19 März 2026

Fundstücke (271–274)

Immer wieder wird uns armen Radfahrern brutalstmöglich verdeutlicht, welchen Stellenwert man uns im Stadtverkehr beimisst. Der hier in der Glacischaussee dokumentierte Fall eines fröhlich zugeparkten Fahrradstreifens ist besonders betrüblich, weil es dort momentan vor Ordnungskräften wimmelt, die den Verkehr wegen des Domaufbaus regeln. Ich fragte mich sogar verunsichert, ob vielleicht ich falschläge und die Straße momentan nicht nur für den Autodurchgangsverkehr, sondern auch für Radfahrer gesperrt sei, doch einer der Cops, den ich dahingehend befragte, verneinte das.




Zum Glück gab es diese Woche auch heitere Momente. So erfreute das Restaurant Riad in der Neustadt mein Herz mit würzigen Riesen für nur zweiundzwanzig Euro. Xavier Naidoo („Wir haben alle schon Menschen gefressen“) meidet den Laden bestimmt so vehement wie Hannibal Lecter eine Veggiemesse.


Apropos Restaurant: Beim Libanesen Hala Mignon, angesiedelt in der skurril benamten Straße Rutschbahn im Grindelviertel, musste ich auf dem Weg zum Herrenklo einem kapitalen Kronleuchter ausweichen, den man wohl in Versailles hat mitgehen lassen. 

Warum der Trumm allerdings auf dem stillen Örtchen sein überdimensioniertes Hängedasein fristet, statt im Speisesaal vor sich hin prunken zu dürfen, bleibt ein ungelöstes Rätsel, das ich am Abend unseres Besuches leider versäumte, durch Befragungen des Personals aufzulösen. Aber beim nächsten Mal, denn dort speist man vorzüglich – Levanteküche rules!




Seit der Abwesenheit von Christo (1935–2020) und Jeanne-Claude (1935–2009), die beide am selben Tag geboren wurden, aber in unterschiedlichen Jahren verstarben, erreichen Verpackungen im öffentlichen Raum nur noch selten die Wucht und Ausmaße ihrer Kunstwerke – wie die Reeperbahn zurzeit sehr uneindrücklich beweisführt.


 

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