einen Ort, an dem man auch dionysischen Freuden frönen kann. Der Mensch lebt ja nicht von Astra allein.
Wer also von einem erschwinglichen leerstehenden oder bald verfügbaren Laden weiß, der Bacchus wohlgefällig wäre, sollte das in den Kommentaren kundtun.
Ich plädiere übrigens dringend für eine Neueröffnung in der Seilerstraße, doch das nur nebenbei.




















